Politik

Verunsicherung durch Brexit Britische Unis leiden an Bewerber-Schwund

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Studienbewerber aus den EU-Ländern haben weniger Interesse an einem Auslandssemester in Großbritannien.

(Foto: REUTERS)

Mit einem Auslandssemester in Großbritannien wollen viele junge Deutsche - aber auch Studienbewerber aus anderen EU-Ländern - ihre Jobchancen erhöhen. Jahrelang steigen die Bewerberzahlen an bitischen Unis. Seit dem Brexit-Votum ist es damit vorbei.

In der Wissenschaft hinterlässt der Brexit bereits sichtbare Spuren: Immer weniger junge Deutsche bewerben sich nach Angaben des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an britischen Hochschulen. Das geht aus Datenvergleichen der Studienplatzagentur UCAS hervor. So ging die Interessentenzahl mit Stichtag 30. Juni 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 Prozent auf 3230 Bewerber zurück - nach einer stetigen Steigerung in den Jahren davor.

Ähnlich negativ war die Entwicklung laut "Universities and Colleges Admissions Service" (UCAS) zu den Stichtagen 15. Januar (minus 10 Prozent) und 24. März (minus 9 Prozent). Seit der Entscheidung der Briten für einen EU-Ausstieg warnt der DAAD, eine überwiegend vom Bund finanzierte Förderorganisation für internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern, vor Verschlechterungen bei den Bewerberzahlen.

"Studierende, aber auch Forscher sind derzeit unsicher, wie es nach dem Brexit konkret weitergeht", sagte DAAD-Generalsekretärin Dorothea Rüland. "Wir erwarten, dass Studierende und Akademiker in Großbritannien auch weiterhin Reisefreiheit und einen sicheren Aufenthaltsstatus genießen, so wie in anderen Ländern der EU auch."

Rückgang irischer Bewerber am stärksten

Der Rückgang der Bewerberzahlen für Großbritannien betrifft laut DAAD "nicht nur Studierende aus Deutschland, wobei hier der Rückgang überdurchschnittlich hoch ist". Insgesamt ging die Zahl der Bewerber an britischen Unis zum Juni 2017 um fast 25.000 im Vorjahresvergleich zurück (minus 4 Prozent). Bei Studierenden aus EU-Ländern war das Minus mit minus 5 Prozent noch etwas höher.

Auch in anderen EU-Ländern ist das Interesse an einem Studium in Großbritannien rückläufig. Laut UCAS gab es im Vergleich zum Studienjahr 2016/17 nach hohen Zuwachsraten erstmals einen Knick - etwa in Polen (minus 1 Prozent), Frankreich (minus 2), Italien (minus 10), Österreich (minus 10). Am stärksten fällt der Rückgang im besonders verunsicherten EU-Nachbarland Irland aus. Dort gab es 16 Prozent weniger Bewerber.

Quelle: ntv.de, jug/dpa