US-Wahl 2020

US-Wahl-Liveticker +++ 22:18 Chef von Wahlsystem-Firma rechnet mit "bizarren" Anschuldigen aus Trump-Team ab +++

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Wahlmaschine der Firma Domion, wie sie bei der US-Wahl eingesetzt wurde.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Eine der beliebtesten Zielscheiben von US-Präsident Donald Trump und seinen Unterstützern war in den vergangenen Wochen die auf Wahltechnologie spezialisierte Firma Dominion Voting Systems. So hatte die ehemalige Anwältin in Trumps Team, Sidney Powell, vor etwas mehr als einer Woche behauptet, das System der Dominon-Wahlmaschinen würde Stimmen "umwandeln", und mit einer Wahlsoftware - Smartmatic - arbeiten, die in Venezuela "auf Anweisung von Hugo Chavez" erstellt worden sei, dem 2013 verstorbenen Ex-Präsidenten des Landes. Dem Chef von Dominion, John Poulos, reicht es nun offenbar. In einem Meinungsbetrag im "Wall Street Journal" wies er die "Lügen und Verleumdungen" über die Dominion-Wahlmaschinen entschieden zurück. "Die Anschuldigungen gegen Dominion sind bizarr", schrieb er. Dominion sei ein amerikanisches Unternehmen, das seinen Hauptsitz jetzt in Denver habe. "Es hat keine Verbindungen zu Hugo Chavez, dem verstorbenen Diktator von Venezuela." Zudem verwende keines der Systeme die Smartmatic-Software. "Es gibt keinen geheimen Algorithmus, der Stimmen umwandelt", schrieb Poulos.

+++ 21:04 Gouverneur von Georgia deutet an, Trump habe ihn zu illegalem Eingriff in US-Wahl aufgefordert +++
Der republikanische Gouverneur von Georgia, Brian Kemp, hat angedeutet, dass US-Präsident Donald Trump ihn zu einem gesetzwidrigen Eingriff in die Wahl in seinem Bundesstaat aufgefordert habe. Trump hatte Kemp zuvor auf Twitter nahegelegt, er möge Gebrauch von seinen "Notstandsbefugnissen" machen, um die Unterschriften auf den Briefwahlumschlägen erneut verifizieren zu lassen (siehe Eintrag von 16:12 Uhr). Kemp-Sprecher Cody Hall wurde daraufhin deutlich: "Das Gesetz von Georgia verbietet es dem Gouverneur, sich in die Wahlen einzumischen", berichtet die "Washington Post".

+++ 19:55 US-Bundesstaat Arizona bestätigt Wahlsieg von Biden +++
Mit Arizona hat ein weiterer umkämpfter US-Bundesstaat das Endergebnis der US-Wahl bestätigt, wie US-Medien berichten. Der Sieger dort ist der gewählte Präsident Joe Biden. Das Ergebnis war denkbar knapp: Biden gewann in der ehemaligen republikanischen Hochburg mit einem Vorsprung von gerade mal etwas mehr als 10.000 Stimmen. Trumps Anwälte scheiterten vor Gericht mit Klagen gegen das Wahlergebnis. Die Bestätigung der Wahlergebnisse in Arizona hat auch den Nebeneffekt, dass die Mehrheit von Trumps Republikanern im Senat von 53 auf 52 Stimmen schrumpfen wird. Der Demokrat Mark Kelly, der die republikanische Senatorin Marthy McSally besiegte, soll bereits diese Woche vereidigt werden, weil es eine Sonderabstimmung war. Die restlichen neu gewählten Senatoren werden erst Anfang 2021 vereidigt.

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+++ 19:12 Trumps Pressesprecherin bezeichnet Bericht über Bidens Frauen-Team als "Fake News" +++
Kurz nachdem Joe Biden sein nur aus Frauen bestehendes Kommunikationsteam vorstellt, kommt Häme vom bestehenden Kommunikationsteam des amtierenden US-Präsidenten: Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany schrieb in einer ersten Reaktion auf Twitter, dass auch in den Kommunikationsteams von Donald Trump, seinem Vize Mike Pence und deren Gattinnen alle hochrangigen ("Seniors") Mitarbeiter Frauen seien. Mit Verweis auf einen Screenshot der "Washington Post" (Wapo), die über Bidens Senior-Frauen-Team berichtet hatte, schrieb McEnany: "Die komplett diskreditiert 'Washington Post' enthüllt einmal mehr ihre Neigung zu blendenden, propagandistischen Fake News." In einer darauf folgenden Analyse betonte die Wapo jedoch, dass im Kommunikationsteam von Trump mit Judd Deer und Brian Morgenstern zumindest zwei Männer in stellvertrendenen Positionen seien. Bei Biden seien auch diese Posten mit Frauen besetzt worden. "Objektiv gesehen wird Bidens Team weiblicher sein", schrieb Wapo-Autor Aaron Blake.

