Politik

Plagiatsvorwürfe Von der Leyen bekommt Rückendeckung

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Ministerin Ursula von der Leyen weist die Plagiatsvorwürfe zurück. Lässt ihre Doktorarbeit aber überprüfen.

(Foto: imago/IPON)

Hat sie oder hat sie nicht? Ursula von der Leyen soll große Teile ihrer medizinischen Doktorarbeit abgeschrieben haben. Die Ministerin dementiert das, lässt aber ihre Arbeit überprüfen. Derweil sagen Parteikollegen ihre Unterstützung zu.

Hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen große Teile ihrer Doktorarbeit kopiert oder nicht? Die Plagiatsjäger von "VroniPlag Wiki" haben am Wochenende jedenfalls schwere Regelverstöße in ihrer Doktorarbeit nachgewiesen. Von der Leyen weist den Vorwurf zurück. Und bekommt nun Rückendeckung von ihren Parteikollegen.

So reagierte der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl mit Unverständnis auf die Plagiatsvorwürfe gegen seine Parteikollegin. "Die Menschen interessiert, wie wir aktuelle Probleme lösen und Herausforderungen angehen. Im Moment steht anderes im Mittelpunkt als irgendwelche Plagiatsvorwürfe", sagte Strobl der "Rheinischen Post".

Auch der Chef des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion, Christian von Stetten (CDU), sprang der Ministerin zur Seite. "Für sie gilt die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen ist", sagte er und fügte hinzu: "Das ist kein Bereich, in dem man jemand politisch ein Bein stellt."

Fälschungen auf 27 von 62 Seiten

Am Wochenende waren Plagiatsvorwürde gegen von der Leyen bekanntgeworden. Die Ministerin hatte 1990 im Bereich der Frauenheilkunde promoviert. Die Plagiatsjäger von "VroniPlag Wiki" hatten nachgewiesen, dass auf 27 der insgesamt 62 Textseiten unzureichend gekennzeichnete Zitate verwendet wurden. Die Medizinische Hochschule Hannover überprüft mittlerweile die Arbeit auf Wunsch der Ministerin.

Der Gründer der Plagiatsplattform, Martin Heidingsfelder, forderte die Aberkennung des Doktortitels von der Leyens. "Sie war extrem faul und hat gnadenlos kopiert", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Deshalb müsste die Medizinische Hochschule ihr den Titel entziehen. Die Wissenschaft tut sich keinen Gefallen, wenn sie renommierte Politiker schützt."

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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