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Riester-Rente in der Kritik Allianz benachteiligt Ärmere

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Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere ... die Allianz scheint Vorurteile zu bestätigen.

(Foto: dpa)

Ältere, ärmere und kinderreiche Kunden der Allianz, die einen Riester-Rentenversicherungsvertrag abgeschlossen haben, werden nur eingeschränkt an den Überschüssen beteiligt. Verbraucherschützer attestieren der Allianz eine Ungleichbehandlung ihrer Kunden, die überdies gegen das Versicherungsrecht verstößt.

Die Allianz benachteiligt nach Angaben von Verbraucherschützern ältere, ärmere sowie kinderreiche Kunden, die eine Riester-Rente bei ihr abgeschlossen haben. Diese Kunden würden nur eingeschränkt an den Überschüssen beteiligt, teilten der Bund der Versicherten und die Verbraucherzentrale Hamburg am Montag mit. Sie mahnten den Marktführer nach eigenen Angaben ab und forderten ihn auf, bis zum Freitag eine Unterlassungserklärung abzugeben und die Ungleichbehandlung seiner Kunden zu beenden.

Ursache für den Unmut ist die Intransparenz der Riesterverträge. Riester-Sparer erhalten einen gesetzlich verankerten Garantiezins auf ihr angespartes Kapital von derzeit 1,75 Prozent. Darüber hinaus werden Versicherungskunden an den Überschüssen beteiligt. Dazu gehören auch die sogenannten Kostenüberschüsse, die entstehen, wenn die ursprünglich kalkulierten Kosten unterschritten werden. Davon steht den Versicherten mindestens die Hälfte zu.

Eine aufwändige Analyse von Kleingedrucktem, Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Geschäftsbericht des Konzerns habe ergeben, dass die Allianz Kostenüberschüsse nur an Kunden auszahle, deren "Garantiekapital" höher als 40.000 Euro sei. Wer viel Geld in seinen Vertrag einzahlt, der erhält anteilig eine höhere Überschussbeteiligung als ein Sparer mit geringem Beitrag und manche Kundengruppen gehen bei den Überschüssen komplett leer aus. Bei den Praktiken der Allianz handele es sich faktisch um eine Ungleichbehandlung, die überdies gegen das Versicherungsrecht verstößt, so die Verbraucherschützer.

Dies Grenze von 40.000 Euro sei für ärmere, ältere und kinderreiche Kunden kaum erreichbar, kritisierten die Experten. "Wir schätzen, dass dem Allianz-Riester-Kunden damit ein Betrag von bis zu 3500 Euro zu Rentenbeginn nicht zur Verfügung steht", erklärte Alex Kleinlein vom Bund der Versicherten.

Quelle: n-tv.de, dpa/awi

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