Politik

Junge Menschen "mitimpfen" Ärztechef: In Pandemie "auf der Zielgeraden"

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Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Kreis derjenigen, die eine Corona-Impfung bekommen können, wird stetig erweitert. Auch Ärztepräsident Klaus Reinhardt sieht die Impfkampagne in Deutschland auf einem guten Weg, spricht sich aber dafür aus, vor allem eine Gruppe mehr in den Blick zu nehmen: junge Menschen.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sieht die Impfkampagne zur Bewältigung der Corona-Pandemie in Deutschland auf der Zielgeraden. Im ZDF sagte er, zwar sei die Durchimpfungsrate "noch viel zu niedrig, um Entwarnung zu geben", sie zeige aber "trotzdem Wirkung". "Seit einer Woche haben wir rückläufige Inzidenzzahlen."

Reinhardt plädierte zudem für ein "Mitimpfen" von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Aus epidemiologischer Sicht sei es "durchaus sinnvoll" und "vernünftig", diese sehr mobile Gruppe zwar "nicht ausschließlich und prioritär", aber mitzuimpfen, wenn es darum gehe, die Verbreitung der Krankheit weiter effektiv zu senken.

Eine Herdenimmunität sei zwar erst bei knapp 70 Prozent erreicht. Das Beispiel Israel zeige aber, dass ab dem Moment, ab dem 20 Prozent der Bevölkerung geimpft waren, "die Inzidenzzahl rapide und kontinuierlich abnahm, bis auf fast gen null gegangen ist". Reinhardt zeigte sich zuversichtlich, "dass wir das auch erleben werden" - wenn "wir weiter fleißig impfen, an allen Stellen, wo es geht", wie in Impfzentren, in Arztpraxen und bei Betriebsärzten. Reinhardt griff in dem Gespräch auch die Aussage von CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf, der von einer "langen Zielgeraden" gesprochen hatte. "Ich glaube, dass der Begriff ganz zutreffend ist", sagte der Ärztepräsident.

Ärztetag beschäftigt sich mit Lehren aus Pandemie

In dem Gespräch ging es auch um den unter dem Eindruck der Pandemie heute beginnenden 124. Deutschen Ärztetag. Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung stehen vor allem die Lehren und Erfahrungen aus der Corona-Krise. Mit Blick auf die Tagung sagte Reinhardt in dem Interview, man müsse mit Blick auf den Anfang der Pandemie künftig Schutzkleidung in ausreichender Menge vorhalten, für den Krisenfall Ablaufpläne und definierte Krisenstäbe formulieren, den öffentlichen Gesundheitsdienst "wieder ausreichend ausrüsten" und sich Gedanken machen, wie man leistungsfähige Krankenhäuser erhalten kann.

Das Treffen, bei dem sich ansonsten Hunderte Ärzte versammeln, findet ausschließlich im Onlineformat statt. Zum Auftakt sind ein Grußwort von Bundeskanzlerin Angela Merkel und eine Diskussion mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgesehen.

Quelle: ntv.de, joh/AFP

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