Politik

Liveticker zur UK-Wahl +++ 14:12 Letztes offenes Mandat geht an Labour +++

Und damit ist das Ergebnis vollständig: Der Sitz in Kensington geht britischen Medienberichten an Labour. Damit kommen die Sozialdemokraten auf 262 Sitze, die Tories auf 318.

+++ 14:02 Queen und May sitzen nur 15 Minuten zusammen +++
Die Queen und Theresa May haben für ihre Unterredung lediglich 15 Minuten benötigt. Die britischen Medien merken an, dass dies kürzer ist, als bei Fragen der Regierungsbildung üblich - angesichts des kniffligen Wahlergebnisses ist das ja durchaus bemerkenswert.

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Theresa May wird bei ihrer kurzen Ansprache von Ehemann Philip begleitet.

(Foto: REUTERS)

+++ 13:56 May: "Let's get to work!" +++ May beendet ihre kurze Ansprache mit entschlossenen Worten: "Let's get to work", also "an die Arbeit!", sagt sie entschlossen. Rücktrittsforderungen und entsprechenden Gerüchten erteilt sie damit eine Absage.

+++ 13:52 May erhält Regierungsauftrag von Queen +++
Mays kurze Visite bei der Königin ist vorüber, sie ist zurück in Downing Street 10. Sie verkündet, von Elizabeth II. den Auftrag zu einer Regierungsbildung bekommen zu haben. Dazu plant sie eine Zusammenarbeit mit der DUP. Sie hält an ihrem Zeitplan für die Brexitverhandlungen und ihren Versprechen für die Verhandlungen fest. Zudem sagt sie dem Terrorismus den Kampf an.

+++ 13:50 "Königsmacher" der DUP zieren sich +++
Mays Tories haben keine Mehrheit, die nordirische DUP hat es in der Hand, Mays Zeit als Premier zu verlängern. Deren Vorsitzende Foster tritt jedoch auf die Bremse: "Ich denke, es wird sicher Kontakt über das Wochenende geben, aber ich denke es ist zu früh um darüber zu sprechen, was wir tun werden."

+++ 13:38 Theresa May trifft im Buckingham Palace ein +++
Theresa May ist zusammen mit ihrem Ehemann Philip im Buckingham Palace eingetroffen. Dort möchte sie die Queen um Erlaubnis bitten, eine Minderheitsregierung bilden zu können.

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Die Limousine mit der Premierministerin an Bord vor dem Tor zum Buckingham Palace.

(Foto: REUTERS)

 

+++ 13:26 Liberalen-Chef fordert May zu Rücktritt auf +++
Der Parteichef der Liberaldemokraten, Tim Farron, fordert den Rücktritt von Regierungschefin May. Die Brexit-Verhandlungen sollten zudem ausgesetzt werden. Die Argumente für ein zweites Brexit-Referendum würden stärker.

+++ 13:15 Juncker drängt Briten zu Verhandlungsbeginn +++
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat Großbritannien aufgefordert, so schnell wie möglich mit den Verhandlungen über den Brexit zu beginnen. Die EU sei bereit und könne die Gespräche "morgen Vormittag um halb zehn" starten, sagte Juncker. Er hoffe, dass die britischen Unterhauswahlen "keine großen Auswirkungen" haben würden. Es dürfe "keine weitere Verzögerung beim Abschluss dieser Verhandlungen" geben.

+++ 13:02 Sinn Fein lehnt Sitze im Unterhaus erneut ab +++
Die Abgeordneten der katholischen Sinn-Fein-Partei in Irland wollen auf die voraussichtlich sieben bei der Wahl gewonnen Sitze im britischen Unterhaus auch dieses Mal verzichten. Sinn Fein nimmt ihre Sitze traditionell nicht ein. Eine Abkehr von diesem Brauch, um eine Mehrheit der Konservativen zu verhindern, schloss Parteichef Gerry Adams aus.

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+++ 12:43 Ukip-Chef Nuttall tritt zurück +++
Nach dem Wahldebakel für die rechtspopulistische Ukip in Großbritannien ist Parteichef Paul Nuttall zurückgetreten. "Eine neue Ära muss beginnen mit einem neuen Vorsitzenden", sagte Nuttall. Die United Kingdom Independence Party (Ukip) hat ihren einzigen Sitz im Parlament verloren.

+++ 12:25 "Aus Höflichkeit" kein Kommentar aus Berlin +++
Die Bundesregierung will das Wahlergebnis in Großbritannien "aus Höflichkeit und Respekt" derzeit noch nicht kommentieren. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer betont aber mit Blick auf die anstehende Brexit-Gespräche: "Die EU ist auf alle Verhandlungen vorbereitet". Daran habe sich durch die jüngste Wahl nichts geändert.

