Politik

Interview im tschechischen TV Assad lobt Putins Eingreifen in Syrien

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Russland war kürzlich das Ziel von Assads erster Auslandsreise seit Jahren.

(Foto: dpa)

Der syrische Präsident gibt unumwunden zu: Ohne Moskaus Militärhilfe stünde es schlecht um ihn. Künftig erwartet er noch mehr Unterstützung aus Russland.

Durch das russische Eingreifen in den syrischen Bürgerkrieg hat sich die militärische Lage nach den Worten von Präsident Baschar al-Assad zugunsten der Regierung gewandelt. Die Unterstützung Russlands werde noch stärker werden, sagte Assad in einem Interview des tschechischen Fernsehens.

Diese Entwicklung, so Assad weiter, passe insbesondere dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht. Der Abschuss des russischen Kampfflugzeugs durch die Türkei zeige dessen wahre Absichten. Erdogan gilt als erklärter Gegner Assads. Russland begann vor zwei Monaten mit Luftangriffen auf Gegner des syrischen Präsidenten.

Assad sagte in dem am Sonntag in Syrien aufgezeichneten Gespräch, Angehörige von Extremistengruppen, die sich keiner Verbrechen schuldig gemacht hätten und ihre Waffen niederlegten, könnten in ihr ziviles Leben zurückkehren. Dies sei aber keine Option, die Gruppen wie der Islamische Staat oder die der Al-Kaida nahestehende Nusra-Front wählen würden.

Assad warnte Europa davor, dass auch unter den syrischen Flüchtlingen militante Islamisten seien. Zwar handele es sich bei der Mehrheit um "gute Syrer" und Patrioten, "aber natürlich gibt es eine Unterwanderung durch Terroristen. Das stimmt." Das Interview wurde CT zufolge in Damaskus geführt.

Assad äußerte sich zudem positiv zu dem Vorstoß, in Tschechiens Hauptstadt Prag ein Abkommen über einen Frieden in Syrien zu unterzeichnen. Dies sei eine reale Option, Assad lobte die "ausgewogene Haltung" des Landes. Andere mögliche Verhandlungsorte wie Frankreich lehnte er ab. Tschechiens Präsident Milos Zeman hatte Waffenstillstandsgespräche in Prag vor der UN-Vollversammlung im September ins Gespräch gebracht.

Quelle: ntv.de