+++ 18:05 Trumps Zustimmungswerte sinken - Bidens steigen kräftig +++
Dies dürfte den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump nicht erfreuen: Seine Zustimmungswerte sinken, während die des gewählten Präsidenten Joe Biden steigen. Wie das Meinungsforschungsinstitut Gallup ermittelte, sank Trumps Zustimmung unter den Befragten seit der US-Wahl um 3 Prozentpunkte auf 42 Prozent. Biden hingegen konnte um 6 Prozentpunkte auf 55 Prozent Zustimmung zulegen.

+++ 17:23 Melania Trump dekoriert das Weiße Haus - entgegen bekundeter Abneigung +++
Eigentlich ist das weihnachtliche Schmücken nicht die Sache von First Lady Melania Trump - jedenfalls hatte sie Entsprechendes gegenüber ihrer einstigen Freundin Stephanie Winston Wolkoff am Telefon geäußert. Vor wenigen Wochen waren Mitschnitte des Telefonats öffentlich geworden. Dennoch gibt die First Lady sich offenbar auch dieses Jahr wieder Mühe, ihre Aufgabe zu erfüllen: Die aktuelle Weihnachtsdekoration im Weißen Haus ist nun enthüllt worden. Sie umfasst 62 Weihnachtsbäume, knapp 125 Kilo Lebkuchenteig und Tausende Lichter. Melania Trump schrieb auf Twitter, die Dekoration würdige die "Erhabenheit" Amerikas.

+++ 16:49 Trump verliert Twitter-Follower seit Wahlniederlage - Biden gewinnt viele hinzu +++
Noch ein Rückschlag für Donald Trump: Seit er die Wahl gegen Joe Biden verloren hat, verliert der amtierende US-Präsident auch Twitter-Follower - der gewählte Präsident Biden hingegen hat ordentlich an Followern hinzugewonnen. Das berichtet der "Guardian" mit Verweis auf Factbase, einer Website, die Trumps öffentliche Äußerungen verfolgt. Demnach hat Trump seit dem 17. November bereits 133.902 Follower verloren. Biden hingegen hat seitdem 1.156.610 Follower hinzugewonnen. Dennoch hat Trump mit rund 88,8 Millionen Followern immer noch mehr als viermal so viele Follower wie Biden mit seinen rund 20,2 Millionen.

+++ 16:12 Trump übt Druck auf Gouverneur von Georgia aus - dieser soll "Notstandsbefugnisse" nutzen +++
Seinen Kampf um die verlorene US-Wahl setzt Trump in neuen Tweets fort. Zwei davon richtet er an den republikanischen Gouverneur des US-Bundesstaates Georgia, Brian Kemp. Trump wiederholt darin seine Forderung, dass in Georgia bei allen per Briefwahl abgegebenen Stimmen erneut die Unterschriften verifiziert werden sollten. Warum Kemp nicht seine "Notstandsbefugnisse" nutze, um "eine Überprüfung der Unterschriften auf den Umschlägen zu erreichen?", twittert Trump. Um am Ende noch ein "Get it done!" hinterherzuschieben: "Erledigen Sie es!" Doch die Sache hat einen Haken: Die Unterschriften wurden bereits beim Öffnen der Umschläge mit den bei den Behörden hinterlegten Unterschriften abgeglichen. Danach wurden die Umschläge aufgrund des Wahlgeheimnisses von den Wahlzetteln getrennt. Es gibt keine Möglichkeit, beide Zettel wieder zusammenzubringen. Würden also falsche Unterschriften auftauchen, wäre es unmöglich zu sagen, welche Stimme das beträfe. Trump-Unterstützter und US-Senator Lindsey Graham soll bereits angeregt haben, alle Stimmzettel aus solchen Bezirken wegzuwerfen, in denen es besonders häufig Abweichungen zwischen den Unterschriften auf dem Umschlag und den bei den Behörden hinterlegten gab. Graham dementierte jedoch die Vorwürfe.

