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EU-Minister treffen Pompeo London warnt vor ungewolltem Iran-Krieg

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Die USA haben ihren Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" in Richtung Iran verlegt. Hier zu sehen im Suezkanal vor der Küste von Ägypten.

(Foto: dpa)

Der Atom-Streit mit dem Iran ist ohnehin verfahren, angebliche Sabotageakte gegen Handelsschiffe vor der Golfküste sorgen für noch mehr Spannungen. Der britische Außenminister befürchtet nun, es könnte "aus Versehen" ein Krieg ausbrechen. Sein US-amerikanischer Kollege reist kurzfristig nach Brüssel.

Angesichts der Spannungen mit dem Iran und Berichten über Sabotageakte an Handelsschiffen hat Großbritannien vor einem unbeabsichtigt ausgelösten Konflikt im Persischen Golf gewarnt. "Wir sind sehr besorgt über die Gefahr, dass ein Konflikt aus Versehen ausgelöst werden könnte", sagte der britische Außenminister Jeremy Hunt beim Treffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel. Er forderte "eine Zeit der Ruhe, damit jeder versteht, was die andere Seite denkt".

Die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien hatten "Sabotageakte" gegen vier Handelsschiffe vor der Golfküste der Emirate gemeldet. Die iranische Regierung bezeichnete die Vorfälle seinerseits als "alarmierend" und forderte eine Untersuchung.

Angesichts solcher Vorfälle drohe "eine Eskalation, die von jeder Seite unbeabsichtigt ist", sagte Hunt. Er werde das Thema bei dem Treffen mit seinen europäischen Partnern und gegenüber US-Außenminister Mike Pompeo ansprechen, der kurzfristig zu Gesprächen über den Iran nach Brüssel reiste.

Hunt spielte mit seinen Äußerungen offensichtlich darauf an, dass die USA zuletzt eine Erhöhung ihrer Militärpräsenz im Nahen Osten angekündigt hatten. Hintergrund der aktuellen Spannungen zwischen den USA und dem Iran ist der Versuch der USA, die Regierung in Teheran zu einem politischen Kurswechsel zu bewegen. US-Präsident Donald Trump ist deswegen bereits vor einem Jahr aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen. Außerdem ließ er wieder Wirtschaftssanktionen einführen.

Die Europäer verurteilen diesen Schritt, weil aus ihrer Sicht mit dem Abkommen der Bau einer iranischen Atombombe verhindert werden soll. Teheran hatte vergangene Woche angekündigt, bestimmte Auflagen aus der Vereinbarung nicht mehr einzuhalten und binnen 60 Tagen mit weiteren Schritten gedroht.

Kriegsschiffe und Bomber verlegt

Washington verschärfte daraufhin seine Sanktionen gegen Teheran weiter und verlegte Kriegsschiffe und Langstreckenbomber in die Region. Dazu gehört der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln". Zudem schickte das Pentagon eine Bomberstaffel Richtung Iran und begründete dies damit, dass es Hinweise darauf habe, dass das Land Angriffe auf US-Truppen unternehmen könne. Zudem wurde die Verlegung der "USS Arlington" und eines Patriot-Systems in die Region angekündigt.

Es müsse verhindert werden, dass der Iran zu einer Atommacht werde, sagte Hunt. Denn dann würden auch die Nachbarn des Landes versuchen, sich Atomwaffen zu beschaffen. "Das ist bereits die instabilste Region der Welt. Das wäre ein massiver Schritt in die falsche Richtung."

Die EU will sich nicht dem Druck der USA beugen. "Wir sind uns in Europa einig, dass dieses Abkommen für unsere Sicherheit notwendig ist", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Rande des EU-Treffens in Brüssel. Deutschland setzt sich dort für einen Erhalt des Atomabkommens ein. Sollte der Iran seinen Verpflichtungen nachkommen, seien die Europäer für das Abkommen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert und betonte die Wichtigkeit des Treffens mit Pompeo.

Deutschland bemühe sich zudem, einen legalen Kanal für den Handel mit der Islamischen Republik aufrechtzuerhalten. Der Umgang der USA mit dem Iran setzt auch europäische Unternehmen unter Druck, weil sie US-Strafmaßnahmen fürchten müssen, wenn sie mit dem Iran Handel treiben.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP/dpa/rts

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