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Banken folgen EZB Auch die Dispo-Zinsen sinken

Endlich mal eine gute Nachricht von der Zinsfront. Die Geldinstitute senken im Rahmen der Leitzinssenkung auch die Belastungen für Dispokredite und Kontoüberziehungen. Die schlechte Nachricht ist : es bleibt teuer sein Konto zu überziehen.

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Bankkunden sollten nur im Notfall ihr Konto überziehen - denn für den Dispokredit werden meist horrende Zinsen fällig.

(Foto: dpa)

Gut eine Woche nach der Leitzinssenkung haben die ersten Banken ihre Zinsen für Dispokredite und Kontoüberziehungen gesenkt. Als erste hätten d ie Deutsche Bank, ihre Tochter Berliner Bank sowie die Direktbank Cortal Consors am Freitag diesen Schritt gemacht, sagte Sigrid Herbst von der Finanzberatung FMH der Nachrichtenagentur AFP. Weitere Banken würden noch folgen, da alle Institute, deren Dispozins an die EZB gekoppelt sei, zur Weitergabe der Leitzinssenkung an ihre Kunden verpflichtet seien.

"Banken, die ihren Dispo an den Leitzins der EZB koppeln, müssen das auch komplett weitergeben", sagte Herbst. Spätestens bis Ende November müssten sie ihren neuen Zinssatz nennen und die Dispozinsen mindestens um die Höhe der Leitzinssenkung verringern. Bei der Gestaltung anderer Zinssätze seien die Banken hingegen völlig frei.

Wie der Berliner "Tagesspiegel" (Samstagsausgabe) unter Berufung auf eine eigene Umfrage berichtet, senkten die Deutsche Bank und ihre Tochter Berliner Bank die Dispo- und Überziehungszinsen um 0,35 Prozentpunkte. Die ebenfalls zur Deutsche-Bank-Gruppe gehörende Norisbank nehme 0,25 Prozentpunkte weniger. Die Berliner Sparkasse werde die Dispozinsen am 15. Dezember um 0,26 Prozentpunkte senken, die ING Diba wolle am 15. Februar 2014 nachziehen und den Dispozins um 0,25 Prozentpunkte senken.

Dispo- und Überziehungszinsen werden fällig, wenn ein Bankkunde kein Geld mehr auf dem Girokonto hat, es aber weiter belastet wird und ins Minus rutscht. Zunächst gewährt die Bank in der Regel einen Dispositionskredit - kurz: Dispokredit oder Dispo. Dieser ermöglicht eine begrenzte Überziehung. Limit sind oft zwei oder drei Monatsgehälter. Für Überziehungen in diesem Rahmen gilt der Dispozinssatz. Wird das Konto über diesen Rahmen hinaus überzogen, fallen Überziehungszinsen an. Diese liegen oft noch mehrere Prozentpunkte höher.

Die Zinsen für Dispokredite sind dennoch sehr hoch: Verlangt werden Sätze im deutlich zweistelligen Prozentbereich. Manche Institute verlangen bis zu knapp 15 Prozent Zinsen, wie jüngst eine Untersuchung der Stiftung Warentest für die Zeitschrift "Finanztest" ergab. Über das Jahr gesehen summieren sich die Zinsbeträge.

Quelle: n-tv.de, AFP

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