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Gute Investments mit Hürden Anlegerinfo zu Indexfonds meist miserabel

Indexfonds oder kurz ETFs wären für viele Anleger ideal. Leider wissen sie nichts davon. Und auch die gesetzlich vorgeschriebenen Informationsblätter helfen kaum weiter. Oft sind sie unverständlich und völlig unübersichtlich, wie Finanztest mahnt.

Sie kosten wenig Gebühren und sind transparent: Börsengehandelte Indexfonds - sogenannte ETFs - sind attraktive Produkte. Allerdings sind sie nicht immer besser als gemanagte Fonds. Foto: Franziska Koark

Sie kosten wenig Gebühren und sind transparent: Börsengehandelte Indexfonds - sogenannte ETFs - sind attraktive Produkte. Allerdings sind die Anlegerinformationen wenig brauchbar.

(Foto: dpa-tmn)

Die Anlegerinformationen von Fondsgesellschaften zu ihren Indexfonds/ETFs sind zum großen Teil unverständlich. Zu diesem Schluss kommt die Zeitschrift "Finanztest" in ihrer Mai-Ausgabe nach der Auswertung von 18 Anlegerinformationen. Die Infoblätter sind demnach "voll mit schwer verständlichen Insidersätzen, Kunstwörtern und zäh formulierten Rechtshinweisen", kritisieren die Verbraucherexperten. Dabei sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anlegerinfos für Laien gedacht, damit diese Eigenschaften, Chancen und Risiken der Geldanlagen verstehen und vergleichen können.

Dazu tragen die untersuchten Infoblätter laut "Finanztest" allerdings nicht bei. Vielmehr bestehe die Gefahr, dass die Indexfonds von unerfahrenen Anlegern aufgrund der schlechten Informationsblätter für zu kompliziert gehalten werden. Und dass, obwohl der Gesetz­geber in den Ausführungen zu einer EU-Richt­linie ausdrück­lich fordert: "Jargon ist zu vermeiden". Dennoch strotzen viele Infoblätter vor Fach­begriffen und sind sprach­lich wie inhalt­lich eine Zumutung für den Leser.

Dabei seien die Fonds, die stur die Wertentwicklung von Aktien- oder Rentenindizes nachzeichnen, eigentlich eine einfach zu verstehende Anlageform und zugleich kostengünstig.

Im Test kam demnach keines der 18 Infoblätter über das Qualitätsurteil "befriedigend" hinaus, vier wurden sogar nur mit "mangelhaft" bewertet. Als Beispiel für unverständliche Kunstwörter nannten die Tester "Ogaw", eine Wortschöpfung für "Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren" - gemeint sind damit laut "Finanztest" schlicht Investmentfonds.

Um sich detaillierter über die Risiken zu informieren, empfehlen die Verbraucherexperten Kunden den Verkaufsprospekt für den Fonds, der auf der Internetseite des Anbieters verfügbar ist. Zwar halten sich die Anbieter bei der Beschreibung der Risikoklassen an die Vorgaben, weitere Details fehlten aber in den Infoblättern.

Quelle: n-tv.de, awi/AFP

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