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Nato-Großmanöver in Polen Deutschland unterstützt US-Aufrüstung

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Mehr als 2000 Soldaten der schnellen Eingreiftruppe treten in Polen zu einer Gefechtsübung an.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die USA erwägen, Kampfpanzer und anderes schweres Militärgerät nach Osteuropa zu schaffen. Verteidigungsministerin von der Leyen findet das richtig. Es sei wichtig, dass die Nato für den Schutz der östlichen Mitglieder sorge, die sich von Russland bedroht fühlen.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat sich hinter die mögliche Stationierung von US-Militärgerät in Osteuropa gestellt. Dies sei "eine angemessene defensive Maßnahme", sagte die CDU-Ministerin bei einem großen Nato-Manöver im westpolnischen Zagan. Die Zeit des Friedens sei vorbei, mahnte ihr polnischer Kollege Tomasz Siemoniak, der für die kommende Woche eine Entscheidung über das US-Militärgerät erwartet, mit Blick auf die Konflikte in der Welt.

Die USA seien "geografisch sehr weit entfernt", sagte von der Leyen. Das bedeute, sie müssen Truppen und Gerät nach Europa bringen, ergänzte sie. Siemoniak gab an, es gehe um Ausstattung für eine Brigade in fünf Nato-Mitgliedstaaten und damit für mehrere Tausend Soldaten. "Wir können unseren europäischen Lebensstil nicht verteidigen, wenn wir nicht mehr für unsere Verteidigung tun", so Siemoniak.

Stationierung noch nicht entschieden

Am kommenden Montag wird US-Verteidigungsminister Ashton Carter in Deutschland erwartet, am Mittwoch und Donnerstag treffen sich die Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Laut Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sind die Entscheidungen über die Stationierung neuer Einheiten der Allianz in Zentraleuropa noch nicht gefallen. Darüber wollten die Nato-Verteidigungsminister in der kommenden Woche beraten.

Zu den Sorgen mehrerer osteuropäischer Nato-Mitgliedstaaten um ihre Sicherheit angesichts des russischen Vorgehens in der Ukraine sagte von der Leyen, die Militärallianz wolle "deutlich machen, dass ihre Sorgen auch unsere Sorgen sind". Die Ankündigung von Russlands Staatschef Wladimir Putin zur Modernisierung des Atomwaffenarsenals nehme sie "zur Kenntnis". Die Nato sei "das stärkste Militärbündnis der Welt" und zugleich "darauf angelegt, defensiv zu sein".

Truppe innerhalb von Tagen einsatzfähig

Im polnischen Zagan testet die Nato noch bis Sonntag ihre neue schnelle Eingreiftruppe VJTF. An dem Manöver namens "Noble Jump" beteiligen sich etwa 2100 Soldaten aus Deutschland, Belgien, Litauen, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Tschechien, Ungarn und den USA. Unter ihnen sind rund 350 Angehörige der Bundeswehr.

Ziel ist es, den Aufbau der neuen sogenannten Speerspitze der Allianz voranzubringen. Die Truppe aus rund 5000 Soldaten soll Russland angesichts der Ukraine-Krise zeigen, dass die Militärallianz zu ihren osteuropäischen Mitgliedern steht.

Die VJTF soll ab dem kommenden Jahr voll einsatzfähig sein und binnen Tagen in eine Krisenregion verlegt werden können. Stützpunkte zur Aufnahme der Kräfte bei einer Entsendung sollen in Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen, Rumänien und Bulgarien entstehen.

Nato-Generalsekretär Stoltenberg zeigte sich in Zagan "beeindruckt" vom Leistungsstand der VJTF. Die neue Truppe sei Ausdruck davon, "dass wir halten, was wir versprechen", sagte er. In diesem Jahr wird das Konzept der VJTF getestet, wobei Deutschland eine Führungsrolle übernimmt.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP/dpa

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