+++ 11:59 Letzter Wahlkreis lässt auf sich warten +++
Es wird knapp in Kensington: Der Londoner Wahlkreis ist der letzte, der sein Ergebnis bei der Parlamentswahl noch nicht vorgelegt hat. Am Vormittag stellten die Helfer das Zählen dort ohne Ergebnis vorerst ein, um "so bald wie möglich" ausgeruht und erholt weiter zu machen, teilte der zuständige Beamte mit. Zweimal hätten sie schon alle Stimmen durchgezählt - aber weil es so knapp gewesen sei, solle es noch eine dritte Runde geben. Offen war, ob die Helfer am Freitag schon fit genug zum Weiterzählen sein würden, oder ob es möglicherweise erst am Samstag ein Ergebnis gegen könnte. 2015 hatten die Konservativen den Wahlkreis geholt. An den Mehrheitsverhältnissen im Parlament ändert das Ergebnis nichts mehr.

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+++ 11:44 Gabriel: Briten lassen nicht mit sich spielen +++
Bundesaußenminister Sigmar Gabriel sagt, die britischen Bürger hätten gezeigt, dass sie nicht mit sich spielen lassen wollten. Jetzt komme es auf eine schnelle Regierungsbildung an. Großbritannien solle in den Verhandlungen so eng wie möglich an der EU gehalten werden.

+++ 11:37 May trifft sich kurz nach Mittag mit Queen +++
May wird um 12.30 Uhr Ortszeit (13.30 Uhr MESZ) im Buckingham Palace Königin Elizabeth II. um einen Regierungsauftrag bitten, sagte der Sprecher der Regierungschefin. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 11:17 May verzockt - "Tory-Partei ähnelt Casino" +++
Europaparlamentarierin Sophie in 't Veld fasst die Ergebnisse der Unterhauswahl und des Brexit-Referendums aus Sicht des jeweils amtierenden Chefs der Konservativen - Theresa May und David Cameron - in einem Tweet scherzhaft zusammen: "Cameron zockte, verlor. May zockte, verlor. Die Tory-Partei ähnelt immer mehr einem Casino."

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+++ 11:15  Sprecher: May will neue Regierung bilden +++
Die britische Premierministerin Theresa May will noch heute bei Königin Elizabeth II. um die Erlaubnis für eine Regierungsbildung bitten. Das teilte ein Regierungssprecher mit. Sie strebe eine konservative Minderheitsregierung mit Duldung der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP) an, hieß es in britischen Medien.

+++ 11:01 Tusk warnt vor Scheitern der Brexit-Gespräche +++
EU-Ratspräsident Donald Tusk warnt vor einem Scheitern der Brexit-Verhandlungen. "Tun Sie Ihr Bestes, um einen 'no deal' als Ergebnis von 'keinen Verhandlungen' zu verhindern", twittert Tusk. Mit Blick auf das geplante Brexit-Datum am 29. März 2019 schreibt er: "Wir wissen nicht, wann die Brexit-Gespräche beginnen, aber wir wissen, wann sie enden müssen."

+++ 10:48 DUP erwägt Unterstützung für May +++
Die nordirische Democratic Unionist Party (DUP) erwägt die Unterstützung einer Minderheitsregierung der Konservativen, wie der Fernsehsender Sky meldet. Die DUP hat nach jetzigem Stand 10 Sitze im Unterhaus erobern können. Gemeinsam mit den Konservativen (aktuell 317 Sitze) würde eine knappe Mehrheit zusammenkommen. Allerdings ist nur von einer Tolerierung die Rede und nicht von einer Koalition.

+++ 10:32 EU-Beauftragter: Brexit-Verhandlungsstart offen+++
Der EU-Chefunterhändler für die Brexit-Gespräche, Michel Barnier, lässt den Zeitpunkt für den Beginn der Verhandlungen mit Großbritannien offen. Die Gespräche sollten beginnen, wenn das Vereinigte Königreich bereit dafür sei, twittert Barnier. Er fordert alle Seiten auf, an einer Einigung zu arbeiten. Die Gespräche sollten nach bisherigen Planungen am 19. Juni beginnen.

+++ 10:11 Weber: May hat Chaos gebracht +++
Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber hat sich besorgt über die Folgen der britischen Unterhauswahl auf die Brexit-Verhandlungen geäußert. Wann diese beginnen könnten, sei nun unsicher. "May wollte Stabilität erreichen und hat Chaos gebracht", schrieb der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei am Freitagmorgen auf Twitter zur Rolle der britischen Regierungschefin Theresa May.

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+++ 9:59 "Hung Parliament" bei Briten äußerst selten +++
Die vorgezogene Parlamentswahl in Großbritannien hat zu einem "Hung Parliament" geführt - einer parlamentarischen Hängepartie, in der keine Partei aus eigener Kraft regieren kann. Da das britische Mehrheitswahlrecht darauf angelegt ist, eindeutige Verhältnisse zu produzieren, kommt diese Situation nur äußerst selten vor. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gingen erst sechs Parlamentswahlen ohne klare Mehrheitsverhältnisse aus, zuletzt 2010.

+++ 9:45 Schulz vereinbart Treffen mit Labour-Chef +++
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will sich in naher Zukunft mit Labour-Chef Jeremy Corbyn treffen, wie er auf Twitter mitteilte. Dies sei nach einem Telefonat beider Politiker vereinbart worden. Unklar ist, ob Schulz Corbyn seine Hilfe anbieten oder sich einen Rat einholen will - schließlich schwächelt Schulz gerade in den Umfragen und Corbyn hat vorgemacht, wie man aus einem Umfragetief hinaus kommt.

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+++ 9:30 Bericht: May will nicht zurücktreten +++
Die britische Premierministerin Theresa May will Medienberichten zufolge nach dem Wahldebakel nicht zurücktreten. Das berichtete unter anderem die in Londoner Regierungskreisen gut vernetzte BBC-Journalistin Laura Kuenssberg. "Sie wird bleiben und ihre Meinung nicht ändern", zitierte Kuenssberg ein hochrangiges Regierungsmitglied.

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+++ 9:19 Labour erwägt Minderheitsregierung +++
Labour-Chef Jeremy Corbyn deutet seine Bereitschaft zur Bildung einer Regierung an. Seine Partei sei bereit, dem Land zu dienen, sagt er. Labour werde alles tun, um das politische Programm umzusetzen. Der finanzpolitische Sprecher von Labour, John McDonnell, hatte bereits zuvor den Versuch angekündigt, eine Minderheitsregierung bilden zu wollen. Eine Koalition schloss er aus. Ob angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse auch Neuwahlen in Großbritannien möglich sind, darüber sprach Politikwissenschaftler Stefan Schieren im Interview mit n-tv.de.

+++ 9:03 Dämpfer für schottische Unabhängigkeit +++
Rückschlag für die schottische Unabhängigkeitsbewegung: Die Nationalisten der SNP verlieren 21 ihrer 56 Sitze, viele davon an die Konservativen.

+++ 8:48 Briten-Wahl besorgt deutsche Wirtschaft +++
Die unklaren Machtverhältnisse in Großbritannien haben große Sorgen in der deutschen Wirtschaft ausgelöst, die eng mit der britischen Ökonomie verbunden ist. Mit der Parlamentswahl steige die Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft, beklagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages Martin Wansleben: "Der Fahrplan für die Brexit-Verhandlungen ist nun Makulatur." Auch Außenhandelspräsident Anton Börner rechnet mit neuen Unwägbarkeiten rund um den Brexit. "Das ist überhaupt kein Grund zur Schadenfreude, denn das ist eine schlechte Nachricht für Brüssel."

+++ 8:33 Mayer: May dürfte sich nicht lange halten +++
Der Vorsitzende der deutsch-britischen Parlamentariergruppe, Stephan Mayer, erwartet in Großbritannien eine Zeit der Instabilität. Zwar sei May formell noch Ansprechpartnerin für die Brexit-Gespräche. "Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass May sich über lange Zeit hinweg als Parteivorsitzende der Konservativen und als Premierministerin halten wird", sagt er NDR Info.

+++ 8:16 Zeitungen wetteifern mit Wahl-Wortspielen +++
Bei ihren Titelzeilen übertreffen sich britische Zeitungen am Morgen gegenseitigen mit Wortspielen zum Wahlausgang. Die Zeitung "The Sun" titelt etwa "Theresas Dismay", was in etwa "Theresas Entsetzen" bedeutet - in Anspielung auf die verloren gegangene Mehrheit der Premierministerin Theresa May. Der "Daily Star" spricht von "Mayhem", also dem Chaos. Aber auch der Name des Labour-Chefs dient als Vorlage: Die "Metro" dichtet "Stormin' Corbyn", was in etwa "Stürmender Corbyn" bedeutet. Den Vogel abgeschossen hat wohl der "Daily Mirror" mit der Titelzeile "Cor Blimey!" – "Blimey!" ist in Großbritannien ein Ausruf, der mit "Verflucht!" übersetzt werden kann.

