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Kampf gegen den IS Syrien setzt neue russische Kampfjets ein

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Russischer Waffenexport: Ein syrischer Kampfjet vom Typ Mig-23 bombardiert IS-Stellungen in der Nähe von Damaskus.

(Foto: REUTERS)

Russland unterstützt die syrischen Regierungstruppen im Kampf gegen den IS mit Waffen und Panzern. Zuletzt soll Moskau sogar Kampfflugzeuge geschickt haben. Stimmt, sagt das syrische Militär – die Jets seien auch schon im Einsatz.

Die syrische Luftwaffe benutzt nach Angaben eines Militärsprechers neue russische Kampfflugzeuge in dem Bürgerkriegsland. Seit mehr als zehn Tagen seien von Russland gelieferte Jets im Einsatz, sagte der Militär-Angehörige. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass die Luftwaffe des Regimes von Machthaber Baschar Al-Assad russische Maschinen zur Bombardierung der von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS)kontrollierten Städte Palmyra und Al-Rakka einsetze.

Die syrische Armee hat nach eigenen Angaben in den letzten Tagen von Russland mindestens fünf Kampfflugzeuge erhalten. Moskau habe zudem Aufklärungsflugzeuge und weiteres "hochentwickeltes Militärmaterial" für den Kampf gegen den IS geliefert, wie es aus ranghohen Militärkreisen in Damaskus hieß. Die Flugzeuge erlaubten es, mit "großer Präzision" mögliche Angriffsziele zu identifizieren.

Russland gilt als der engste Verbündete des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und unterstützt dessen Regime trotz westlicher Kritik seit Jahren mit Waffen. Der Westen, allen voran die USA, hatten in den vergangenen Wochen ihre Sorge über ein größeres Militär-Engagement Russlands in Syrien geäußert. Russland hatte die Lieferung von Waffen und die Entsendung von Militärberatern nach Syrien laut den USA zuletzt verstärkt.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte für eine internationale Koalition im Kampf gegen den IS geworben. Moskau besteht darauf, dass daran auch die syrische Armee beteiligt werden würde. Das stößt vor allem bei der vom Westen unterstützten Opposition des Bürgerkriegslandes auf scharfe Kritik. Der Iran hat den russischen Vorschlag hingegen begrüßt. Sein Land sei zu gemeinsamen Aktionen bereit, sagte der iranische Vizeaußenminister Hussein Amirabdullahian in Moskau. Eine Einheitsfront gegen den Terror sei dringend nötig.

Russland stimmt sich mit Israel und Iran ab

Auch der Iran bekräftige seine Forderung auf eine Beteiligung des syrischen Präsidenten an einer politischen Lösung des Konflikts. "Welcher Schritt auch unternommen wird - Assad wird Teil der Krisenbewältigung sein", sagte der Vizeaußenminister der Agentur Interfax zufolge.

Derweil haben auch Putin der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu über die Militäraktionen ihrer Länder in Syrien gesprochen. Sie hätten sich auf einen Mechanismus zur Koordinierung der Einsätze geeinigt, um Konfrontationen ihrer Luftwaffe zu vermeiden, hieß es vom Büro des israelischen Ministerpräsidenten. Vorher hatten sich schon die Verteidigungsminister der USA und Russlands über den Kampf gegen den IS miteinander abgestimmt.

Internationalen Medienberichten zufolge hat die israelische Luftwaffe seit 2013 rund ein Dutzend Mal Waffendepots sowie Transporte von Rüstungsgütern in Syrien und im Grenzraum zum Libanon angegriffen, um die Lieferung hochentwickelter Waffensysteme an die schiitische Hisbollah-Miliz zu verhindern. Israel hat die Berichte bislang weder dementiert oder bestätigt. Netanjahu sagte aber in Moskau: "Um uns zu schützen, unternehmen wir Aktionen und wenn wir dies tun, ist es für jeden - inklusive Russland - wichtig zu wissen, wie wir vorgehen. Das sollte vorher und nicht nachher geschehen."

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/AFP/rts

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