Politik

Schrittweise und unter Auflagen In diesen Ländern öffnen die Schulen

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In den meisten Ländern sollen die Schulen schrittweise ab dem 22. Februar wieder geöffnet werden.

(Foto: dpa)

Gegen den Willen der Kanzlerin kündigen die meisten Länder ab Ende Februar die schrittweise Öffnung der Schulen an - doch das Vorgehen ist recht unterschiedlich. Während die Mehrheit auf Wechselunterricht setzt, will Sachsen die Klassen räumlich trennen.

Bund und Länder geben die Linie auf, dass es bundesweite Vorgaben für die Öffnung der Schulen geben soll. "Die Länder entscheiden im Rahmen ihrer Kultushoheit über die schrittweise Rückkehr zum Präsenzunterricht und die Ausweitung des Angebots der Kindertagesbetreuung", heißt es im vereinbarten Beschluss. Es sollen vermehrt Schnelltests in Schulen eingesetzt werden. Medizinische Masken, Abstands- und Hygienemaßnahmen sowie regelmäßiges Lüften seien weiter nötig. Mehrere Länder haben angekündigt, auf jeden Fall in den kommenden Tagen die Grundschulen wieder öffnen zu wollen. Hier ein Überblick:

Baden-Württemberg

Für den 22. Februar plant Baden-Württemberg die Öffnung von Grundschulen und Kitas. Für die weiterführenden Schulen gilt - mit Ausnahme der Abschlussklassen - weiterhin der Distanzunterricht. "Die Kleinsten leiden am meisten unter der Pandemie", sagte Landeschef Winfried Kretschmann. "Kinder brauchen Kinder." Für die Öffnung setzt das Bundesland auf das Wechselmodell.

Berlin

In Berlin sollen die Grundschulen ab dem 22. Februar wieder schrittweise in den Präsenzunterricht gehen. Das teilte der Regierende Bürgermeister Michael Müller noch am Abend nach den Beratungen von Bund und Ländern mit. Die Öffnung werde unter strikter Einhaltung der Hygienevorschriften und im Wechselunterricht organisiert, sagte Müller.

Brandenburg

Auch in Brandenburg sollen die Grundschulen voraussichtlich am 22. Februar wieder mit Wechselunterricht öffnen. Am Freitag will das Kabinett einen entsprechenden Beschluss fassen.

Hessen

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier kündigte für sein Bundesland ebenfalls allmähliche Schulöffnungen an. "Wir werden ab dem 22. Februar Grundschulen und Klassen 5 und 6 im Wechselunterricht öffnen", so Bouffier. "Ich bin froh, dass wir uns da durchsetzen konnten." Auch Kitas in Hessen könnten ab dem 22. Februar wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb gehen.

Rheinland-Pfalz

Auch die Grundschulen in Rheinland-Pfalz sollen am 22. Februar wieder öffnen. "Es ist klar, dass mit Schulen und Kitas die ersten Schritte gemacht werden müssen", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Morgen im Ältestenrat des Landtags in Mainz. Die Landesregierung habe nach den Bund-Länder-Beratungen beschlossen, "nach der Fastnachtswoche durchzustarten mit Wechselunterricht in der Grundschule". Dann sollen die Klassen in Gruppen geteilt werden, die abwechselnd zu Hause und in der Schule lernen. Die Präsenzpflicht an den Schulen war am 16. Dezember aufgehoben worden.

Saarland

Auch im Saarland setzt die Landesregierung auf Wechselunterricht. Dort sollen die Schulen ab dem 22. Februar langsam wieder öffnen.

Sachsen

Sachsen will Grundschulen und Kitas ab kommenden Montag, dem 15. Februar, im eingeschränkten Betrieb wieder öffnen. Für Grundschüler soll jedoch die Schulbesuchspflicht vorerst aufgehoben werden. Eltern können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Die Hygienemaßnahmen würden weiter hochgehalten, hieß es. Die Regelung soll sachsenweit gelten - auch für jene Landkreise, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit noch bei mehr als 100 liegt. Eingeschränkter Regelbetrieb für Grundschulen und Kitas bedeutet die strikte Trennung von Gruppen und Klassen mit festen Bezugspersonen. "Die Kinder sollen auch außerhalb der Gruppen- und Klassenräume auf dem Gelände der Einrichtung nicht aufeinander treffen." In den Kitas kann es zu eingeschränkten Öffnungszeiten kommen.

