Politik

Berichte über Weihnachtskarte Ex-Regierungssprecher wettert gegen "Bild"-Zeitung

28848934.jpg

Georg Streiter - erst bei der "Bild"-Zeitung, dann bei der Bundesregierung. Nun verteidigt er die Bundesregierung gegen das Blatt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die "Bild"-Zeitung kommentiert eine Weihnachtskarte der Staatsministerin Widmann-Mauz, in der das Wort "Weihnachten" fehlt. Der frühere Boulevard-Journalist und Vize-Regierungssprecher Streiter kann diese Form der Kampagne nicht nachvollziehen.

Der frühere Vize-Regierungssprecher Georg Streiter greift die "Bild"-Zeitung und vor allem deren Chef für die Berichterstattung über eine Weihnachtskarte der Integrationsbeauftragen Annette Widmann-Mauz an. In einem langen Facebook-Eintrag spricht Streiter vom Versuch, die Politikerin "nach allen Regeln der Kunst hinzurichten". "Bild"-Chef Julian Reichelt unterstellt er einen "fanatischen Kurs", bei dem er seinem "persönlichen Hass auf den Bundespräsidenten und die Bundeskanzlerin und die Institutionen dieses Landes freien Lauf" lasse. Streiter hatte früher selbst lange Jahre bei der "Bild"-Zeitung gearbeitet.

Was ist passiert? Die Pressestelle der Integrationsbeauftragen Widmann-Mauz hat an 100 Medienvertreter eine Weihnachtskarte verschickt. Darin wünschen die CDU-Politikerin und ihre Mitarbeiter eine "besinnliche Zeit" und "einen guten Start ins neues Jahr". Einige Medienvertreter - und vorne weg die "Bild"-Zeitung - nehmen die Karte zum Anlass, den christlichen Hintergrund von Widmann-Mauz zu hinterfragen. Schließlich fehle in dem kleinen Gruß das Wort "Weihnachten".

Aufmarsch der Empörten

*Datenschutz

Die Zeitung zitiert dazu einige empörte Experten und Politiker sowie die eigene Leserschaft. Letztere dürfe auf drei Spalten über sie ein paar Kübel Schmutz ausgießen. Auch Parteikollegen der Staatsministerin sehen sich zu einer Reaktion veranlasst. So kommentierte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, er "halte es für eine pure Selbstverständlichkeit, dass man, wenn Weihnachten ist, nicht zu Season's Greetings oder was auch immer gratulieren will, sondern ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht".

Linke-Vizefraktionschefin Sevim Dagdelen wird in der "Bild"-Zeitung mit den Worten zitiert, es sei "bedauerlich, dass falsch verstandene Toleranz augenscheinlich dazu führt, dass Weihnachten, das Fest der Liebe, unsichtbar wird". Und AfD-Fraktionschefin Alice Weidel moniert in den sozialen Medien, man suche in der Karte vergebens "nach dem letzten Rest Christlichkeit, den die Partei immerhin noch im Namen trägt".

Es gibt eine zweite Karte

Ex-Regierungssprecher Streiter nimmt dies nun zum Anlass, um auf eine zweite, persönliche Grußkarte von Widmann-Mauz hinzuweisen. Diese sei an rund 1000 Empfänger aus Politik und Gesellschaft verschickt worden. Darin wünsche sie ein "friedvolles Weihnachtsfest" und zitiere sogar den tiefreligiösen Lyriker Angelus Silesius. Die "Bild" habe diesen Umstand zwar kurz nach dem Erscheinen eines ersten Textes über die "Weihnachtskarte" ohne "Weihnachten" eingeräumt. Zugleich aber habe die Zeitung dies zum Anlass genommen, Widmann-Mauz zweierlei Maß zu unterstellen: "Parteiintern christlich, nach außen beliebig." Online schreibt das Medium über ein "Karten-Kuddelmuddel im Kanzleramt." Die entsprechende Seite in der Zeitung ist mit der Überschrift betitelt: "Warum ist SIE Integrationsministerin?"

Streiter gibt in seinem Facebook-Eintrag die Antwort: "Natürlich weil Bundeskanzlerin Angela Merkel, die nach Auffassung von Springer-Chef Mathias Döpfner und 'Bild'-Chef Julian Reichelt lieber heute als morgen aus dem Kanzleramt gejagt gehört, sie in dieses Amt befördert hat." Und das, obwohl sie ihr Studium nicht abgeschlossen habe. Sie sei eine Vertraute von Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK). "Und nach Auffassung von 'Bild' ist sie allein schon deshalb eine Niete, weil sie 'es auch nach acht Monaten im Amt noch nicht geschafft' hat, ein Freitagsgebet in einer Moschee zu besuchen", schlussfolgert Streiter.

Der 63-Jährige überlegt laut, ob die Unterstützung Widmann-Mauz' als der Vorsitzenden der Frauen-Union für AKK im Rennen um den CDU-Vorsitz ihr diese Berichterstattung eingebrockt haben könnte. Denn immerhin habe "Bild" offensiv für Merz an der Spitze der CDU geworben.

Er habe "arge Probleme mit dem fanatischen Kurs, den der aktuelle Chefredakteur fährt". Reichelts Vorgehen erinnere ihn an eine Kampagne. Zum Schluss gibt Streiter übrigens einen kleinen Einblick in Teile der Springer-Weihnachtsfeier. Dort hätten sowohl Weihnachtsmusik als auch festliche Dekorationen gefehlt, sei ihm zugetragen worden.

*Datenschutz

 

Quelle: n-tv.de, fzö/jwu