Politik

Putin-Gegner stirbt in Moskau Obama verurteilt "brutale Ermordung"

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Auf offener Straße erschossen: Boris Nemzow, hier bei einer Großkundgebung in Moskau im Jahr 2012.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Mord an Kremlkritiker Nemzow schlägt international hohe Wellen. Aus dem Weißen Haus in Washington heißt es, Moskau müsse eine transparente Aufklärung sicherstellen. Der US-Präsident spricht dem russischen Volk sein Beileid aus.

US-Präsident Barack Obama hat die "brutale Ermordung" des russischen Oppositionspolitikers Boris Nemzow scharf verurteilt. In einer vom Weißen Haus verbreiteten Erklärung wird die russische Führung zu einer "schnellen, unvoreingenommenen und transparenten" Aufklärung des Verbrechens aufgefordert.

Moskau müsse sicherstellen, "dass jene, die für diese bösartige Tat verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen werden", hieß es in der Erklärung. Nemzow war am späten Freitagabend in Kremlnähe von hinten erschossen worden. Der Täter flüchtete nach ersten Ermittlungen in einem Auto.

In Sichtweite des Kreml

Obama würdigte Nemzows "tapferen Einsatz" gegen die Korruption in Russland. Er sprach der Familie Nemzows sein Beileid aus, ebenso wie dem russischen Volk, das "einen der engagiertesten und eloquentesten Verteidiger seiner Rechte" verloren habe.

Nemzow sei ein unermüdlicher Fürsprecher seines Landes gewesen, würdigte Obama den erklärten Gegner der Moskauer Regierungspolitik, der insbesondere auch Russlands Präsidenten Wladimir Putin wiederholt für sein Vorgehen im Ukraine-Konflikt kritisiert hatte. Nemzow habe für seine Mitbürger die Rechte zu erreichen versucht, auf die alle Menschen Anspruch hätten.

"Sie haben Boris umgebracht"

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko äußerte sich schockiert über den Mord an Nemzow. "Sie haben Boris umgebracht. Es ist kaum zu glauben. Ich habe keine Zweifel, dass die Täter bestraft werden. Früher oder später", schrieb der prowestliche Staatschef in der Nacht auf Twitter. Nemzow war ein glühender Unterstützer des prowestlichen Kurses in der Ukraine.

Russlands Präsident Putin sprach am Abend ebenfalls von einem "brutalen Mord" an seinem politischen Gegner. Die Bluttat weise alle Anzeichen eines Auftragsmordes auf, erklärte Putins Sprecher Dimitri Peskow in der Nacht. Putin sprach in diesem Zusammenhang von einer "Provokation", mit der nicht näher genannte Kräfte den russischen Politikbetrieb stören wollten.

Der Präsident habe den Angehörigen des Oppositionellen sein Beileid ausgesprochen, hieß es aus dem Kreml weiter. Zudem habe Putin die leitenden Mitarbeiter der obersten Ermittlungsbehörde, des Innenministeriums und des Inlandsgeheimdienstes FSB angewiesen, die Ermittlungen persönlich in die Hand zu nehmen.

Quelle: ntv.de

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