Politik

Gewaltdrohungen im Briefkasten Heidenaus Bürgermeister lässt sich schützen

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Steht fortan unter verstärktem Schutz: CDU-Politiker Jürgen Opitz.

(Foto: dpa)

Wegen seines Engagements für Flüchtlinge erhält der Bürgermeister von Heidenau Drohungen. CDU-Politiker Opitz will sich deshalb schützen lassen und dafür sorgen, dass die Heidenauer "sich ordentlich benehmen". Äußerlich entspannt sich die Lage im Ort.

Der Bürgermeister von Heidenau in Sachsen, Jürgen Opitz, wird wegen seines Engagements für Flüchtlinge von Rechtsextremen mit Gewalt bedroht. "Meine Frau hat am Donnerstag einen Zettel im Briefkasten gefunden, als sie die Zeitung herausholen wollte: Konkrete Gewaltandrohung. Es gibt Möglichkeiten, sich schützen zu lassen. Die nehme ich jetzt in Anspruch", sagte der CDU-Politiker dem "Sonntag-Express". Er lasse sich aber nicht unterkriegen. "Ich werde weiter gegen Rassismus sprechen und werde mich weiter dafür einsetzen, dass die Heidenauer Solidarität mit den Asylbewerbern zeigen und sich ordentlich benehmen. Ich habe keine Angst."

Vor der Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Heidenau blieb es derweil in der Nacht ruhig. Die Lage sei "entspannt", sagte ein Polizeisprecher in Dresden. Wieviele Polizeibeamte noch vor Ort waren, teilte er nicht mit. Am Samstagabend hatten vor dem behelfsmäßigen Flüchtlingsheim in einem Baumarkt rund 400 Menschen für Solidarität mit Flüchtlingen demonstriert.

Keine weiteren Zwischenfälle vor der Asylunterkunft

Laut Polizei waren die Demonstranten aus Dresden angereist, wo zuvor etwa 5000 Menschen an einer Solidaritätskundgebung teilgenommen hatten und zu der Fahrt nach Heidenau aufgerufen worden sei. An der Kundgebung in Heidenau beteiligten sich demnach auch mehrere Flüchtlinge aus der Unterkunft. Anschließend liefen die angereisten Teilnehmer zurück zum Bahnhof. Abgesehen von "einem gezündeten Böller" habe es dabei keine Zwischenfälle gegeben, teilte die Polizei mit.

Am Rande der Demonstrationen in Dresden und Heidenau gab es demnach es keine nennenswerten Ansammlungen von Asylgegnern. Heidenau steht seit Tagen im Fokus der Öffentlichkeit. Am vergangenen Wochenende hatten dort Rechtsextremisten gewaltsam gegen die Ankunft von Asylbewerbern protestiert. Bei Ausschreitungen wurden zahlreiche Polizisten verletzt.

Quelle: ntv.de, jja/dpa/AFP