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Gemeinsamer Kampf gegen IS? Obama schickt einen Brief nach Teheran

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Wieviel Absprache gibt es zwischen Obama und Chamenei?

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Feind meines Feindes ist mein Freund - heißt ein Bonmot der Militärstrategen. Will US-Präsident Obama jetzt tatsächlich gemeinsam mit dem Iran gegen die Terrormiliz Islamischer Staat vorgehen? Offiziell hält sich das Weiße Haus noch zurück.

US-Präsident Barack Obama hat nach einem Bericht des "Wall Street Journal" dem Iran einen Deal für eine mögliche Zusammenarbeit im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeboten. Er habe bereits Mitte Oktober einen geheimen Brief an den obersten Führer in Teheran, Ajatollah Ali Chamenei, geschrieben, berichtet die Zeitung. Voraussetzung einer Zusammenarbeit sei eine Einigung bei den gegenwärtigen Verhandlungen im Atomstreit mit Teheran.

Die Zeitung beruft sich auf namentlich nicht genannte Quellen. In Washington gibt es zwar seit längerem Spekulationen, dass der Iran und die USA ihre Kräfte im Kampf gegen die IS bündeln könnten. Hintergrund ist, die meisten Iraner sind Schiiten, die Terrormilizen gehören der sunnitischen Glaubensrichtung des Islam an.

Die Bekämpfung der Terrormiliz - die in Nahost ein großes Kalifat aufbauen will - gehört auch zu den strategischen Zielen Teherans. Die USA bombardieren seit Wochen IS-Stellungen in Syrien und im Irak.

Geheimdiensterkenntnisse sind tabu

Aus dem Weißen Haus wurde der Bericht bislang nicht bestätigt. Regierungssprecher Josh Earnest sagte, er könne nichts zu "privaten Korrespondenzen" des Präsidenten sagen. Earnest betonte allerdings, die USA würden im Kampf gegen die Terrormilizen nicht militärisch mit dem Iran zusammenarbeiten. Man gebe auch keine Geheimdiensterkenntnisse weiter.

Allerdings räumte Earnest ein, dass es hinter den Kulissen Gespräche gegeben habe. So sei das Thema unlängst am Rande der Atomverhandlungen in Wien angesprochen worden. Die Atomgespräche in Wien zwischen den Westmächte und dem Iran treten derzeit in ihre heiße Phase. Am 24. November läuft die Frist zu einer Einigung ab. Allerdings ist bereits von einer möglichen Verlängerung die Rede.

Der Westen will sicherstellen, dass der Iran keine Atomwaffen baut und sein Nuklearprogramm zurückfährt. Mit dem Iran verhandelt die sogenannten 5+1-Gruppe, das sind die USA, China, Russland, Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

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