Politik

Nordkorea-Satire "The Interview" Hacker drohen mit Anschlägen auf Kinos

2014-12-17T072208Z_1992455292_GM1EACH16ME01_RTRMADP_3_SONY-CYBERSECURITY-THEATERS.JPG2790238759675742613.jpg

In Los Angeles fand die Premiere von "The Interview" bereits statt - ohne Zwischenfälle.

(Foto: REUTERS)

"Die Welt wird voller Angst sein", heißt es in einer Drohung gegen Sony Pictures. Hacker kündigen darin Anschläge auf US-Kinos an, die eine Komödie über Nordkorea zeigen. Die Premiere des Films in New York wird daraufhin abgesagt.

Hacker, die mutmaßlich für einen Großangriff auf das Hollywood-Studio Sony Pictures verantwortlich sind, haben Drohungen gegen Kinobesucher ausgestoßen. Sie kündigten US-Medienberichten zufolge Anschläge wie am 11. September 2001 auf jene Kinos an, die den Film "The Interview" zeigen, der von Sony vertrieben wird.

Die Drohung war Teil einer Veröffentlichung weiterer Interna des Studios, die bei einem Hackerangriff Ende November erbeutet worden waren. Zuletzt wurden bereits Daten zu Mitarbeitern und Managern des Unternehmens, Strategiepapiere, das Drehbuch zum neuen Bond-Film sowie E-Mails aus dem Schriftverkehr der Studioleitung veröffentlicht. Daneben tauchten Filme noch vor ihrem Kinostart in illegalen Tauschbörsen auf.

Premiere abgesagt

Bald werde die ganze Welt sehen, "was für einen furchtbaren Film Sony Pictures Entertainment gemacht hat", heißt es in der Drohung. "Die Welt wird voller Angst sein. Erinnert euch an den 11. September 2001. Wir raten, euch zu dieser Zeit von den Orten fernzuhalten." Anwohner von Kinos sollten ihre Häuser verlassen. Alles, was in den folgenden Tagen passiere, sei der Gier von Sony anzulasten, hieß es.

2014-12-17T072054Z_1882034503_GM1EACH16IQ01_RTRMADP_3_SONY-CYBERSECURITY-THEATERS.JPG2285243621594464761.jpg

James Franco (l.) und Seth Rogen sind die Hauptdarsteller von "The Interview".

(Foto: REUTERS)

Mit der Ankündigung von Anschlägen erreicht der Vorfall nun eine neue Stufe. Die Premiere von "The Interview" in New York wurde daraufhin abgesagt, wie "The Hollywood Reporter" berichtete. Eine weitere Premiere in Los Angeles fand bereits in der vergangenen Woche statt. Die Hauptdarsteller Seth Rogen und James Franco sagten zudem US-Medienauftritte rund um den Filmstart ab. "The Interview" soll zu Weihnachten in den USA starten und am 5. Februar in die deutschen Kinos kommen.

Das Studio bot demnach Kinobetreibern, die den Film bereits gebucht haben, an, ihn wieder zu stornieren. Das US-Ministerium für Innere Sicherheit teilte derweil mit, ihm seien keine konkreten Pläne von Anschlägen auf Kinos in den USA bekannt.

Film ein "kriegerischer Akt"

In dem Film geht es um zwei US-Journalisten, die ein Interview mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un bekommen. Vom CIA werden sie jedoch angeworben, den Staatschef zu töten. Bereits die Ankündigung des Films hatte in Pjöngjang scharfen Protest hervorgerufen. Die Regierung bezeichnete den Streifen als kriegerischen Akt und kündigte Vergeltung an. Das Regime wies allerdings eine Beteiligung an dem Hackerangriff zurück.

Eine Spur führt nach Berichten des Finanznachrichtendienstes Bloomberg in ein thailändisches Hotel. Der Angriff sei vom "St. Regis" in Bangkok aus begangene worden, hieß es unter Berufung auf Ermittlerkreise. Zu der Tat bekannte sich eine bisher unbekannte Gruppe names GOP (Guardians of Peace, Wächter des Friedens).

Quelle: ntv.de