Politik

Fast jeder Fünfte greift zum Joint Immer mehr Jugendliche kiffen

41624985.jpg

Die Bundesdrogenbeauftragte wirft den Befürworter einer Legalisierung von Cannabis, wie hier bei der Hanfparade, eine Verharmlosung der Gesundheitsgefahren vor.

(Foto: picture alliance / dpa)

Noch immer ist der Besitz von Cannabis verboten. Dennoch greifen immer mehr Jugendliche zum Joint. Die steigende Zahl der Kiffer ruft die Bundesdrogenbeauftragte auf den Plan. Sie wirft Legalisierungs-Befürwortern vor, die Gesundheitsgefahren zu verharmlosen.

In Deutschland ist die Zahl der jungen Cannabis-Konsumenten stark gestiegen. Das geht aus einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hervor, für die bundesweit 7000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren repräsentativ befragt wurden. Demnach breitete sich der Konsum in diesen Altersgruppen in den vergangenen sechs Jahren um rund 50 Prozent aus.

60875968.jpg

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler betrachtet die steigende Zahl junger Kiffer mit Sorge.

(Foto: picture alliance / dpa)

So gaben 17,7 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben. Im Jahr 2008 waren es noch 11,6 Prozent (plus 53 Prozent). Der Anteil der regelmäßigen Konsumenten (mehr als zehnmal in den letzten zwölf Monaten) stieg von 3,1 Prozent im Jahr 2008 auf 4,6 Prozent.

Mehr als ein Drittel (37,2 Prozent) habe Cannabis zumindest schon einmal ausprobiert, rund fünf Prozent nehmen es regelmäßig. Selbst unter den 12- bis 17-Jährigen hat bereits gut jeder Zehnte schon einmal die Droge probiert. Bei den gesamten Befragten im Alter von 12 bis 25 Jahren stieg die Zahl der regelmäßigen Kiffer von 2,3 auf 3,5 Prozent.

Besonders deutlich ist der Anstieg des Cannabiskonsums in der Gruppe der 18- bis 25-jährigen Männer. Während 2008 noch jeder siebte junge Mann (14,8 Prozent) angab, in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben, war es 2014 fast jeder vierte (23,9 Prozent) - eine Zunahme um 61 Prozent. Auch bei den 18- bis 25-jährigen Frauen gibt es einen Anstieg von 8,3 auf 11,2 Prozent. Bei den 12- bis 17-jährigen Jugendlichen schnellte der Anteil der gelegentlichen Kiffer sogar binnen drei Jahren um etwa 50 Prozent nach oben: Von 4,6 Prozent (2011) auf 7,7 Prozent (2014).

"Verharmlosende Argumentation"

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler warnte, der Konsum von Cannabis könne gerade für Jugendliche und junge Erwachsene zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen. "Ich sehe insbesondere mit Sorge, dass in der Altersgruppe der Zwölf- bis 25-Jährigen die Zahl derer, die regelmäßig Cannabis konsumieren, von 2,3 Prozent auf 3,5 Prozent angestiegen ist." Dafür machte Mortler auch die Befürworter einer Legalisierung von Cannabis mitverantwortlich. Sie warf ihnen vor, die Gesundheitsgefahren zu verharmlosen.

Auch BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss sprach von einer "bedenklichen Entwicklung". Mit zunehmender Dauer und Intensität des Cannabiskonsums leide die Hirnleistungsfähigkeit. Umfangreiche Präventionsangebote seien deshalb "unverzichtbar", damit junge Menschen gar nicht erst mit dem Konsum von Cannabis anfingen, erklärte Thaiss.

Die Forderungen nach einer Freigabe der Droge hatten zuletzt zugenommen. Vor allem die Grünen und die Linkspartei, aber auch die FDP unterstützen eine Legalisierung. Mit dem Bremer Bürgermeister Carsten Sieling sprach sich zudem erstmals ein Länderregierungschef für die Legalisierung von Cannabis aus.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/AFP

Mehr zum Thema