Politik

RTL/ntv Trendbarometer Für die AfD geht es wieder abwärts

123815893.jpg

Die Dackelkrawatte ist das Markenzeichen von AfD-Fraktionschef Alexander Gauland.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Krisen-Sommer 2020 ändert sich an der politischen Stimmung im Land kaum etwas: Während die Union seit Wochen großen Rückhalt genießt, versenkt sich die AfD aufgrund innerparteilichen Streits wieder selbst im Umfragekeller. Sich aus letzterem zu befreien, gelingt allerdings auch anderen nicht.

Die AfD rutscht wieder tiefer ins Umfrageloch: Laut dem aktuellen RTL/ntv Trendbarometer kommt die Partei nach einer kurzen Erholungsphase erneut nur noch auf acht Prozent - ein weiterer Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche. Zuletzt lag sie Mitte Juni bei diesem Wert. Zu diesem Zeitpunkt tobte der Machtkampf innerhalb der AfD in Zusammenhang mit dem Rauswurf des Brandenburger Landeschefs Andreas Kalbitz erstmals mit voller Härte.

Nun macht sich die Causa Kalbitz offenbar erneut in den Umfragezahlen bemerkbar. Denn Anfang der Woche hatte das Bundesschiedsgericht den Ausschluss des umstrittenen Politikers bestätigt und damit erneut für Ärger unter AfD-Größen gesorgt. Diese Uneinigkeit strafen die Wähler allem Anschein nach ab:Im Vergleich zu ihrem Wert bei der letzten Bundestagswahl hat die AfD 4,6 Prozentpunkte verloren. Kleinere Parteien hingegen können aktuell profitieren: Ihr Anteil steigt in dieser Woche von sieben auf acht Prozent.

Abgsehen davon ändert sich an den Parteipräferenzen der Befragten nichts. Die Union kommt weiterhin auf 38 Prozent, die Grünen liegen bei 18 Prozent und die SPD bei 14. Die Linke stagniert bei acht Prozent, die FDP kann sich weiterhin mit sechs Prozent nur knapp über der kritischen Fünf-Prozent-Marke halten, die ihr den Wiedereinzug in den Bundestag garantieren würde.

Ostdeutsche öfter unentschlossen

Einen detaillierten Blick wirft Forsa in dieser Woche auf den Anteil der Nichtwähler, der in den ostdeutschen Bundesländern mit 28 Prozent deutlich höher ist als in Westdeutschland (21 Prozent). Vor allem Arbeiter zeigen sich bei ihrer Wahlentscheidung unentschlossen, ihr Anteil an der Gruppe der Nichtwähler liegt bei 37 Prozent. Besonders wenige Nichtwähler gibt es laut Umfrage unter Beamten. Unter ihnen kann sich nur einer von sechs Befragten nicht für eine Partei entscheiden.

Unter den befragten Frauen war zudem der Anteil der Nichtwähler mit 26 Prozent deutlich höher als unter den Männern (18 Prozent). Fast jeder vierte Umfrageteilnehmer verortete sich selbst eher in der politischen Mitte, 17 Prozent sahen sich eher rechts, 13 Prozent eher links.

Kaum Vertrauen in Armin Laschet

Recht konstant ist der Rückhalt für CSU-Chef Markus Söder, der nach wie vor als möglicher Kanzlerkandidat der Union gehandelt wird. Im direkten Duell gegen SPD-Vizekanzler Olaf Scholz und Grünen-Chef Robert Habeck käme er weiterhin auf 41 Prozent der Stimmen - 14 Prozent würden sich für Scholz entscheiden, 20 Prozent für Habeck. Immerhin jeder Vierte könnte sich jedoch für keinen der drei Kandidaten erwärmen.

Weit schlechter stünde es laut Forsa wohl um die Union, würde Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet als Kanzlerkandidat antreten. In der Kanzlerfrage - also ohne Berücksichtigung der Parteipräferenz - kommt er nur auf 16 Prozent der Stimmen, Habeck auf 20 Prozent und Scholz auf 19 Prozent. Selbst unter CDU- und CSU-Wählern kommt Laschet lediglich auf Zustimmungswerte um die 30 Prozent, während Söder mit 72 (CDU) und 87 Prozent (CSU) großes Vertrauen unter den Unionsanhängern genießt.

*Datenschutz

Quelle: ntv.de, jug