Politik

"Konstruktiver Partner" Obama lobt Russland

Seit Langem gilt das Verhältnis von US-Präsident Obama und dem russischen Staatschef Putin als belastet. Doch nun findet Obama lobende Worte. Grund ist ausgerechnet der Umgang Moskaus mit Syrien.

US-Präsident Barack Obama hat Russland für dessen Haltung während der internationalen Syrien-Konferenz in Wien gelobt. Russland sei "ein konstruktiver Partner" in Wien gewesen und habe versucht, einen "politischen Übergang" in Syrien zu erreichen, sagte Obama in der philippinischen Hauptstadt Manila. Der US-Präsident verwies zwar auf die fortdauernden Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad. In Wien hätten diese Differenzen aber nicht die Diskussionen über Möglichkeiten einer Waffenruhe behindert.

Bei der internationalen Syrien-Konferenz in Wien war am Wochenende ein Fahrplan zur Überwindung des Bürgerkriegs beschlossen worden. Danach sollen innerhalb von 18 Monaten eine Übergangsregierung gebildet und Wahlen abgehalten werden. Bis zum 1. Januar soll ein gemeinsames Treffen von Vertretern der Opposition und der Regierung in Damaskus einberufen werden.

In den vergangenen Jahren waren internationale Bemühungen für eine Lösung im Syrien-Konflikt vor allem an den Differenzen zwischen Russland und dem Westen gescheitert. Moskau hält an Assad fest, während der Westen dessen Ablösung fordert. Obama äußerte die Hoffnung, dass Russland sich in Syrien künftig stärker auf den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) konzentriere als auf die Verteidigung Assads.

Putin hatte am Dienstag Vergeltung für den mutmaßlichen Anschlag auf einen russischen Passagierjet über der Sinai-Halbinsel im Oktober angekündigt, bei dem alle 224 Insassen getötet worden waren. Es gilt inzwischen als wahrscheinlich, dass der Absturz durch eine Bombe ausgelöst wurde, auch der russische Geheimdienst FSB stufte den Absturz am Dienstag als Anschlag ein. Der IS hatte sich zu der Tat bekannt. Am Dienstag flog die russische Luftwaffe neue Angriffe auf IS-Stellungen in Syrien. Zudem vereinbarte Putin mit Frankreichs Präsident François Hollande, in Syrien militärisch und geheimdienstlich enger zusammenzuarbeiten.

Quelle: ntv.de, hul/dap/AFP

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