+++ 15:45 Biden bestätigt Nominierung von Yellen als US-Finanzministerin +++
Die frühere US-Notenbankchefin Janet Yellen soll unter dem gewählten Präsidenten Joe Biden Finanzministerin werden. Das bestätigte Bidens Übergangsteam. Bei einer Bestätigung durch den Senat würde die 74-Jährige als erste Frau der US-Geschichte die Führung des Finanzministeriums übernehmen.

+++ 15:23 Trump verrät, für wen er eigentlich kämpft +++
Zum ersten Mal meldet sich US-Präsident Donald Trump heute via Twitter zu Wort - aber gleich mit mehreren Botschaften. In seinem ersten Tweet unterstreicht er, dass es bei seinen Bemühungen - offenbar meint er seine wiederholten Ankündigungen, massiven Wahlbetrug aufzudecken - nicht um ihn gehe: "Ich kämpfe nicht für mich. Ich kämpfe für die 74 Millionen Menschen (...), die mich gewählt haben."

+++ 14:47 Ex-Chef für US-Wahlsicherheit: Trumps Wahlbetrugs-Behauptungen sollen "Menschen Angst einjagen" +++
Auch fast vier Wochen nach der US-Wahl werden der amtierende Präsident Donald Trump und einige seiner prominenten Unterstützer nicht müde, immer neue Behauptungen über Wahlbetrug aufzustellen und eine angebliche Verschwörung anzuprangern. Chris Krebs, der die auch für Wahlsicherheit zuständige Behörde CISA leitete, bevor er von Trump gefeuert wurde, bewertet das so: "Was ich sah, war ein offensichtlicher Versuch, das Vertrauen in die Wahl zu untergraben, die Menschen zu verwirren und ihnen Angst einzujagen", sagte Krebs gegenüber dem US-Fernsehsender CBS in der Sendung "60 Minutes". Trump und seine Verbündeten "untergraben die Demokratie", warnte Krebs. Der Noch-Präsident nannte das Interview auf Twitter umgehend "lächerlich, einseitig [und] einen internationalen Witz".

+++ 14:22 Nato freut sich auf Biden - erster Gipfel für "Anfang nächsten Jahres" geplant +++
Mit der Nato und den USA könnte es unter dem gewählten Präsidenten Joe Biden besser laufen als unter Vorgänger Donald Trump. Letzterer hatte das Militärbündnis immer wieder infrage gestellt und sich zu Beginn seiner Amtszeit geweigert, sich zur Beistandsverpflichtung der Nato zu bekennen. In Biden hingegen sieht Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg einen Unterstützer der transatlantischen Bindung - er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Biden, sagte der Norweger heute. Bereits für "Anfang nächsten Jahres" lädt Stoltenberg den neuen US-Präsidenten zudem zu einem ersten Gipfel der Allianz ein. Ein genaues Datum gibt es demnach aber noch nicht.

+++ 13:51 Justizminister? Drei Männer, eine Frau im Rennen +++
Auf der Liste von Joe Biden für das Amt des Justizministers oder der Justizministerin befinden sich anscheinend noch vier Namen. Zwei Reporter des Nachrichtensenders NBC News berichten, dass Deval Patrick, der frühere Gouverneur von Massachusetts, zu den Kandidaten gehört. Außerdem auf der Liste: Doug Jones, der scheidende Senator von Alabama, und Xavier Becerra, der Generalstaatsanwalt von Kalifornien. Einzige Frau, die für den Posten infrage kommt, ist demnach Sally Yates, die in den letzten Jahren der Obama-Regierung bereits stellvertretende Justizministerin war.

