Politik

Sorge vor Stellvertreterkrieg Trump und Erdogan telefonieren zu Libyen

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Kämpfer der international anerkannten Regierung bejubeln einen erfolgreichen Vorstoß in Tripolis.

(Foto: imago images/Xinhua)

Libyen befindet sich seit dem Sturz von Machthaber Muammar Gadaffi 2011 im Bürgerkrieg. In den letzten Monaten gewinnt der Konflikt an Brisanz: Angesichts der Türkei auf der einen Seite sowie Russland und Ägypten auf der anderen, warnen die Vereinten Nationen vor einem Stellvertreterkrieg.

Die USA und die Türkei wollen nach Angaben aus Ankara ihre enge politische und militärische Zusammenarbeit fortsetzen. Darauf hätten sich die beiden Präsidenten Donald Trump und Recep Tayyip Erdogan in einem Telefonat verständigt, teilte die türkische Regierung mit. In dem Gespräch ist es demnach hauptsächlich um die chaotische Lagen in Libyen und in Syrien gegangen. Das Weiße Haus erklärte, Trump habe seinen Wunsch nach zügiger Deeskalation in Libyen zum Ausdruck gebracht. Es sei zudem darüber gesprochen worden, die Wirtschaft weltweit nach der Virus-Krise wieder zu öffnen.

Die Türkei unterstützt in Libyen die international anerkannte Regierung und hat in den vergangenen Wochen deutliche militärische Gewinne in Kämpfen gegen Truppen des Rebellenführers Chalifa Haftar verzeichnet. Haftar will die Regierung stürzen. Er wird von Russland, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt.

Libyen befindet sich seit dem Sturz des damaligen Machthabers Muammar Gadaffi 2011 im Bürgerkrieg. Seit 2014 bekämpfen sich vor allem der im Osten herrschende Haftar mit seinen Milizen und die libysche Armee im Westen. Vor gut einem Jahr hatte Haftar eine Offensive seiner Libyschen Nationalarmee (LNA) auf Tripolis angeordnet.

In den vergangenen Wochen mussten sie aber Rückschläge einstecken. Verbündete der Regierung mit Sitz in Tripolis hatten vor einigen Tagen die strategisch wichtige Luftwaffenbasis Al-Watia nahe der tunesischen Grenze eingenommen. Die Regierung wird von der Türkei militärisch unterstützt.

Die Vereinten Nationen verfolgen die Entwicklung mit großer Sorge. Die UN-Mission in dem Bürgerkriegsland (UNSMIL) hatte zuletzt eine Zunahme von Angriffen auf Zivilisten, außergerichtlichen Bestrafungen, Plünderungen und Brandschatzungen registriert. UN-Libyen-Vermittlerin Stephanie Williams warnte angesichts der stärker werdenden ausländischen Einmischung zudem vor einem Stellvertreterkrieg.

Quelle: ntv.de, chr/rts/dpa