Politik

"Zeigen Sie Menschlichkeit" Sachsen verurteilt Rechten-Attacke

Die Serie an Angriffen auf Flüchtlinge, ihre Unterkünfte und Unterstützer reißt nicht ab: In Dresden gehen Asylgegner auf Demonstranten los. Es fliegen Steine, Böller und Flaschen. Die sächsische Landesregierung will das nicht hinnehmen.

Sachsens Landesregierung hat die jüngste Gewalt im Zusammenhang mit dem Dresdner Zeltlager für Flüchtlinge verurteilt. Angriffe auf Mitarbeiter des Roten Kreuzes "und Körperverletzungen gegenüber Menschen, die Flüchtlinge willkommen heißen, sind nicht hinzunehmen. Hier werden Grenzen überschritten", sagte Staatskanzlei-Chef Fritz Jaeckel.

Diejenigen, die das tun, werde man verfolgen und zur Rechenschaft ziehen, betonte der CDU-Politiker. Gleichzeitig forderte Jaeckel die Dresdner auf, die Flüchtlinge willkommen zu heißen: "Zeigen Sie Menschlichkeit!" Bund und Länder würden derweil schnellere Asylverfahren vorbereiten, Ergebnisse seien im Frühherbst zu erwarten.

Am Freitagabend hatten die ersten Flüchtlinge die Zeltstadt in Dresden bezogen. Etwa 200 Menschen empfingen sie mit Applaus. Zuvor hatten 200 Rechtsextreme bei einer NPD-Demo rund 350 Gegendemonstranten vor dem Zeltlager attackiert. Drei Menschen wurden verletzt. Flaschen und Steine flogen. Polizisten gingen dazwischen. Sie nahmen einen Mann fest.

Die sächsische Landeshauptstadt will bis zu 800 vor allem aus Syrien kommende Menschen in der Zeltstadt aufnehmen. Betreiber ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Asylgegner hatten Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes schon am Donnerstag beim Aufbau der Zeltstadt gestört und teils bedroht.

Quelle: ntv.de, hul/dpa