Sachsen-Anhalt

Zwar sollen auch in Sachsen-Anhalt die Schulen und Kitas wieder öffnen - allerdings wohl erst ab dem 1. März, womit Landeschef Reiner Haseloff weitgehend den Einschätzungen der Kanzlerin folgt.

Schleswig-Holstein

Ab dem 22. Februar gehen Schulen und Kitas wieder in den Regelbetrieb - allerdings nur dort, wo der Inzidenzwert unter 100 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt. Das gilt nicht für alle Städte und Landkreise im Bundesland. "Dort wo wir die Öffnung nicht verantworten können, gilt natürlich weiterhin, dass dort keine Kitagebühren zu entrichten sind von den Eltern", sagte Günther. Kinder der Klassen 5 und 6 sollen erst einmal weiter zu Hause im Distanzunterricht bleiben. Außerdem plant das Bundesland eine erweiterte Teststrategie. Lehrkräfte und andere an Schulen und in Kitas Beschäftigte sollen sich regelmäßig testen lassen können.

Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern plant den Neustart für die Schulen wenige Tage nach dem Ende der Winterferien. Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Landtag in Schwerin sagte, sollen am 24. Februar die Klassenstufen 1 bis 6 regional zum Regelbetrieb zurückkehren. Voraussetzung sei, dass im betroffenen Landkreis oder kreisfreier Stadt stabil weniger als 50 Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen registriert wurden. Vom 8. März an sollen dann die Schüler der höheren Klassen schrittweise im Wechselunterricht an die Schulen zurückkehren.

Niedersachsen

In Niedersachsen findet seit Januar an Grundschulen bereits Unterricht in eingeschränkter Form statt. Zudem gilt vielerorts: Wer keine Betreuungsmöglichkeiten hat, kann sein Kind bringen. "Für Niedersachsen ergibt sich an dieser Stelle nicht wirklich etwas Neues, wir waren an dieser Stelle der Bundesentwicklung voraus. Und jetzt ist der Bund im Grunde genommen dabei, das Niveau einzunehmen, das wir seit einigen Wochen haben", sagte Weil in der ARD. Im Laufe des Tages soll ein 10-Punkte-Plan vorgestellt werden, wie das weitere Vorgehen bei den Öffnungen aussehen soll. Halbe Klassengrößen und entsprechende Hygienemaßnahmen werden aller Voraussicht nach Bestandteil dieses Plans sein.

Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen will ebenfalls vom 22. Februar an die Schulen schrittweise öffnen. Dies solle in Abstimmung mit den Nachbarländern Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Hessen geschehen, sagte Ministerpräsident Armin Laschet. "Unser Versprechen 'Schulen und Kitas zuerst' konnte heute eingelöst werden", so der CDU-Politiker. Die Grundschulen sollen in einem Wechselmodell öffnen. Ab einer 7-Tage-Inzidenz unter 50 werde NRW dann zum Präsenzunterricht übergehen.

Hamburg

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Hamburg will anders als viele andere Bundesländer die Grundschulen nicht vor März öffnen. Das kündigt Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher nach einer Senatsitzung an. Man werde überlegen, wie man nach den am 12. März in Hamburg endenden Frühjahrsferien weiter machen wolle. "Wir müssen vorsichtig sein", sagt Tschentscher mit Blick auf die Virus-Mutationen. Die Zahl der Neuinfektionen sinke derzeit nur noch leicht, die Virus-Varianten seien viel aggressiver.

Für die restlichen Länder - Bayern, Thüringen und Bremen - sind konkrete Termine zur Öffnung bisher noch nicht festgelegt worden.

Quelle: ntv.de, jug/rts/dpa

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