Politik

Rechter Terror in Freital? Bundesanwalt ermittelt gegen Bürgerwehr

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In Freital war unter anderem vor dieser Wohnung von Asylbewerbern eine Sprengladung explodiert.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im sächsischen Freital kommt es im vergangenen Sommer zu mehreren Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte. Jetzt zieht die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen an sich: Hinter den Angriffen soll eine rechtsextreme Terrorgruppe stehen.

Die Bundesanwaltschaft hat gegen die Mitglieder einer rechtsextremen Bürgerwehr Ermittlungen wegen Terrorverdachts aufgenommen. Sie würden verdächtigt, eine terroristische Vereinigung gebildet zu haben, bestätigte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft gegenüber "Spiegel" und ARD. Es geht demnach um die "Bürgerwehr FTL/360" aus dem sächsischen Freital.

Ermittelt wird gegen fünf Männer und eine Frau. Sie sollen Flüchtlingsunterkünfte angegriffen haben, sowie Unterstützer von Asylbewerbern. Bisher wurden die Verfahren von der Generalstaatsanwaltschaft Dresden geführt. Es geht dabei um Angriffe auf Asylunterkünfte in Freital und einen Sprengstoff- und Buttersäure-Anschlag auf ein alternatives Wohnprojekt von Flüchtlingsunterstützern in Dresden. Den Männern und Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren werden darüber hinaus Angriffe auf ein Parteibüro der Linken sowie ein Sprengstoffanschlag auf das Auto eines Freitaler Stadtrats vorgeworfen.

Freital, das nur wenige Autominuten von Dresden entfernt liegt, hatte im Sommer vergangenen Jahres bundesweit Schlagzeilen gemacht: Wochenlang demonstrierten Fremdenfeinde vor einem Flüchtlingsheim in einem ehemaligen Hotel. Immer wieder kam es zu Angriffen und Anschlägen auf Asylbewerber und ihre Unterstützer.

Anfang November und zuletzt im März waren bei zahlreichen Razzien in Wohnungen in Freital und Dresden Sprengmittel und Nazi-Devotionalien gefunden worden. Auch Computer wurden sichergestellt.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP/dpa

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