Politik

Kreml schickt Panzer nach Donezk NATO-Raketen treffen in der Ukraine ein

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Ein ukrainischer Soldat an der Frontlinie in der Region Donezk.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Wegen des drohenden Überfalls auf die Ukraine liefern die Balten-Staaten Panzer- und Flugabwehrraketen an Kiew. Deutschland prüft eine Lieferung von Fahrzeugen und Nachtsichtgeräten. Derweil berichten Reporter, dass ein russischer Konvoi mit neun Panzern auf dem Weg nach Donezk ist.

Die Ukraine hat eine Ladung Flugabwehrraketen von Lettland erhalten. Die Stinger-Waffensysteme sind in Kiew angekommen und wurden an die Ukraine übergeben, wie das lettische Verteidigungsministerium in Riga mitteilte. Zur Anzahl an gelieferten Raketen wurden keine Angaben gemacht. Die Lieferung war von der Regierung des baltischen EU- und NATO-Landes bei einer nicht-öffentlichen Sitzung am 15. Februar beschlossen worden. Damit soll die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine gestärkt werden. Lettland hatte zusammen mit den beiden anderen Baltenstaaten Estland und Litauen angekündigt, in den USA hergestellte Waffensysteme an Kiew zu liefern - mit Zustimmung Washingtons. Auch Litauen schickte zuvor bereits Stinger-Flugabwehrraketen in die Ukraine, Estland übergab Javelin-Panzerabwehrraketen.

Der lettische Präsident Egils Levits forderte seine Verbündeten auf, die sogenannte NATO-Ostflanke weiter zu verstärken. "Das ist ein Signal an Moskau seine Aggressionen nicht fortzusetzen", sagte Levits im Interview mit ntv. "Das ist eine angemessene Antwort auf die Zuspitzung der Lage, die Russland verursacht hat." Gleichzeitig forderte er die Verbündeten auf, Waffen in die Ukraine zu liefern, damit sich diese selbst verteidigen könne.

Die Entscheidung, die Gaspipeline Nord Stream 2 vorerst auf Eis zu legen, begrüßte Levits und warnte, halbe Maßnahmen reichten nicht aus. Die Bundesregierung prüft nach Angaben von Außenministerin Annalena Baerbock die Lieferung von Nachtsichtgeräten und Fahrzeugen an die Ukraine. Das sagt die Außenministerin in einer Sitzung des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages.

Auch auf russischer Seite läuft die weitere Bewaffnung: Nach Angaben eines Reuters-Reporters vom frühen Abend bewegten sich zwei Konvois mit Militärgütern von Richtung russischer Grenze kommend auf die Stadt Donezk in der Ostukraine zu. Teil eines Konvois seien neun Panzer. Im zweiten seien LKws und Tanklastwagen unterwegs. Die Kennungen der Fahrzeuge seien nicht zuzuordnen.

Massiver Cyberangriff auf Kiew

In der Ukraine wächst angesichts eines massiven russischen Truppenaufmarschs an ihren Grenzen die Angst vor einer Invasion. Kreml-Chef Wladimir Putin hatte am Montag die Unabhängigkeit der beiden Separatisten-Gebiete in der Ostukraine anerkannt und die Entsendung russischer Soldaten in die Region angekündigt.

Derweil hieß es in Kiew, die Ukraine sei erneut zum Ziel eines "massiven" Cyberangriffs geworden. Betroffen von der Attacke seien Websites der Regierung und mehrerer Banken, sagte Vize-Regierungschef Mychailo Fedorow in Kiew. So ließen sich am Nachmittag unter anderem die Homepages des ukrainischen Kabinetts und des Außenministeriums nicht öffnen. Der Großteil der wichtigsten Nachrichtenportale in der Ukraine funktionierte aber, ebenso wie die Websites der meisten Banken und öffentlichen Einrichtungen. Fedorow sagte, den funktionierenden Websites sei es gelungen, "den Verkehr auf einen anderen Anbieter umzuleiten, um den Schaden zu minimieren".

Die Ukraine war bereits im Januar Ziel einer Cyberattacke geworden. Auch damals wurden Regierungswebsites und die Internetpräsenz mehrerer Banken für mehrere Stunden lahmgelegt. Kiew machte Russland für diesen Angriff verantwortlich. Moskau wies die Anschuldigungen zurück.

Quelle: ntv.de, mau/AFP/rts

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