Ratgeber

Irreführende Garantie Apple kassiert Abmahnung

Wer ein Apple-Produkt kauft, kann gleich noch eine Garantieverlängerung dazu buchen. Die ist allerdings nicht ganz billig, zwei Jahre Sicherheit kosten etwa bei einem iPad knappe 80 Euro. Was Apple dabei verschweigt: In der EU haben Käufer ohnehin zwei Jahre Gewährleistungsanspruch. Verbraucherschützer schicken dem Konzern nun eine Abmahnung.

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Auch Apple-Kunden haben in Europa mindestens zwei Jahre Gewährleistungsanpruch - ohne Extra-Kosten.

(Foto: REUTERS)

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat im Verbund mit zehn weiteren europäischen Verbraucherorganisationen Apple wegen der Garantieverlängerung "Apple Care Protection Plan" abgemahnt. Die Verbraucherschützer bemängeln, dass Apple seinen Kunden den Kauf der Garantieverlängerung empfiehlt, ohne deutlich auf die gesetzliche Gewährleistung hinzuweisen. Apple wollte zu dem Vorgehen der Verbraucherorganisationen keine Stellung nehmen. Das Unternehmen hat bis zum 30. März Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben.

Wer auf der Apple-Seite Produkte bestellt, dem empfiehlt das Unternehmen den Kauf einer zwei- oder dreijährigen Herstellergarantie, den so genannten AppleCare Protection Plan. Unter anderem heißt es in dem Text: "Alle Hardwareprodukte werden mit einer einjährigen Hardwaregarantie ab Kaufdatum geliefert. Durch den Kauf des AppleCare Protection Plan lässt sich der Anspruch auf Service und Support verlängern." Die Garantie lässt sich Apple teuer bezahlen: So kostet die zweijährige Gewährleistung für Reparaturen eines iPads beispielsweise 79 Euro, eine dreijährige Garantie für ein Mac Book liegt bei 349 Euro.

Kein Hinweis auf Rechtslage

Allerdings gilt in der gesamten Europäischen Union ohnehin eine gesetzliche Gewährleistung von mindestens zwei Jahren ab Übergabe der Kaufsache. Diese Gewährleistung können Kunden beim Händler einfordern, allerdings liegt die Beweislast nach sechs Monaten beim Käufer. Hersteller, die eine eigene Garantie abgeben, müssten "einfach und verständlich auf die gesetzlichen Ansprüche hinweisen", erklärt der vzbv. Diesen Anforderungen genügt die Aufmachung der Apple-Garantie nach Ansicht der Verbraucherschützer nicht. "Vielmehr könne bei Verbrauchern der Eindruck entstehen, dass sie ohne die kostenpflichtige Herstellergarantie nach einem Jahr keinen Anspruch mehr auf Gewährleistung haben." Damit halte Apple sie davon ab, ihre gesetzlichen Ansprüche geltend zu machen. Dies verstoße gegen die Vorschriften des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb.

Apple hatte in Sachen "Apple Care" schon Ärger in Italien. Dort musste das Unternehmen im vergangenen Dezember eine Strafe von 900.000 Euro wegen unzureichender Information von Verbrauchern zahlen. Der Marktregulierer AGCM bemängelte ebenfalls, dass der iPhone- und iPad-Hersteller seine Kunden nur mangelhaft über die Garantielaufzeit und Einzelheiten seiner Garantieverlängerung informiert habe. Die Behörde AGCM (Autorita Garante della Concorrenza e del Mercato) war nach Beschwerden italienischer Verbraucherschützer aktiv geworden.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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