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+++ 7:58 Oettinger: Beginn der Brexit-Gespräche unklar +++
EU-Kommissar Günther Oettinger erwartet nach dem Ausgang der Wahl mehr Unsicherheit bei den Brexit-Verhandlungen. Unklar sei, ob diese wie geplant beginnen könnten, sagt er dem Deutschlandfunk.

+++ 7:43 "Lord Buckethead" fordert May heraus +++
Es ist Tradition in Großbritannien, dass sich bei Wahlen auch immer wieder Spaß-Kandidaten mit ungewöhnlichen Verkleidungen für einen Sitz im Unterhaus bewerben. So geschehen diesmal auch im Wahlkreis Maidenhead von Theresa May: Dort wurde die britische Premierministerin unter anderem vom Kandidaten "Lord Buckethead" herausgefordert - mit seinem Kostüm macht er seinem Namen (übersetzt: "Eimerkopf") alle Ehre. Allerdings erreichte der schwarze Ritter weniger als ein Prozent der Stimmen, May konnte den Wahlkreis für sich entscheiden.

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+++ 7:29 Labour gewinnt nach 99 Jahren in Canterbury  +++
Das erste Mal seit 99 Jahren gelingt es der Labour-Partei, in der südenglischen Universitätsstadt Canterbury den Sieg einzufahren, wie BBC berichtete. Der konservative Abgeordnete Sir Julian Brazier verlor seinen Sitz an Rosie Duffield. Diese war nach eigenen Angaben zunächst geschockt und begeistert: "Ich kann kaum erwarten, mit der Arbeit zu beginnen."

+++ 7:20 May-Ansprache um 11 Uhr MESZ  +++
May wird sich dem Hörfunksender LBC zufolge um 10 Uhr (Ortszeit, 11 Uhr MESZ) äußern.

+++ 7:11 Verluste an Londons Börse wohl moderat +++
Trotz der Aussicht auf ein "Hung Parliament" in Großbritannien dürften sich die Verluste am britischen Aktienmarkt in Grenzen halten, vermuten Marktbeobachter. Zum einen ist der FTSE-100 stark Pfund-sensibel. Viele Unternehmen erzielen einen Großteil ihrer Umsätze außerhalb Großbritanniens, ein schwächeres Pfund hilft also. Daneben verweist ein Analyst darauf, dass die britischen Konzerne nie große Anhänger eines Brexit gewesen seien. Die Aussicht auf eine weichere Brexit-Verhandlung mit Brüssel dürften auf Wohlgefallen bei den Aktionären stoßen. Auch die asiatischen Aktienmärkte lässt die Wahl in Großbritannien weitgehend kalt. Der Future auf den US-Index S&P-500 zeigt sich widerstandsfähig und notiert wenig verändert.

+++ 7:01 Pfund verliert bis zu zwei Prozent an Wert +++
Der sich abzeichnende Verlust der parlamentarischen Mehrheit für Premierministerin Theresa May hat das Pfund Sterling auf den tiefste Stand seit dem 18. April geschickt - damals hatte May überraschend zu den vorgezogenen Neuwahlen aufgerufen. Die Währung verbilligte sich im frühen Handel um bis zu zwei Prozent auf 1,2695 Dollar. "Das ist nicht das Ergebnis, auf das Investoren gehofft haben", sagte Analyst Naeem Islam vom Brokerhaus ThinkMarkets. Im Laufe des Morgens erholte sich das Pfund jedoch wieder etwas.

US-Dollar / Britisches Pfund
US-Dollar / Britisches Pfund ,78

 

 

+++ 6:51 Sturgeon nennt Wahl "Desaster" für May  +++
Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon sieht die Schottische Nationalpartei (SNP) trotz starker Verluste als Siegerin der Parlamentswahl in Großbritannien. Für die britische Premierministerin Theresa May sei das Ergebnis dagegen ein Desaster, sagte Sturgeon der BBC.

+++ 6:37 JP Morgan: Verzögerung bei Brexit-Deal +++
Die Großbank JP Morgan sieht eine gestiegene Wahrscheinlichkeit, dass Großbritannien eine Verschiebung der Brexit-Verhandlungen beantragen muss. JP-Morgan-Ökonome Malcolm Barr betonte, dass ohne eine Verschiebung der ohnehin schon enge Zeitplan für die Verhandlungen durch politische Entwicklungen in Großbritannien gestört werden könnte.

+++ 6:36 Mays Konservative verpassen absolute Mehrheit  +++
Die konservative Partei von Premierministerin Theresa May hat nach Angaben der BBC die absolute Mehrheit im britischen Unterhaus verloren. Die Tories hatten nach Auszählung von fast allen der 650 Wahlkreise dem Sender zufolge keine Chance mehr, die Marke von 326 Sitzen zu knacken.

Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 6:23 Minister glaubt nicht an schnellen May-Rückzug +++
Die Spekulationen über einen baldigen Rücktritt von Premierministerin Theresa May nach der sich abzeichnenden Wahl-Enttäuschung nehmen zu. Wie BBC-Reporterin Laura Kuenssberg berichtet, glaubt ein ranghohes Kabinettmitglied jedoch nicht an einen schnellen Rückzug Mays. Vielmehr bleibe sie vermutlich zunächst Premierministerin, mit dem Versprechen, sich später einer Entscheidung zu stellen.

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+++ 6:14 Sky News sagt Mehrheits-Verlust für May voraus +++
Der Sender Sky News sagt für Mays Konservative am Ende 315 bis 321 Sitze voraus - und damit ebenfalls den Verlust der absoluten Mehrheit, für die mindestens 326 Sitze erforderlich wären.

+++ 6:00 Soubry: May sollte "über ihre Position nachdenken" +++
Die konservative Abgeordnete Anna Soubry fordert May auf, "über ihre Position nachzudenken". Gefragt, ob May Premierministerin bleiben könnte, antwortete sie: "Das ist ihre Sache." Und Soubry führte fort: "Es ist schwierig. Es ist ihre Sache ... Sie ist in einer sehr schwierigen Position. Sie ist eine beeindruckende und sehr talentierte Frau und scheut sich nicht vor schwierigen Entscheidungen."

+++ 05:46 Außenminister Johnson trotz Wiederwahl zerknirscht +++
Boris Johnson ist in seinem Wahlkreis Uxbridge westlich von London wiedergewählt worden. Angesichts des ungewissen Wahlausgangs ist dem britischen Außenminister zum Jubeln aber nicht zumute. "Eines ist uns allen klar. Wir müssen unseren Wählern zuhören und ihre Sorgen anhören", sagt der konservative Politiker. Mit 23.716 Stimmen gewinnt Johnson seinen Wahlkreis weit weniger deutlich als bei der vorangegangenen Parlamentswahl im Jahr 2015.

+++ 05:25 Sturgeon sieht SNP trotz heftiger Verluste auf der Gewinnerseite +++
Trotz der krachenden Verluste ihrer Partei sieht sich SNP-Chefin Nicola Sturgeon als Gewinnerin der Wahl: Nach dem historischen Sieg konnte es für die schottischen Nationalisten im Grunde genommen nur schlechter werden, ist Sturgeon überzeugt.

 +++ 05:00 Drei Viertel aller Sitze sind verteilt +++
Nach der Auszählung für die Verteilung von 446 der 650 Sitze im Parlament kommen Labour auf 198, die Konservativen auf 191, die schottischen Nationalisten der SNP auf 27 und andere Parteien auf 30 Sitze.

+++ 04:31 Labour-Chef fordert May zum Rücktritt auf +++
Jeremy Corbyn fordert die Premierministerin auf, aufzugeben und Platz für eine Labour-Regierung zu machen. "Theresa May hat mit ihren Konservativen Sitze, Stimmen, Unterstützung und Vertrauen verloren", sagt der Labour-Chef nach der Bekanntgabe seines Wahlsiegs im Wahlkreis Islington North. "Das ist wirklich genug, um zu gehen und Platz zu machen für eine Regierung, die wirklich alle Menschen dieses Landes repräsentiert." Die Menschen hätten genug von Einsschnitten bei den öffentlichen Ausgaben und einem schlecht finanzierten Gesundheitssystem.

+++ 04:20 SNP-Fraktionschef verliert seinen Sitz +++
Der Fraktionschef der Schottischen Nationalpartei (SNP), Angus Robertson, hat seinen Parlamentssitz verloren. Er muss sich im nordschottischen Wahlkreis Moray mit 18.478 Stimmen seinem konservativen Herausforderer Douglas Ross (22.637 Stimmen) geschlagen geben. Die für Schottlands Unabhängigkeit kämpfende Partei verliert nach Hochrechnungen viele Sitze.

+++ 03:59 Corbyns Brust-High-Five macht die Runde +++
Dem Labour-Chef mag zwar angesichts der Wahlprognosen zum Feiern zumute sein, seinen High Five muss Jeremy Corbyn aber nochmal üben: Statt eines Handschlags verpasst er Emily Thornberry einen Klaps auf Brusthöhe. Die Labour-Abgeordnete Emiliy Thornberry lässt sich von Corbyns motorischem Aussetzer allerdings nicht aus der Ruhe bringen.

