Politik

NRW-CDU muss Nachfolge klären SPD gewinnt auch in Laschets Heimat

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Die Zukunft von Armin Laschet ist nach der Bundestagswahl offen.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Nicht einmal in seiner Heimat konnte Armin Laschet die Wählerinnen und Wähler überzeugen: Sein Wahlkreis geht an einen Grünen, Nordrhein-Westfalen an die SPD. Die schickt bereits eine Kampfansage in Richtung der CDU, denn im Mai wird schon wieder gewählt.

Die SPD ist bei der Bundestagswahl in Nordrhein-Westfalen mit 29,1 Prozent der Zweitstimmen stärkste Kraft geworden. Das hat der Bundeswahlleiter am frühen Morgen nach Auszählung aller 64 Wahlkreise mitgeteilt. Die CDU kommt laut dem vorläufigen Endergebnis auf 26 Prozent der Zweitstimmen, die Grünen stehen bei 16,1 Prozent. Viertstärkste Kraft ist die FDP mit 11,4 Prozent vor der AfD mit 7,3 Prozent. Die Linke scheitert mit 3,7 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

Auch in der Heimat von Kanzlerkandidat Armin Laschet setzte es für die Union eine Niederlage. Im Wahlkreis Aachen I gewann der Grünen-Politiker Oliver Krischer das Direktmandat. Der langjährige Bundestagsabgeordnete aus Düren erreichte 30,2 Prozent der Erststimmen. Der 67-jährige CDU-Gesundheitspolitiker Rudolf Henke kam auf 25,6 Prozent.

Laschet selbst war nicht für ein Direktmandat angetreten, will aber über die nordrhein-westfälische Landesliste der CDU in den Bundestag einziehen. Trotz der Niederlage seiner Partei will er versuchen, als Kanzler eine unionsgeführte Regierung zu bilden. Weiterhin hatte Laschet angekündigt, unabhängig vom Wahlergebnis in Berlin bleiben zu wollen.

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SPD spürt Rückenwind

Für die CDU in Nordrhein-Westfalen beginnt damit die Suche nach einem Nachfolger. Bereits im Mai sind die Menschen in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland erneut zur Wahl aufgerufen. Die SPD ist nach dem guten Abschneiden bei der Bundestagswahl optimistisch, die Union auch bei der Landtagswahl besiegen zu können. Die Sozialdemokraten treten bei der Abstimmung mit NRW- Partei- und Fraktionschef Thomas Kutschaty als Spitzenkandidaten an. Er bezeichnete das schlechteste Ergebnis der CDU bei einer Bundestagswahl in NRW als "deutliches Misstrauensvotum für schwache vier CDU-Jahre in NRW".

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Wie lange der Klärungsprozess innerhalb der NRW-CDU dauern wird, ist nicht absehbar. Die Kreisverbände können bis 18. Oktober Kandidatenvorschläge für den Landesvorsitz machen. Am 23. Oktober soll ein Landesparteitag in Bielefeld darüber entscheiden, wer Nachfolger von Armin Laschet als CDU-Landeschef wird. Aus Parteikreisen heißt es, es sei wahrscheinlich, dass Laschet in den Tagen rund um den Parteitag auch sein Amt als Ministerpräsident zur Verfügung stellen werde. Spätestens am 26. Oktober müsste Laschet zudem erklären, ob er sein Bundestagsmandat annimmt, sollte er eines erhalten. Dieser Tag ist der letztmögliche Termin für das neugewählte Parlament, zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenzukommen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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