Politik

Vorstoß von Regime und Kurden Hassaka nach verlustreichem Kampf IS-frei

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Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten kämpften wochenlang gegen den IS in Hassaka. In Vororten wird offenbar immer noch geschossen.

(Foto: REUTERS)

Wochenlang kämpfen kurdische Einheiten gemeinsam mit dem syrischen Regime gegen den IS in der Provinzhauptstadt Hassaka. Nun melden sie einen Erfolg. Trotz Schwächung ziehen die Islamisten immer noch Rekruten an - zuletzt einen 13-Jährigen aus München.

Syrische Regierungstruppen und kurdische Kämpfer haben nach Angaben von Aktivisten die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat aus der Stadt Hassaka vertrieben. Schon Anfang Juni hatte der IS sich der Provinzhauptstadt angenähert und große Teile erobert. Es folgte ein langer Kampf um die Stadt im Übergangsbereich zum syrischen Kurdengebiet im äußersten nordöstlichen Zipfel Syriens.

Von verschiedenen Seiten aus hatten die kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG und die Regimetruppen das vom IS besetzte Gebiet angegriffen. Seit dem 25. Juni sind nach Zählung der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in diesem Kampf mindestens 287 IS-Kämpfer getötet worden. Für Medien sind die Angaben der Organisation nicht nachprüfbar. Die Beobachtungsstelle meldet allerdings, dass in südlichen Vororten Hassakas immer noch gekämpft werde.

In den vergangenen Monaten hatte der IS viele Niederlagen einstecken müssen. Die Dschihadisten werden sowohl von kurdischen Einheiten als auch von einer internationalen Koalition bekämpft. Seit vergangener Woche fliegt auch die Türkei Angriffe gegen den IS und plant gemeinsam mit den USA eine Sicherheitszone. Kritiker fürchten allerdings, dass sich die  Maßnahmen der Türkei eher gegen die Kurden richten.

13-Jähriger aus München wollte zum IS

Dennoch zieht die Miliz nach wie vor sogenannte Dschihad-Touristen an. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, wurde am vergangenen Freitag ein gerade einmal 13 Jahre alter Junge aus München im türkisch-syrischen Grenzgebiet aufgegriffen. Er hatte sich demnach dem IS in Syrien anschließen wollen. Die Zeitung beruft sich bei den Informationen auf Sicherheitskreise. Der Jugendliche solle nun wieder zurück nach Deutschland gebracht werden.

Der Junge habe die Reise gemeinsam mit einer Verwandten angetreten, die in Syrien einen IS-Kämpfer heiraten wollte, heißt es weiter. Mit einem falschen Pass habe der Teenager problemlos mehrere Grenzübergänge passiert. Aufgeflogen sei er schließlich unter anderem über einen Internet-Blog.

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Quelle: n-tv.de, nsc/AFP/dpa

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