+++ 13:11 Baerbock will mit Biden über Atomabzug reden +++
Grünen-Chefin Annalena Baerbock will sich bei der neuen US-Regierung für den Abzug der Atombomben aus Deutschland einsetzen. "Mit der neuen US-Administration besteht wieder Hoffnung, über atomare Abrüstung zu sprechen", sagte Baerbock der "Süddeutschen Zeitung". Bereits die Regierung von US-Präsident Barack Obama habe stärkere Abrüstungsbemühungen angestoßen, um einer Welt ohne Atomwaffen näherzukommen. "Und ja, dazu zählt für mich auch der Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland", sagte Baerbock. Auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel sollen noch etwa 20 Atombomben lagern, die im Ernstfall von "Tornado"-Kampfjets der Bundeswehr abgeworfen werden sollen. Das ist Deutschlands Beitrag zur nuklearen Abschreckung der Nato. Neben den Grünen plädieren auch die Spitzen der SPD für einen Abzug der Nuklearwaffen. Die Union ist strikt dagegen.

+++ 11:57 Bidens Amtseinführung: Republikaner drängen Trump zu Anwesenheit +++
Donald Trump scheint eine Amtsübergabe an Joe Biden nicht länger zu blockieren, bisher macht er aber auch keine Anstalten, das Wahlergebnis anzuerkennen. Deshalb erscheint es unwahrscheinlich, dass er, wie es üblich ist, am 20. Januar der Vereidigung seines Nachfolgers vor dem Capitol in Washington beiwohnt. Genau dazu drängen ihn nun aber die ersten Republikaner wie Roy Blunt. Der Senator von Missouri leitet den Inaugurations-Ausschuss des US-Kongresses. "Ich hoffe, dass Präsident Trump bei der Amtseinführung anwesend ist", sagte er bei CNN. Er werde sehen, was er dafür tun könne. Berichten zufolge drängen die Republikaner Trump aber nicht aus Anstand, sondern aus Selbstschutz zur Anwesenheit am 20. Januar. Demnach wächst bei ihnen die Sorge, dass ihnen eine anhaltende Weigerungshaltung politisch langfristig schaden könnte.

+++ 11:07 Brüssel will Biden umfassenden Neustart anbieten +++
Nicht nur der Iran, auch die EU hofft darauf, dass sich die gemeinsamen Beziehungen mit Joe Biden als US-Präsident wieder deutlich verbessern. Der Regierungswechsel im Weißen Haus sei "eine Chance für die EU, ihre strategische Partnerschaft mit den USA zu erneuern und mit neuem Leben zu erfüllen", heißt es nach AFP-Informationen in einem Diskussionspapier von Ratspräsident Charles Michel zur Vorbereitung des EU-Gipfels kommende Woche. Demnach nennt Michel fünf Bereiche, in denen Kooperationsangebote gemacht werden könnten: die Corona-Pandemie, die konjunkturelle Erholung, der Kampf gegen den Klimawandel, die Verteidigung des Multilateralismus und gemeinsamer Werte sowie die Förderung von Frieden und Sicherheit. Der Gipfel ist für den 10. und 11. Dezember angesetzt.

+++ 10:09 Möglicher CIA-Chef sagt Biden ab +++
Einer der Favoriten auf den Posten des CIA-Chefs hat dem gewählten Präsidenten Joe Biden US-Medien zufolge abgesagt. CNN berichtet, dass Tom Donilon nicht für das Amt zur Verfügung steht. Demnach will der 65-Jährige nicht auf ein Regierungsamt zurückkehren, sondern in der Privatwirtschaft verbleiben. Donilon und Biden kennen sich aus der Obama-Regierung. Der Jurist war von 2010 bis 2013 Nationaler Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten. Anschließend wechselte er zum Finanzkonzern Blackrock an die Wall Street.

+++ 09:33 Feindseligkeiten abbauen: Iran hofft auf Neustart mit Biden +++
Der Iran hofft, die Spannungen mit den USA unter dem neuen Präsidenten Joe Biden aufzulösen. "Wir wollen keine Freundschaft anfangen, sondern nur unnötige Feindseligkeiten abbauen", sagt Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in einem Video-Interview mit dem Nachrichtenportal Entechab. Eine Annäherung an die USA nach Bidens Amtsantritt sei im Interesse des Landes und Volkes. Er kenne Biden als Senator aus seiner Zeit als iranischer UN-Botschafter in New York (2002-2007) und habe ihn auch persönlich getroffen. "Biden ist seit den 1970ern in der amerikanischen Außenpolitik tätig und kennt sich darin weitaus besser aus als (US-Präsident) Trump", sagte Sarif. Misstrauen und Differenzen zwischen den beiden Ländern werde es nach seiner Einschätzung auch unter Biden geben, aber weitaus weniger als bisher. Sarif und Präsident Hassan Ruhani hoffen, dass Biden die USA zum Wiener Atomabkommen von 2015 zurückführt und die Sanktionen gegen den Iran aufhebt. Am Freitag jedoch gab es einen tödlichen Anschlag auf den iranischen Kernphysiker Mohsen Fachrisadeh, für den Teheran "hiesige Söldner" der USA und Israels verantwortlich macht.

+++ 08:29 Diese Bundesstaaten zählen immer noch +++
Die Präsidentschaftswahl liegt mittlerweile fast vier Wochen zurück, Joe Biden steht seit mehr als drei Wochen als Nachfolger von Donald Trump fest. Dennoch sind längst noch nicht alle Stimmen ausgezählt. Im Bundesstaat New York mit der gleichnamigen Metropole fehlen beispielsweise immer noch gut 20 Prozent der Stimmen. Auch in Alaska, Arkansas, Colorado, Connecticut, Idaho, Illinois, Iowa, Kalifornien, Kansas, Maine, Maryland, Mississippi, Missouri, Nevada, New Hampshire, Tennessee, Ohio, Oregon, Rhode Island, Washington, Washington D.C. und West Virginia ist die Zählung noch nicht beendet. In den einzelnen Bundesstaaten ist der Vorsprung von Joe Biden oder Donald Trump aber jeweils so groß, dass ihnen der Sieg nicht mehr zu nehmen ist. Diese lange Auszählung ist in den USA nicht ungewöhnlich: New York meldet sein offizielles Endergebnis erst am 7. Dezember an den Kongress in Washington, Kalifornien als letzter Bundesstaat am 11. Dezember. Drei Tage später, am 14. Dezember, kommt das Electoral College zusammen, um offiziell den kommenden Präsidenten zu bestimmen.

+++ 07:53 Trump will weitere chinesische Firmen auf Schwarze Listen setzen +++
Wenige Wochen vor dem Amtsantritt seines Nachfolgers Joe Biden facht US-Präsident Donald Trump Insidern zufolge den Streit zwischen den USA und China weiter an. Die Trump-Regierung erwäge, den Chiphersteller SMIC und den Öl- und Gasproduzenten CNOOC auf die Schwarze Liste mutmaßlicher chinesischer Militärunternehmen zu setzen, haben drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters erzählt. Die Liste umfasse auch China Construction Technology und China International Engineering Consulting. SMIC erklärte, es habe sich weiterhin "konstruktiv und offen mit der US-Regierung befasst" und seine Produkte und Dienstleistungen seien ausschließlich für zivile und kommerzielle Zwecke bestimmt. "Das Unternehmen hat keine Beziehung zum chinesischen Militär und produziert nicht für militärische Endnutzer." Vergangene Woche hatte Trump bereits 89 chinesische Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrtindustrie auf die Liste gesetzt. Den Unternehmen ist damit der Kauf einer Reihe von US-Gütern und -Technologien verboten, US-Firmen dürfen nicht in die chinesischen Konzerne investieren.

+++ 07:04 Biden setzt "stolz" auf rein weibliches Kommunikationsteam +++
Der künftige US-Präsident Joe Biden setzt für die Kommunikation des Weißen Hauses auf ein Team erfahrener Frauen. Die prominente Rolle der Regierungssprecherin geht an Jen Psaki. Sie war bereits unter Barack Obama Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses und Sprecherin des Außenministeriums. Seit der Präsidentschaftswahl hat sie für Biden bereits mehrere Briefings mit Journalisten geleitet. Ihre Stellvertreterin im Weißen Haus soll Karine Jean-Pierre werden, die zuletzt für die gewählte Vizepräsidentin Kamala Harris gearbeitet hatte. Bidens stellvertretende Wahlkampfmanagerin Kate Bedingfield soll Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses werden. Auch auf den anderen Posten finden sich Frauen wieder. "Ich bin stolz, heute das erste ranghohe Kommunikationsteam des Weißen Hauses vorzustellen, in dem nur Frauen vertreten sind", erklärte Biden.

+++ 06:14 Fußverletzung schlimmer als gedacht: Biden braucht Spezialschuh +++
Die Verletzung, die sich Präsident Joe Biden beim Spielen mit seinem Hund zugezogen hat, ist schlimmer als gedacht. Bei einem CT-Scan wurden "kleine Haarfrakturen" festgestellt. Der 78-Jährige werde wahrscheinlich mehrere Wochen lang einen Spezialschuh benötigen, sagt sein Leibarzt Kevin O'Connor. Zunächst hatten Bidens Ärzte gedacht, der kommende US-Präsident habe sich lediglich den Knöchel verstaucht. Donald Trump wünschte seinem Nachfolger eine baldige Genesung. "Gute Besserung!", schrieb der abgewählte US-Präsident auf Twitter. Trump hat bislang bei den Wahlen keine Niederlage eingeräumt und bestreitet Bidens Sieg.

+++ 02:37 Biden erwägt auch für Wirtschaftsteam alte Weggefährten +++
Für sein Wirtschaftsteam setzt der gewählte Präsidenten Joe Biden Zeitungsberichten zufolge auf alte Weggefährten aus seiner Zeit als Vize-Präsident während der Obama-Regierung. Vorsitzender des Nationalen Wirtschaftsrats soll Brian Deese werden, der bereits Berater des Weißen Hauses während des ehemaligen Präsidenten Barack Obama war, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Für den stellvertretenden Posten im Finanzministerium unter Janet Yellen ziehe Biden Wally Adeyemo, ebenfalls ein hochrangiger Wirtschaftsberater Obamas, in Betracht, berichtet des "Wall Street Journal". Derzeit ist Adeyemo Präsident der Obama Foundation. Weiter ist Neera Tanden als Direktorin des Office of Management and Budget im Gespräch. Bevor Tanden die Leitung des Center for American Progress übernahm, war sie Gesundheitsberaterin der Obama-Regierung und 2016 auch Teil des Wahlkampfteams der Demokratin Hillary Clinton.

+++ 00:41 Biden präsentiert Sprecherin +++
Der gewählte US-Präsident Joe Biden will Jen Psaki als Sprecherin ins Weiße Haus holen. Sie war in der Regierung des früheren demokratischen Präsidenten Barack Obama unter anderem Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses und Sprecherin des Außenministeriums gewesen. "Direkt und wahrheitsgemäß mit den Menschen in Amerika zu kommunizieren, ist eine der wichtigsten Aufgaben eines Präsidenten", erklärt Biden.

+++ 23:06 EU erarbeitet an detaillierter Agenda für neue Kooperation mit den USA +++
Die EU arbeitet an einem Aufruf zu einer neuen, umfassenden Zusammenarbeit mit den USA unter dem kommenden Präsidenten Joe Biden. Laut Bericht der "Financial Times" hat die EU-Kommission bereits einen elfseitigen, detaillierten Entwurf unter dem Titel "Eine neue EU-US-Agenda für globalen Wandel" erarbeitet. Die Initiative geht über einen allgemeinen Aufruf zu einer engeren Zusammenarbeit hinaus. Ziel soll sein, die gemeinsamen Interessen gegen "autoritäte Kräfte" und "geschlossene Volkswirtschaften, die die Offenheit unserer Gesellschaften ausnutzen", wieder zu bündeln. Unter anderem wird vorgeschlagen, gemeinsame Positionen für die globale digitale Regulierung, Kartellrecht und Datenschutz zu entwickeln. Das Papier spiegle nicht nur die Erleichterung über den Regierungswechsel in den USA wieder, so die "Financial Times", sondern vor allem auch die Sorge vor dem zunehmenden globalen Einfluss Chinas.

+++ 22:24 Biden verstaucht sich den Fuß beim Spielen mit Hund +++
Der designierte US-Präsident hat sich beim Spielen mit einem Hund leicht verletzt, wie US-Medien berichten. Bidens Büro habe mitgeteilt, er werde "aus reiner Vorsicht noch heute von einem Orthopäden besucht", berichtet MSNBC. Die Arbeit am Aufbau seines Regierungsteams soll uneingeschränkt weitergehen.

Was im US-Wahl-Ticker zuvor geschah, lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, chr/bad/rts/dpa/AFP