Politik

Druck erhöht Altmaier will Europas bestes Stromnetz

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Drei Tage lang will sich Altmaier in Deutschland den Fortgang der Energiewende anschauen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Beschleunigungsgesetz, Aktionsplan und ein Gipfel: Wirtschaftsminister Altmaier macht Druck beim Ausbau der Stromnetze. Denn die Arbeiten kommen nur langsam voran. So langsam, dass politisches Handeln unausweichlich sei.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will Druck auf den im Verzug stehenden Ausbau der großen Stromnetze machen. "Wir werden ein Netzausbau-Beschleunigungsgesetz in diesem Herbst vorlegen", sagte der CDU-Politiker zu Beginn seiner dreitägigen Reise, bei der er für den Netzausbau werben will. Er legte zugleich einen Aktionsplan vor, der nach seinen Worten binnen weniger Monate in konkrete Maßnahmen münden soll. Der von ihm angekündigte Gesetzentwurf soll dann rasch im Kabinett und im Parlament verabschiedet werden.

Als Ziel gab Altmaier aus, das modernste Stromnetz in Europa zu schaffen. Nach Altmaiers Worten haben die Verzögerungen beim Netzausbau ein Niveau erreicht, das politisches Handeln unausweichlich macht. Er kündigte an, am 20. September seine Kollegen aus den Ländern zu einem "Netzgipfel" einzuladen, um dieses Thema zu besprechen.

Für Altmaier ist der Netzausbau Chefsache. Wenn es gelinge, die richtige Mischung aus dem Ausbau von Netzen sowie der Optimierung und Verstärkung bestehender Netze hinzubekommen, habe man eine wesentliche Voraussetzung für die Bezahlbarkeit von Strom geschaffen. Altmaier wird auf seiner Reise Station in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen machen. Dort besucht er Kraftwerke, Leitungen und Erdkabel-Baustellen und führt Bürgerdialoge.

Zuvor hatte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, die Verzögerungen beim Ausbau beklagt. "Es ist schon richtig, dass wir bei einer Reihe von Leitungen nicht im Zeitplan liegen", sagte er dem Radiosender Bayern 2. "Das betrifft insbesondere Leitungen, die schon 2009 sozusagen in Gang gebracht worden sind in der Planung. Da gibt es Rückstände." In anderen Bereichen seien sie jedoch "durchaus im Plan".

Der vor allem an den Küsten produzierte Windstrom muss in die großen Industriezentren im Süden und Südwesten transportiert werden. Dafür werden neue Stromleitungen gebraucht, es geht um Tausende Kilometer. Die zentralen neuen Stromautobahnen Südlink und Südostlink, die Milliarden kosten, sollen bis 2025 fertig sein.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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