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+++ 03:40 Wettanbieter sieht Corbyn als nächsten Premier +++
Labour-Chef Jeremy Corbyn ist beim Wettanbieter Betfair Favorit für den Posten des Premierministers. Der Oppositionsführer selbst äußert sich nach der ersten Prognose zuversichtlich. "Was immer das endgültige Ergebnis sein wird, unser positiver Wahlkampf hat die Politik zum Besseren verändert", twittert Corbyn.

+++ 02:59 Labour nimmt Tories ersten Sitz ab +++
Die Arbeiterpartei siegt im Vale of Clwyd und revidiert damit das Wahlergebnis von 2015, bei dem die Konservativen gewannen. Der ehemalige Minister für Wales, Peter Hain, glaubt noch an weitere Siege im Süden des Landes: "Das ist ein mächtiger Rückschlag für Theresa May, sie könnte viel Boden in Wales verloren haben. Es ist ein guter Abend für die walisische Arbeiterpartei und eine düstere Nacht für die Tories", sagt Hain der BBC.

+++ 02:10 Schriftsteller Harris: "Land ist am Arsch" +++
Robert Harris findet nach der turbulenten Parlamentswahl klare Worte für den Zustand Großbritanniens: "Je mehr Zeit vergeht, desto deutlicher ist zu sehen, wie sehr das Land durch dieses verdammte Referendum (die Brexit-Abstimmung, Anm. d. Red.) am Arsch ist", twittert der Bestseller-Autor (Imperium, Enigma, Vaterland).

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+++ 01:29 DUP schließt Bündnis mit Tories nicht aus +++
Die protestantische nordirische Partei DUP schließt ein Bündnis mit den Konservativen nicht aus, um May zu einer Mehrheit im Parlament zu verhelfen. Beide Parteien hätten eine Menge an Gemeinsamkeiten, sagt ein ranghoher Vertreter der DUP, die zuletzt acht Sitze im Parlament hatte.

+++ 01:00 Farage fürchtet möglichen May-Nachfolger +++
Der Ex-Chef der EU-feindlichen UKIP-Partei fürchtet offenbar bereits um den Parteivorsitz Theresa Mays und fordert ins Blaue hinein: "Wie auch immer das wirklich ausgeht, die Konservativen brauchen einen Anführer, der an den Brexit glaubt." 

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+++ 00:42 Wahlverlust-Tweet verfolgt May +++
Ob Theresa May diese Aussage schon bereut? "Wenn ich nur sechs Sitze verliere, dann verliere ich diese Wahl und Jeremy Corbyn wird mit Europa am Verhandlungstisch sitzen" - am 20. Mai schrieb die Premierministerin das auf Facebook und Twitter. Nach Veröffentlichung der ersten Prognose verbreitet der Post sich rasend schnell in den sozialen Netzwerken, weil nun deutlich mehr als sechs Sitze auf dem Spiel stehen.

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+++ 00:26 Erste Sitze gehen an Labour-Partei +++
Newcastle schlägt Sunderland: Das klingt wie eine Fußball-Meldung, es geht aber um die Wahl. Die beiden nordenglischen Städte liefern sich traditionell ein Rennen darum, als erster von 650 Wahlkreisen ein Ergebnis vorzulegen. In den vergangenen 25 Jahren hatte stets Sunderland gewonnen. Diesmal liefert Newcastle ein paar Minuten vor dem Erzrivalen und nur eine Stunde nach Schließung der Wahllokale - Sportstudenten rannten mit den Wahlurnen zur Auszählung. Dass Labour-Kandidatin Chi Onwurah gewinnt, war dagegen keine Überraschung. Auch in Sunderland siegt Labour wenig überraschend.

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+++ 00:01 Liberaldemokraten lehnen Koalition ab +++
Großbritannien ist es gewohnt, dass eine Partei regiert - Konservative oder Labour. Mit Koalitionen hat man es nicht so. So erklärt sich auch die Äußerung des Sprechers der oppositionellen Liberaldemokraten: Er könne sich nur schwer vorstellen, wie seine Partei in eine Koalition eintreten könnte. Auch der Sender Sky News berichtet unter Berufung auf ein hochrangiges Mitglieder der Liberaldemokraten, es werde "keine Verträge, keine Abkommen, keine Koalition" geben.

Nun gut, die LibDems waren auch die Einzigen, die Wahlkampf damit machten, den Brexit doch noch aufzuhalten. Sollten die Konservativen nun tatsächlich ihre absolute Mehrheit verlieren, steht man also womöglich vor einer Hängepartie.

