Politik

"Die Geschichten stimmen nicht" Aigner: Viele Migranten schlecht gebildet

3ab03d6f-68ea-447f-a2b5-b81cadc248a0.jpg

Ilse Aigner hält sich lieber an Fakten.

(Foto: dpa)

Laut der CSU-Politikerin Aigner hat ein Drittel der ankommenden Flüchtlinge nur eine Grundschul- oder gar keine Schulbildung. Damit werde deutlich, dass Flüchtlinge bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels nur sehr begrenzt helfen könnten.

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner zweifelt an einer raschen Integration der Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt. "Die Geschichte vom gut ausgebildeten Flüchtling stimmt nicht", sagte Aigner der "Passauer Neuen Presse". Über ein Drittel von ihnen habe nur eine Grundschul- oder gar keine Schulbildung. Es werde immer deutlicher, dass Flüchtlinge bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels nur sehr begrenzt helfen könnten.

Die Ministerin warnte davor, Probleme schönzureden. "Wir tun vielfach so, als seien die Flüchtlinge ein Segen für den Arbeitsmarkt und ein Mittel zur Bekämpfung des Fachkräftemangels." Tatsache sei aber, dass die Integration derjenigen Menschen, die in Deutschland bleiben werden, "eine gigantische finanzielle und gesellschaftliche Herausforderung" sei.

Vor allen anderen Maßnahmen sei vor allem der Spracherwerb wichtig, sagte die CSU-Politikerin. "Wir brauchen kein Geld zum Fenster 'rauszuwerfen - etwa für ausbildungsbegleitende Maßnahmen, wenn das sprachliche Rüstzeug nicht da ist." Kein Mensch absolviere ohne Sprachkenntnisse erfolgreich eine Ausbildung. Die bislang für den Spracherwerb vorgesehenen Finanzmittel des Bundes reichten aber gerade einmal für 100.000 bis 150.000 Menschen. "Es liegt auf der Hand, dass das nicht reichen wird", kritisierte die Ministerin. Sie forderte, für die Finanzierung der Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Arbeit müssten vor allem auch die Mittel beim Bund und bei der Bundesagentur für Arbeit stark angehoben werden.

Die Notwendigkeit, den Zugang zum Arbeitsmarkt für Asylbewerber zu erleichtern, sieht Aigner weniger. "Wir werden bald allein 300.000 Syrer als Flüchtlinge anerkannt haben." Für sie gebe es keinerlei Beschränkungen auf dem Arbeitsmarkt. "Das ist Aufgabe Nummer eins. Jenseits dessen müssen wir darauf achten, dass wir keine neuen Anreize und damit Fluchtgründe selber schaffen."

Quelle: ntv.de, ppo/AFP