Politik

Die Sklaverei und ein neuer Staat Worüber die USA heute noch abstimmen

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(Foto: imago/Xinhua)

Alles blickt auf das Duell Hillary Clinton gegen Donald Trump. Doch die USA bestimmen an diesem Dienstag nicht nur einen neuen Präsidenten. In vielen Staaten geht es um teils skurrile Detailfragen.

Diese Wahl geht die ganze Welt etwas an: Der US-Präsident ist so mächtig, dass die Frage, wer diesen Posten besetzt, das Leben der Menschen auf fast dem ganzen Globus beeinflusst. Richtungsweisend, historisch – mit Superlativen sind Kommentatoren da schnell bei der Hand.

Doch die US-Amerikaner entscheiden heute nicht nur über den "leader of the free world", sondern über eine ganze Reihe sehr viel profanerer, teils reichlich skurriler Dinge. Hier eine Auswahl der zur Entscheidung stehenden Referenden:

  • In Kalifornien steht die Frage zur Abstimmung, ob Pornodarsteller bei der Arbeit verpflichtend Kondome nutzen müssen.
     
  • In mehreren Staaten geht es um die weitere Legalisierung von Marihuana. In Arkansas, Florida, Montana und North Dakota geht es dabei um die medizinische Anwendung. In Arizona, Kalifornien, Maine, Massachusetts und Nevada können reguläre Kiffer auf eine Entkriminalisierung ihres Lasters hoffen.
     
  • In Colorado stimmen die Menschen darüber ab, ob die Sklaverei abgeschafft wird – tatsächlich ist der Bundesstaat inmitten der Rockies der einzige, in dem Sklavenhaltung noch möglich ist. Derzeit gilt: Straftäter sind nicht vor Leibeigenschaft geschützt.
     
  • In Kalifornien könnten die Wähler die 1978 eingeführte Todesstrafe zu Fall bringen. In Nebraska dagegen gibt es ein Referendum, die 2015 abgeschaffte Todesstrafe wieder einzuführen.
     
  • Ewiges Streitthema in den USA sind die Waffengesetze: In Kalifornien könnten durch ein Referendum "Großraum-Magazine mit einer besonders großen Anzahl von Patronen" verboten werden. In Nevada dürften, wenn das Referendum Erfolg hat, Waffen künftig nur noch in lizensierten Läden verkauft werden – ausgenommen sind Verkäufe unter Verwandten.
     
  • In Indiana und Kansas geht es um ein Bürgerrecht zum Jagen und Fischen – auch wenn es in diesen Staaten sicherlich auch ausreichend Supermärkte gibt.
     
  • In Arizona, Colorado, Maine und Washington geht es um die Erhöhung des Mindestlohns. In South Dakota steht dagegen zur Abstimmung, den Mindestlohn für Arbeiter unter 18 Jahre von 8,50 auf 7,50 Dollar zu senken.
     
  • Und Washington D.C. schickt sich an, 51. Bundesstaat der USA zu werden. Bisher ist der Hauptstadtdistrikt dem Kongress unterstellt. Künftig könnte das Gebiet als "New Columbia" den 51. Stern auf der US-Flagge beanspruchen.

Abgesehen von den Referenden und der Präsidentschaftswahl werden heute 34 der 100 Senatorenposten und alle Sitze im Abgeordnetenhaus neu verteilt.

Quelle: n-tv.de, jog