+++ 23:52 Schottische Nationalpartei verliert viele Sitze +++
Der kommende Brexit sollte den schottischen Unabhängigkeitsbestrebungen Auftrieb geben. Doch die schottische SNP verliert: Die Nationalpartei der Schotten mit ihrer Chefin Nicola Sturgeon kommt der Wählerbefragung zufolge nur noch auf 34 Sitze. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2015 hatte sie noch 56 von 59 möglichen Sitzen geholt. Die Partei steht nur in Schottland zur Wahl. Sturgeon strebt ein zweites Referendum über Schottlands Unabhängigkeit an.

+++ 23:46 "Holy shit" +++
Die Wahl läuft offenbar nicht so, wie von Theresa May erhofft. Laut Prognose verliert ihre Partei die absolute Mehrheit. Und was fällt einer Umfrageseite zu den Zahlen ein?

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+++ 23:27 Osborne: Ergebnis "komplett katastrophal" für May +++
Die Konservativen von Premierministerin Theresa May verlieren laut der ersten Prognose ihre absolute Mehrheit. Ihr Parteikollege, der frühere Finanzminister George Osborne, sagt, die Prognose sei für May "komplett katastrophal". Eigentlich wollte May mit der Neuwahl die absolute Mehrheit der Konservativen im Unterhaus ausbauen. Andererseits ist der Wahlabend noch lang und die Zahlen können sich noch ändern.

+++ 23:17 Pfund sackt ab +++
Das britische Pfund gibt nach Veröffentlichung der ersten Nachwahl-Prognose im Vergleich zum Euro deutlich um 1,5 Prozent nach.

Euro / Britisches Pfund
Euro / Britisches Pfund 1,17

+++ 23:02 Prognose: Konservative verfehlen absolute Mehrheit +++
Die britische BBC veröffentlicht erste Zahlen zur Wahl. Laut der Prognose sind die Konservativen von Premierministerin Theresa May die stärkste Partei. Demnach fehlt ihnen aber die absolute Mehrheit im Unterhaus mit insgesamt 650 Sitzen.

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+++ 22:54 Gleich schließen die Wahllokale +++
Direkt nach der Schließung der mehr als 40.000 Wahllokale in England, Schottland, Wales und Nordirland um 23.00 Uhr MESZ sollte es eine erste auf Wählerbefragungen basierende Prognose geben. Die Auszählung der Stimmbezirke dauert die ganze Nacht. Zwar dürfte sich dann schon ein belastbarer Trend abzeichnen, das Endergebnis der Wahl liegt aber erst am Freitagnachmittag vor.

Unsere Grafiken finden Sie übrigens hier.

+++ 22:39 So skurril sind britische Wahllokale +++
Die Briten sind ja für ihre mitunter skurrilen Traditionen bekannt. Das gilt natürlich auch bei Wahlen. Die Kollegen des britischen "Telegraph" haben die schönsten und sonderbarsten Wahllokale herausgesucht, darunter etwa ein offenbar ausrangierter Zugwaggon und eine Windmühle.

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+++ 22:02 Welche Umfrage liegt am nächsten dran? +++
Umfragen in Großbritannien sind wegen des Mehrheitswahlrechts schwierig. Aber auch beim Brexit-Referendum blamierten sich die Institute mit ihren Vorhersagen. Die London School of Economics and Political Science hat die letzten Werte vor der Wahl zusammengetragen, um nach der Wahl schauen zu können, wer am nächsten dran lag. Die Differenzen sind bemerkenswert.

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+++ 21:32 "Earl von Grantham" ruft zur Wahl auf +++
In der erfolgreichen britischen Serie "Downton Abbey" verkörperte Hugh Bonneville eine der zentralen Figuren, den Earl von Grantham. Nun ruft er seine Landsleute auf Instagram zur Wahl auf - mit Hut, schwarzem Jackett und "covfefe"-T-Shirt.

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+++ 21:08 Städte konkurrieren um schnellste Auszählung +++
Seit 1992 trägt Sunderland einen inoffiziellen Titel. Denn seit der Unterhauswahl in dem Jahr war die nordenglische Stadt stets die erste, die ihr offizielles Wahlergebnis verkünden konnte. Weil man auch weiterhin den Titel tragen möchte, setzt man auf ein paar Kniffe: Die Wähler werden gebeten, ihren Zettel nur einmal zu falten. Zudem laufen Schüler mit den Wahlurnen zur zentralen Zählstation. Um sie schneller auszählen zu können, sind die Wahlzettel aus dünnerem Papier hergestellt und werden von Bankangestellten gezählt.

