Politik

Hauptgeldgeber für Al-Kaida Terrorist packt gegen Familie Saud aus

bin laden.jpg

Der 2011 getötete Al-Kaida-Chef Osama bin Laden (r.) soll über Kuriere Kontakt bis in höchste Ebenen des saudischen Königshauses gehabt haben.

(Foto: REUTERS)

In den USA soll ein aufwendiger Prozess klären, wie viel Saudi-Arabien mit dem 11. September zu tun hat. Für Aufsehen sorgt die Aussage eines Ex-Mitglieds, das Kurier für Osama bin Laden war und Kontakt bis in höchste Ebenen des saudischen Königshauses hatte.

Prominente Mitglieder der saudischen Königsfamilie sollen nach Angaben des verurteilten Terroristen Zacharias Moussaoui das Terrornetz Al-Kaida in den 1990er Jahren finanziell unterstützt haben. Das behauptete Moussaoui im vergangenen Jahr in einem Brief an einen Richter an einem US-Bundesgericht in New York. Die "New York Times" zitiert daraus.

moussaoui.jpg

Zacarias Moussaoui wurde vor den Anschlägen vom 11. September festgenommen. Er sollte ursprünglich eines der Flugzeuge steuern.

(Foto: REUTERS)

Moussaouis Aussagen seien in ein Gerichtsverfahren eingeflossen, das Angehörige der Opfer der Anschläge vom 11. September gegen Saudi-Arabien anstrengen. Neu ist, dass damals einzelne hochrangige Mitglieder der saudischen Herrscherfamilie angeblich zu den Hauptgeldgebern Al-Kaidas gehört haben sollen.

Dass das saudische Königshaus und die USA in den 1980er Jahren gemeinsam militante Islamisten in Afghanistan unterstützten und damit die Voraussetzungen für die Entstehung von Al-Kaida schufen, ist schon lange erwiesen. Das Ausmaß der saudischen Verstrickung mit Al-Kaida kurz vor dem 11. September 2001 ist dagegen nicht aufgeklärt.

Die neuen Anschuldigungen kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt sowohl für die Saudis als auch die Amerikaner. Vor knapp zwei Wochen starb der langjährige König Abdullah, der die Amtsgeschäfte im Königreich zuvor schon als Kronprinz und damit insgesamt fast 20 Jahre lang geführt hatte. Der Häftling Moussaoui behauptet, auch dem nun zum König aufgerückten damaligen Kronprinzen Salman als Kurier Briefe von Osama bin Laden überbracht zu haben.

Viele Al-Sauds mischten direkt mit

Moussaoui sagte laut "New York Times", dass er in seiner aktiven Zeit für Al-Kaida in Afghanistan 1998 oder 1999 beauftragt worden sei, eine Datenbank mit den Sponsoren von der Terrororganisation anzulegen. Dabei seien auch die Namen von Prinz Turki al-Faisal (damals Geheimdienstchef), Prinz Bandar bin Sultan (Botschafter in den USA von 1983 bis 2005) und dem Multimilliardär Prinz Walid bin Talal aufgetaucht. Auch die Namen führender Geistlicher seien darunter gewesen.

Moussaoui hat nach eigenen Angaben als Kurier für Osama bin Laden gearbeitet und einen Anschlag auf die US-Botschaft in London vorbereitet. Er will sogar mit einem Mitarbeiter der saudischen Botschaft in den USA über einen Plan diskutiert haben, mit einer Stinger-Rakete die Präsidentenmaschine "Air Force One" abzuschießen.

Die saudische Botschaft weist die Anschuldigungen der Zeitung zufolge zurück. Moussaoui sei erwiesenermaßen "ein geistesgestörter Krimineller". Der Franko-Marokkaner Moussaoui ist 2006 in den USA zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er war lange als 20. Entführer der Anschläge vom 11. September verdächtigt worden. Er hatte im Jahre 2001 zahlreiche Flugstunden genommen und Verbindungen mit Al-Kaida-Zellen in Deutschland gehabt. Bei der Einreise in die USA war er wenige Wochen vor den Anschlägen festgenommen worden. Er sagte später aus, er sei als Entführer für ein fünftes Flugzeug vorgesehen gewesen.

Quelle: ntv.de, nsc/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen