US-Wahl 2020

US-Wahl-Liveticker +++ 23:48 Trump: Covid-Impstoff wird ab kommende Woche ausgeliefert +++

US-Präsident Donald Trump kündigt für die kommende Woche erste Lieferungen eines Covid-Impfstoffs an. In einer Video-Verbindung mit US-Soldaten im Ausland zum Feiertag Thanksgiving sagt Trump, die Auslieferungen würden in der kommenden und der darauf folgenden Woche beginnen. Zuerst würden gefährdete Personengruppen wie medizinisches Personal und Senioren geimpft. Bisher ist in den USA noch kein Impfstoff zugelassen.

+++ 21:55 Trump zu Anti-Rassismus-Symbol: "Nein Danke" +++
Thanksgiving heißt in den USA auch immer NFL-Football. Die Quarterbacks Deshaun Watson (Houston Texans) und Matthew Stafford (Detroit Lions) nutzten ihr Spiel und knieten bei der Nationalhymne für den Kampf gegen Polizeigewalt und Rassismus gegenüber People of Color und für vorurteilslose Fairness. Ein Symbol gegen ein unfaires System, gegen eine gewalttätige Obrigkeit und für Gerechtigkeit für alle, das es in den USA dieses Jahr mit der Black-Lives-Matter-Bewegung über die Welt des Sports hinaus in die Gesellschaft geschafft hat. Aber US-Präsident Donald Trump twitterte mit einem Retweet des Fotos der Spielmacher Watson und Stafford ein "nein danke" - mit Ausrufezeichen.

Als der frühere NFL-Quarterback Colin Kaepernick 2016 mit dem Kniefall startete, machte der damalige Präsidentschaftskandidat Trump den Footballer zu einem Landesverräter und teilte aus tief unter der Gürtellinie: "Schafft diesen Hurensohn vom Feld, sofort!"

+++ 20:55 "Egal, ob er damit das Amt des Präsidenten beschädigt" +++
Die Begnadigung des Ex-Sicherheitsberaters Michael Flynn durch US-Präsident Donald Trump schlägt Wellen. Beobachter und Experten fürchten, weitere Begnadigungen ihm Nahestehender könnte folgen. Auch eine Begnadigung seiner selbst - auf Trump warten nach der Präsidentschaft eine Reihe von Gerichtsverfahren - steht im Raum.

Der "Standard" aus Wien kommentiert die Lage passend: "Gute Freunde kann niemand trennen, nicht einmal die Justiz. Jedenfalls nicht, solange Donald Trump seine Hand über sie hält. Denn dass ein Freund für seine Untaten ins Gefängnis wandert, das passt so gar nicht in die Welt des Möchtegernautokraten mit Ablaufdatum. Trumps Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn, den der abgewählte Präsident nun begnadigt, mag ein überführter Lügner sein. Doch seine Freunde lässt Trump nicht hängen. Ganz einfach, weil er es kann. Egal, ob er damit das Amt beschädigt, egal, was mit dem Land geschieht. (...) Trump, so zeigt der Fall Flynn, geht es nicht um Amerika, er will es gar nicht 'wieder großartig' machen, schon gar nicht jetzt, da es ihn so gedemütigt hat. Trump geht es am Ende nur um Trump."

+++ 19:53 Wegen Covid oder Wahlniederlage? Trump feiert Thanksgiving zum ersten Mal nicht im Mar-a-Lago-Club +++
Präsident Donald Trump und die First Lady Melania Trump verbringen Thanksgiving wohl zum ersten Mal seit Beginn von Trumps Amtszeit als Präsident im Weißen Haus, wie die "USA Today" berichtet. Ansonsten hatte Trump immer in seinem herrschaftlichen Anwesen, dem Mar-a-Lago-Club in Florida, gefeiert. Es sei laut der Zeitung ungewiss, ob der Szenenwechsel auf die steigende Zahl von Coronavirus-Fällen oder auf die Turbulenzen nach dem Wahlverlust zurückzuführen ist.

+++ 18:40 Trump gelingt erster EU-Deal, Union jubelt über seine Wahlniederlage +++
Donald Trumps Wahlniederlage gegen Joe Biden schürt in Brüssel nun Hoffnung auf eine Entspannung des Verhältnisses zu den USA. Der Abschluss des Hummer-Deals sei "ein erster Schritt hin zu einer neuen transatlantischen Beziehung mit Joe Biden", erklärte der Vorsitzende des Handelssausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange (SPD), im Onlinedienst Twitter.

Der sogenannte Hummer-Deal der EU mit den USA ist nämlich nun endgültig beschlossene Sache. Das EU-Parlament in Brüssel gab mit breiter Mehrheit grünes Licht für das selbst von offizieller Seite als "Mini-Zollpaket" bezeichnete Handelsabkommen. Die Zölle auf Hummer-Produkte aus den USA werden dadurch abgeschafft und US-Aufschläge auf EU-Produkte wie Fertiggerichte und Feuerzeuge gesenkt. Der Hummer-Deal ist dennoch die einzige vertragliche Vereinbarung, die unter US-Präsident Trump zustande kam. Seit dessen Amtsantritt vor knapp vier Jahren hatten sich die transatlantischen Handelsbeziehungen massiv verschlechtert. Brüssel und Washington verhängten gegenseitige Strafzölle, Verhandlungen über breitere Abkommen kamen nicht voran.

+++ 17:40 Trump wütet auf Twitter: "Unmöglich, dass Biden 80 Millionen Stimmen hat" +++
Während der zukünftige US-Präsident Joe Biden an Thanksgiving via Twitter zum Zusammenkommen als Nation aufruft, hat der derzeitige Anführer der USA andere Sachen im Kopf. Donald Trump twittert, er "habe gerade die Abstimmtabellen gesehen" und es "gibt keine Möglichkeit, dass Biden 80.000.000 Stimmen hat". Er lässt daraufhin drei Ausrufezeichen folgen. Welche Tabellen Trump genau gesehen habe, oder ob er sich alle 80 Millionen Biden-Stimmen angeschaut habe, verrät der Präsident nicht. Aber er kommt, immer noch, zu dem Fazit: "Dies war eine 100% MANIPULIERTE WAHL."

+++ 16:59 Biden fordert Bürger auf, zu Hause zu bleiben +++
In einem neuen Twitter-Video sprechen der zukünftige US-Präsident Joe Biden und die zukünftige First Lady Jill Biden über ihr verändertes Thanksgiving. Sie erinnern die Amerikaner daran, dass die Feierlichkeiten in diesem Jahr zwar isolierter sind, das aber dazu beitrage, die Sicherheit der Amerikaner zu gewährleisten. "Dieses Jahr werden wir mit nur einer kleinen Gruppe in Delaware an unserem Esstisch bleiben", sagte Biden über seine abgesagte Reise zur Familie. "Der kleine Akt des Zuhausebleibens ist ein Geschenk an unsere amerikanischen Mitbürger."

Biden fuhr fort: "Es ist ein persönliches Opfer, das jede unserer Familien bringen kann und sollte, um das Leben eines anderen zu retten." Schließlich forderte der nächste Präsident die US-Bürger auf, an diesem Feiertag zusammenzukommen. "Wir sind möglicherweise nicht in der Lage, mit unseren Lieben an einem Tisch zu sitzen, aber wir können als Nation zusammenkommen", sagte er.

+++ 16:08 Trumps neuer Lieblingssender von Youtube gesperrt +++
Weiterer Ärger für Donald Trump: Youtube teilte mit, es habe dem rechtsgerichteten One America News Network (OAN) für eine Woche verboten, neue Videos zu veröffentlichen. Der Grund: OAN hatte gegen die Inhalte-Regeln der Website verstoßen, ein Beitrag hatte behauptet, es gebe eine garantierte Corona-Heilung. Trump hat den Sender schon länger zu seinem neuen Lieblingssender auserkoren. Eine Sprecherin von Youtube sagte, OAN sei aufgrund wiederholter Verstöße gegen die Covid-19-Richtlinie für Fehlinformationen ebenfalls von der Monetarisierung seiner Videos ausgeschlossen worden. Präsident Trump hatte OAN diesen Monat in einem Tweet als "großartige Alternative" zu Fox News bezeichnet, schließlich verbreitet der Sender Trumps nicht unterstützte Behauptungen des Wahlbetrugs. Das mittlerweile entfernte OAN-Video hatte Hydroxychloroquin, ein von Trump angepriesenes Malariamedikament, trotz fehlender wissenschaftlicher Beweise als ein Covid-Heilmittel angepriesen.

+++ 15:28 Bidens Realität und Trumps Fantasien kollidieren an Thanksgiving +++
In diesem seltsamen Interregnum, der Zeit zwischen Joe Bidens Sieg und Donald Trumps Abgang, haben der Lame-Duck-Präsident und der zukünftige bemerkenswert, wenn auch nicht überraschend, unterschiedliche Wege vor und an Thanksgiving eingeschlagen. CNN analysiert die Lage wie folgt: Trump twittere sich seinen Frust von der Seele und versinke immer noch in seinem Wahn, eine Präsidentschaft zurückzugewinnen, die mit jedem Tag mehr aus seinem Griff verschwinde. Er schwanke zwischen Beschwerde und Hirngespinsten, ohne an die Zerstörung auf seinem Weg zu denken. Biden, der in der Welt operiere, wie sie existiert, habe gewissenhaft die nächste Regierung aufgebaut. Und in den zwei Tagen, seit ein Trump-Beauftragter den formellen Übergang beginnen ließ, habe Bidens Team begonnen, die verrosteten Schrauben der bedrängten Institutionen zu untersuchen, die er erben wird.

Während Trump mit seinem Anwalt Rudy Giuliani in Pennsylvania versuchte, am feststehenden Wahlergebnis zu rütteln, rief Biden um Thanksgiving herum nüchtern zur Vorsicht, Einigkeit und Entschlossenheit angesichts der sich verschärfenden Covid-Krise auf. "In diesem Jahr wird unser Truthahn kleiner und das Klappern der Kochtöpfe etwas leiser. Es wird keine Familienspaziergänge in der Kälte oder spielerischen Streitereien zwischen den Enkelkindern geben. Wie Millionen von Amerikanern lassen wir vorübergehend die Traditionen los, die wir nicht sicher begehen können", schrieb Biden mit seiner Frau Jill in einem CNN-Kommentar.

+++ 14:36 "Sexuelle Objekte und Herren": Zeitung schreibt Trumps Konzessionsrede +++
Die Zeitung "USA Today" erlaubt sich einen kleinen Scherz. Sie veröffentlichte Trumps Konzessionsrede, wenn er irgendwann entscheiden sollte, dass er genug hat von seinem Kampf gegen das Wahlergebnis. Natürlich ist der Text eine Parodie. "Sexuelle Objekte und Herren", damit beginnt die Ansprache. "Ich möchte mir danken, dass ich hier bin", fährt der imaginäre Trump fort. "Es erfordert viel Mut, im nationalen Fernsehen zu erscheinen, was ich viele, viele Male sehr stark getan habe. Ich bin heute hier, weil ich eine Ankündigung habe, die ich ankündigen möchte." Zuerst hätte er Hillary Clinton geschlagen, nun "Sleepy Joe" Biden, schreibt die Zeitung für den Präsidenten weiter: "Ich habe 72 Millionen Stimmen bekommen. Biden hat nur 306!" Keiner hätte "so oft" eine Sache gewonnen - und überhaupt: "Habe ich überhaupt schon erwähnt, dass ich 720 Millionen Stimmen bekommen habe und Biden nur 36?". Letztendlich sei der "USA-Today-Trump" es aber leid geworden, so viel zu gewinnen und übergibt Biden dann doch die Macht: "Ich brauche etwas Zeit für mich. Ich muss mich auf TRUMP konzentrieren." Ob oder wann der echte Präsident Trump eine Konzessionsrede halten wird, steht noch in den Sternen.

+++ 13:59 Diese weiteren Personen hoffen auf Trumps Gnade +++
Nach der Begnadigung des ehemaligen nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn durch US-Präsident Donald Trump hoffen in den letzten Wochen seiner Amtszeit nun weitere Personen auf ähnliche Entscheidungen. Laut eines Artikels der „New York Times“ arbeitet ein Team unter der Leitung von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner derzeit daran, das Strafgesetzbuch so zu überarbeiten, dass Hunderte Straftäter begnadigt werden könnten. Sie sitzen unter anderem wegen Drogendelikten, Postbetrug oder Geldwäsche im Gefängnis. Prominente Beispiele für weitere Begnadigungen dürften unter anderem zwei weitere Bekannte aus der Russland-Affäre sein: Rick Gates und George Papadopoulos. Die beiden ehemaligen Trump-Kampagnenberater waren ebenfalls im Zuge der Russlanduntersuchung verurteilt worden. Wie vor einigen Tagen bekannt geworden war, setzt auch Joe Exotic auf eine Begnadigung. Der selbsternannte "Tiger King" sitzt derzeit wegen versuchten Mordes eine 22-jährige Haftstrafe ab.

+++ 13:04 Historiker: "Von Trump wird nichts übrig bleiben" +++
Der Historiker Christopher Clark zieht in seinem neuen Buch Parallelen zwischen US-Präsident Donald Trump und anderen historischen Figuren - unter anderem zu dem neubabylonischen König Nebukadnezar II. oder Kaiser Wilhelm II. Dem Kaiser sei häufig Gefühlskälte attestiert worden, sagte Clark im Interview mit der "Augsburger Allgemeinen". Wilhelm II. habe alles auf sich bezogen, sei es Lob oder auch Kritik - ähnlich wie Trump. Bei dem US-Präsidenten könne beobachtet werden, wie die Macht ihn aufgefressen habe, sagte Clark. Wie es mit Trump nach seiner Amtsübergabe weitergehen wird? Dazu hat der australische Historiker, der seit Langem in Cambridge lehrt, eine klare Meinung: "Von Trump wird nichts übrig bleiben. Wenn er das Amt bald verlassen muss, wird er nur eine leere Hülle sein, mehr nicht. Diese Hülle wird man im Januar aus dem Weißen Haus entfernen."

+++ 12:01 Weitere Demokraten reagieren mit Empörung auf Begnadigung von Michael Flynn +++
Die Begnadigung des ehemaligen nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn durch US-Präsident Donald Trump zieht weiter Kreise. Nachdem bereits Adam Schiff, Vorsitzender des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus, seine Empörung ausdrückte (s.u.) hat sich auch der Vorsitzende des Justizausschusses, sein Parteikollege Jerrold Nadler, geäußert. Er teilte mit, die Begnadigung sei "unverdient, prinzipienlos und ein weiterer Schandfleck auf dem rasch schwindenden Vermächtnis von Präsident Trump." FBI-Sonderermittler Robert Mueller, vor dem sich Flynn zunächst für schuldig bekannt hatte, kommentierte die Begnadigung nach US-Medienberichten zunächst nicht. Der "Washington Post" zufolge reagierte aber Andrew Weissmann, ein früheres Mitglied im Team des Sonderermittlers mit den Worten: "Trumps Missbrauch der Begnadigungsbefugnis untergräbt das Kronjuwel unserer Demokratie: die Rechtsstaatlichkeit."

Flynn selbst twitterte kurz vor Trumps Ankündigung auf Twitter ein Bild der US-Flagge und schrieb dazu: "Jeremia 1,19". In dem Bibelvers heißt es: "Mögen sie Dich bekämpfen, sie werden Dich nicht bezwingen; denn ich bin mit Dir, um Dich zu retten - Spruch des Herrn."

+++ 11:03 Inklusive Haar-Fauxpas: Schauspieler John Lithgow parodiert Trump-Anwalt Giuliani +++
Schauspieler John Lithgow hat bei einem Auftritt in "The Late Show with Stephen Colbert" erneut den persönlichen Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Rudy Giuliani, parodiert. Lithgow ereiferte sich während seiner Darbietung am Mittwochabend zum Thema Massenwahlbetrug, wobei er an einem Punkt eine seltsame geisterhafte Erzählung darüber einfließen ließ, warum Trump sich von ihm distanzieren würde. Und natürlich erschien auch die dunkle Flüssigkeit, die während einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche über Giulianis Gesicht lief.

Trumps Jurist soll derzeit eigentlich aufzeigen, wie der amtierende US-Präsident doch noch die Wahl gewinnen könnte. Zuletzt verstörte Giuliani doch eher mit wüsten Tiraden und zog damit vor allem Spott auf sich.

+++ 10:02 Biden ruft Amerikaner zum Träumen auf +++
Wenige Stunden bevor in den USA der Thanksgiving-Feiertag startet, hat der designierte US-Präsident Joe Biden die Amerikaner zum Träumen aufgerufen. "Lassen Sie uns an diesem Erntedankfest - und in Erwartung aller kommenden Erntedankfeiern - wieder träumen", sagte er während einer Ansprache. Er sei nie optimistischer als jetzt gewesen, was die Zukunft des Landes betreffe. Unter anderem versprach Biden, künftig die Folgen des Klimawandels und den systematischen Rassismus in den USA bekämpfen zu wollen. "Verpflichten wir uns, nicht nur an uns selbst, sondern auch an andere zu denken", sagte er.

+++ 09:09 Streit um Nachfolge von Kamala Harris: Lobbygruppen versuchen Ethnie in den Fokus zu rücken +++
Der Aufstieg der demokratischen Senatorin Kamala Harris zur designierten Vizepräsidentin bedeutet gleichzeitig, dass der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom entscheiden muss, wer ihren Platz einnehmen wird. Wie mehrere US-Medien berichten, hat deshalb ein Wettkampf zwischen verschiedenen Lobbygruppen begonnen, die Newsom unter Druck setzen, einen Nachfolger zu bestimmen. Die einen drängen darauf, eine lateinamerikanische Person zu wählen, die anderen favorisieren eine schwarze Frau. Prominente afroamerikanische Funktionäre fordern laut "CNN", dass Newsom die Abgeordneten Karen Bass oder Barbara Lee als Ersatz für Harris auswählt. Viele Latinos, die in Kaliforniern einen großen Anteil der Bevölkerung ausmachen, möchten hingegen, dass Newsom den ersten Latino-Senator in der Geschichte des Staates wählt, wie etwa den kalifornischen Außenminister Alex Padilla, den Bürgermeister von Long Beach, Robert Garcia, oder den Generalstaatsanwalt Xavier Becerra.

+++ 08:04 Adam Schiff: "Trump macht Demokratie zum Gespött" +++
Die Begnadigung des ehemaligen nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn durch US-Präsident Donald Trump sorgt für Empörung. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus, Adam Schiff, sagte gegenüber CNN: "Es ist ein schwerer Schlag für unsere nationale Sicherheit" und fügt hinzu: "Es ist auch ein schwerer Schlag für die Rechtsstaatlichkeit und ich denke, es macht unsere Demokratie für diejenigen, die aus der ganzen Welt zuschauen, zum Gespött". Schiff äußerte sich auch auf Twitter dazu: "Donald Trump hat seine Begnadigungsbefugnis wiederholt dazu missbraucht, Freunde zu belohnen und diejenigen zu schützen, die ihn gedeckt haben."

+++ 07:07 Biden-Vertrauter: Bisher zu wenig schwarze Menschen für Spitzenpositionen ausgewählt +++
James Clyburn, Mehrheitsführer des Repräsentantenhauses und enger Verbündeter Bidens, ist laut einem Bericht von "The Hill" enttäuscht darüber, dass Afroamerikaner bisher nicht stärker unter den ersten Auserwählten für die Besetzung hoher Verwaltungsposten im nächsten Jahr vertreten sind. In einem Interview begrüßte Clyburn zwar Bidens Auswahl von Linda Thomas-Greenfield als US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Der Demokrat beklagte jedoch, dass sie unter den schwarzen Frauen, die für Kabinettssitze und andere Spitzenpositionen angeworben wurden, bisher allein ist. "Nach allem, was ich höre, wurden die Schwarzen fair berücksichtigt", sagte Clyburn. "Aber bisher gibt es nur eine einzige schwarze Frau. Ich möchte sehen, wohin der Prozess führt, was er hervorbringt", fügte er hinzu. "Aber bis jetzt ist es nicht gut."

+++ 06:13 Deutsche Wehrbeauftragte kritisiert Trumps Afghanistan-Pläne +++
Die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl, kritisiert Pläne der scheidenden US-Regierung, schnell weitere Truppen aus Afghanistan abzuziehen. "Was wir nicht brauchen, ist ein überstürzter unkontrollierter Abzug der Truppen und dass jedes Land für sich agiert", sagte die SPD-Politikerin der "Rhein-Neckar-Zeitung". Wichtig sei jetzt, dass ein Abzug von der Nato koordiniert werde. "Die oberste Maxime muss sein: Wir sind zusammen rein, wir gehen alle zusammen wieder raus." Die Sicherheit der Soldaten müsse an oberster Stelle stehen. Högl betonte, damit ein geordneter Rückzug stattfinden könne, sei die Bundeswehr zwar auf alle Szenarien vorbereitet.

Zugleich sagte sie, dass die USA für die Sicherheit aller Einsatzkräfte in Afghanistan unersetzlich seien. "Ich gehe davon aus, dass die Nato in Gesprächen mit den USA die Sicherheitslage auslotet und hoffe, dass es nicht zum schlimmsten Fall kommt, einem Abzug quasi über Nacht." Insgesamt sind 1250 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan stationiert, der größte Teil davon in Masar-i-Scharif. Nach den Plänen des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump soll die amerikanische Truppenstärke bis zum 15. Januar von etwa 4500 auf 2500 Soldaten reduziert werden. Nur fünf Tage später, am 20. Januar, soll Trump von Joe Biden abgelöst werden.

In einer früheren Version haben wir ein falsches Zitat der Wehrbeauftragten verwendet. Wir bitten dies zu entschuldigen.

+++ 03:39 Außenministerium empfängt Bidens Team +++
Noch-Außenminister Mike Pompeo erkennt den Wahlsieg von Joe Biden zwar offiziell nicht an, doch dem Transitionsprozess kann sich sein Ministerium auch nicht verweigern. Am Mittwoch (Ortszeit) teilte die Behörde mit, dass Mitglieder von Bidens Übergangsteam eingetroffen seien, um die Übergabe vorzubereiten. Ein Team des Außenministeriums werde sicherstellen, dass sie Informationen und logistische Unterstützung erhielten, unter anderem bei Sicherheitsfreigaben, Rechtsfragen, Personalwesen und Informationsmanagement. Pompeo selbst wandte sich am Mittwoch mit einer Botschaft an die Mitarbeiter des Außenministeriums, in der es zwar auch um den Wahltag ging – zum Ausgang der Wahl äußerte er sich aber nicht.

+++ 01:34 Trump bittet Abgeordnete aus Pennsylvania ins Weiße Haus +++
Eigentlich wollten Trumps Privatanwalt Rudy Giuliani und womöglich auch der Präsident selbst am Mittwoch nach Pennsylvania reisen, um an einer "Anhörung" teilzunehmen. Thema: Die Vorwürfe zu angeblichem Wahlbetrug in dem Bundesstaat. Wegen eines weiteren Corona-Falls in Trumps Wahlkampfteam musste die Reise abgeblasen werden. Doch der Wahlverlierer bleibt dran: Für den Abend hat Trump republikanische Abgeordnete aus Pennsylvania ins Weiße Haus eingeladen. Zu der Sitzung in Pennsylvania hatte er sich auch schon telefonisch zugeschaltet. Das Regierungsgeschäft scheint den scheidenden Präsidenten dagegen weniger zu interessieren, öffentliche Auftritte hatte er heute nicht.

+++ 23:17 EZB-Vize lobt designierte US-Finanzministerin +++
EZB-Vize Luis de Guindos begrüßt die Nominierung der ehemaligen US-Notenbankchefin Janet Yellen zur künftigen US-Finanzministerin durch den designierten US-Präsidenten Joe Biden. "Die Ernennung von Janet ist eine gute Nachricht für die US-Wirtschaft und die Weltwirtschaft", sagte der Stellvertreter von EZB-Chefin Christine Lagarde auf der virtuellen Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Veröffentlichung des Finanzstabilitätsberichts. "Janet Yellen weiß vollkommen, was die US-Wirtschaft braucht. Ihr ist es vollkommen bewusst, welche Implikationen die Wirtschaftspolitik der USA für die Weltwirtschaft haben wird," sagte de Guindos.

+++ 21:53 Biden kritisiert den Präsidenten direkt, Trump antwortet: "Sie haben betrogen" +++
Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat Amtsinhaber Donald Trump indirekt wegen dessen Anzweiflung des Wahlergebnisses kritisiert. "Unsere Demokratie wurde dieses Jahr auf die Probe gestellt", sagte Biden bei einer Ansprache vor Thanksgiving in Wilmington. "In Amerika haben wir vollwertige und faire und freie Wahlen. Und dann akzeptieren wir die Ergebnisse." Trump hielt unterdessen an seiner unbegründeten Darstellung fest, bei der Präsidentenwahl gewonnen zu haben. "Die Wahl wurde von den Demokraten verloren. Sie haben betrogen", sagte Trump via Audioschalte bei einem Treffen von republikanischen Senatoren im US-Bundesstaat Pennsylvania. "Wir müssen die Wahl drehen."

Angesichts eines "dramatischen Anstiegs" der Corona-Neuinfektionen hat Biden bei der Rede auch eine "Verdoppelung" der Anstrengungen zur Eindämmung der Pandemie gefordert. Viele Amerikaner seien des Themas bereits müde, aber wegen des bevorstehenden harten Corona-Winters sei es jetzt die Zeit, sich mit neuer Entschlossenheit zu wappnen, forderte der zukünftige US-Präsident. "Wir haben in diesem Kampf noch Monate vor uns", sagte Biden.

+++ 21:20 Ist Biden zu alt? +++
Der ehemalige Tagesthemen-Sprecher Ulrich Wickert hält das hohe Alter des designierten US-Präsidenten Joseph Biden Jr. (78) nicht für ein Problem. "Dieser Herr Trump, der in seinem Amt nicht dauernd gearbeitet, sondern viel ferngesehen und Golf gespielt hat, der ist auch nur zwei, drei Jahre jünger", sagt Wickert, der wie Biden 1942 geboren wurde, in der Wochenzeitung "Die Zeit". "Wir hatten mit Adenauer einen sehr alten Kanzler. Mitterrand in Frankreich war alt und krank und hat trotzdem regiert. Die Queen in England ist über 90. Also, ich finde es falsch, das Alter zum beherrschenden Thema zu machen."

+++ 19:59 Nach Ende der Präsidentschaft: Ivanka will in Trumps Golf-Klub wohnen +++
Nach dem Ende der Amtszeit von Präsident Trump planen seine Tochter Ivanka Trump, gleichzeitig eine Beraterin des Präsidenten, und sein Schwiegersohn Jared Kushner einen schnellen Abgang aus der US-Hauptstadt. Laut der "New York Times" werde die Mehrheit der Trump-Familie voraussichtlich nach Manhattan zurückkehren, wenn seine Präsidentschaft am 20. Januar endet. Ivanka und Jared aber würden bereits Vorbereitungen treffen, ihr Landhaus auf dem Gelände des Trump National Golf Klubs auszubauen, um dort zu leben. Die Tochter des Präsidenten scheint damit auch ihre politischen Ambitionen vorerst auf Eis zu legen.

+++ 19:14 Kooperation in Sicht: Fauci bestätigt, dass er mit Biden-Mitarbeitern spricht +++
Dr. Anthony Fauci, Direktor des US-Amerikanischen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, hat zwar noch nicht persönlich Kontakt mit dem gewählten Präsidenten Joe Biden aufgenommen, aber er habe mit seinen Mitarbeitern gesprochen, sagte der führende US-Immunologe gegenüber dem TV-Sender ABC. Dabei sei es bisher um "nichts Wesentliches im Sinne von Plänen" gegangen, sondern um erstmal den Kontakt herzustellen. Jetzt, da der Übergang zu Biden im Gange sei, würde man aber "sehr bald" über konkrete Pläne sprechen.

Was im US-Wahl-Ticker zuvor geschah, lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa/AFP/rts