Doch so schnell Sunderland auch auszählt: Bis sich ein Gesamtbild abzeichnet, dürfte es eine Weile dauern - im Liveticker halten wir Sie auch nachts auf dem Laufenden.

+++ 20:32 Was hat Okkultismus mit der Wahl zu tun? +++
Tom Gauld ist ein bekannter Zeichner und Comicautor in Großbritannien. Zur Wahl macht er sich Gedanken, wie die Entscheidung auf dem Wahlzettel eigentlich zustande kommt. Wissenschaftliche Berechnung? Nachdenken? Oder doch okkulte Rituale?

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+++ 20:04 Sandsäcke schützen Belfaster Wahllokal +++
Land unter in Belfast? Ein BBC-Journalist berichtet, ein Wahllokal drohe, überflutet zu werden. Sandsäcke sollen helfen. "Es sollte eigentlich Sommer sein", merkt Gareth Gordon trocken an.

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+++ 19:45 Parteien starten letzte Wahlaufrufe +++
Etwas mehr als drei Stunden vor Schließung der Wahllokale werben die beiden großen Parteien Großbritanniens noch einmal um Wähler. Eine "strahlendere Zukunft" versprechen die Konservativen.

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Labour will sich für Gesundheitsversorgung und Arbeiterrechte einsetzen.

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+++ 16:40 Entwarnung am Trafalgar Square +++
Die Polizei gibt Entwarnung. Der Vorfall am Trafalgar Square habe sich aufgeklärt und werde nicht als terrorverdächtig eingestuft.

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+++ 16:30 Polizei riegelt Trafalgar Square ab +++
Die Polizei riegelt den berühmten Trafalgar Square im Herzen Londons ab. Vorausgegangen waren Berichte über einen verdächtigen Gegenstand.

+++ 07:45 Polizei verhaftet Terrorverdächtige +++
Kurz vor der Öffnung der Wahllokale gibt die britische Polizei die Festnahme von drei Terrorverdächtigen bekannt. Ein Zusammenhang zu dem jüngsten Anschlag auf der London Bridge besteht den Angaben zufolge nicht.

+++ Was sagen die letzten Umfragen? +++
Umfragen zufolge könnte May ihr Ziel einer komfortablen Mehrheit im Parlament verfehlen. Laut einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Survation vom Mittwoch lagen die Tories mit 41 Prozent nur noch einen Punkt vor Labour mit 40 Prozent.

Nach der jüngsten am Wahltag veröffentlichten Befragung von Ipsos Mori für die Abendzeitung "Evening Standard" hatte Mays Partei mit 44 Prozent der Stimmen dagegen acht Punkte Vorsprung vor Labour mit 36 Prozent.

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Theresa May und ihr Mann Philip wählten in Maidenhead.

(Foto: AP)

Für die Sitzverteilung im Unterhaus ist wegen des Mehrheitswahlrechts aber nicht nur das generelle Stimmenverhältnis entscheidend, sondern vor allem die regionale Verteilung der Stimmen. In den 650 Wahlkreisen gewinnt nur der jeweils dort an erster Stelle liegende Abgeordnete. Deshalb gelten Vorhersagen als schwierig.

+++ Darum geht es heute +++
Unter starken Sicherheitsvorkehrungen wird in Großbritannien ein neues Unterhaus gewählt. Die mehr als 40.000 Wahllokale in England, Schottland, Wales und Nordirland sind seit 8.00 Uhr MESZ geöffnet, sie schließen um 23.00 Uhr MESZ. Eine auf Wählerbefragungen basierende Prognose folgt direkt danach. Mit ersten Ergebnissen wird im Laufe der Nacht gerechnet. Genaue Umfragen sind wegen des Mehrheitswahlrechts in Großbritannien traditionell schwierig.

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Wegen der jüngsten Terroranschläge wurden die Sicherheitsvorkehrungen um die Wahllokale verstärkt.

(Foto: AP)

Premierministerin Theresa May möchte mit der vorgezogenen Unterhauswahl eine größere Mehrheit für ihre konservativen Tories und damit mehr Rückendeckung für die Verhandlungen mit Brüssel über einen EU-Austritt (Brexit) bekommen. Nach drei Terrorattacken im Land binnen drei Monaten wird aber auch ihre wahrgenommene Kompetenz bei der inneren Sicherheit eine Rolle im Wahlergebnis spielen.

May gab am Morgen in ihrem Wahlkreis in Maidenhead westlich von London ihre Stimme ab. Labour-Chef Jeremy Corbyn wählte in seinem Londoner Wahlkreis Islington North.

Quelle: n-tv.de, kst/mli/rts/dpa