Politik

Aufruf zur Gewalt auf Youtube Razzia gegen rechtsextreme Hip-Hopper

In Berlin und Brandenburg durchsucht die Polizei Wohnungen von Rechtsextremen. Darunter sind Mitglieder einer rechten Hip-Hop-Band. Zwei mutmaßliche Mitglieder der "Oldschool Society" sitzen derweil in Untersuchungshaft.

Die Polizei hat bei einer Razzia in Berlin und Brandenburg Wohnungen von Rechtsextremen durchsucht. Hintergrund seien Ermittlungen des Staatsschutzes gegen vier Rechtsextreme wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung, des Betrugs und Raubs, berichtet die "Berliner Zeitung". Drei der Beschuldigten seien demnach Mitglieder der rechtsextremen Hip-Hop-Band "A3Stus".

Insgesamt wurden laut der Zeitung sieben Objekte durchsucht, unter anderem in Hohenschönhausen, im Prenzlauer Berg sowie im brandenburgischen Bernau. Demnach wird den Verdächtigen vorgeworfen, ein volksverhetzendes Lied bei Youtube hochgeladen zu haben, das zu Gewalt und Hass gegen Juden aufruft.

Verdächtige der OSS in U-Haft

Derweil sitzen zwei der vier am Mittwoch festgenommenen mutmaßlichen Mitglieder der rechten Terrorgruppe "Oldschool Society" (OSS) in Untersuchungshaft. Bei den beiden Männern handelt es sich zum einen um den in Augsburg festgenommenen 56-jährigen Andreas H., der der Rädelsführer der Gruppe gewesen sein soll. Der zweite Mann ist ein 47-Jähriger, der in Bochum festgenommen worden war.

Ein Ermittlungsrichter habe die Untersuchungshaft angeordnet, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Die beiden anderen mutmaßlichen OSS-Mitglieder sollen nun noch in Karlsruhe verhört werden. Dabei handelt es sich um den 39-jährigen Markus W., der sich selbst als "Vizepräsident" der OSS bezeichnet haben soll, und um eine 22-jährige Frau. Beide sind in Sachsen festgenommen worden.

Spezialeinheiten der Polizei hatten am Mittwoch die bisher unbekannte rechtsextreme Terrorgruppe OSS zerschlagen. Sie sollen sich Sprengmittel besorgt und Anschläge auf bekannte Salafisten, Moscheen und Asylbewerberheime geplant haben. Die Anschlagspläne waren nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden bereits weit fortgeschritten: Die "Leipziger Volkszeitung" zitiert Polizeikreise, wonach ein Angriff auf ein Asylbewerberheim im sächsischen Borna am kommenden Wochenende gerade noch habe verhindert werden können.

Es habe die große Gefahr bestanden, dass die Mitglieder der Gruppe ihre Ziele umsetzen würden, sagte der Chef des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". "Wir hatten wegen ihrer Gewaltfantasien Sorge, dass sie völlig durchdrehen", sagte er. Nach Informationen der "Welt" sollen einige Führungskader aus dem Spektrum des organisierten Rechtsextremismus stammen. So soll einer ein ehemaliges NPD-Mitglied sein, ein anderer wiederum der inzwischen verbotenen nordrhein-westfälischen Kameradschaft "Aachener Land" angehört haben. Die Bundesanwaltschaft ermittelt noch gegen fünf weitere Verdächtige. Sie wurden bisher nicht festgenommen.

Quelle: ntv.de, mli/dpa