Ratgeber

Schufa und Co. Auskünfte oft unvollständig

Falsche Daten von Auskunfteien können mitunter verheerende Auswirkungen haben. Denn anhand dieser Informationen wird festgelegt, ob Verbraucher beispielsweise Leasingverträge abschließen dürfen oder wie hoch ihre Kreditraten ausfallen. Die Stiftung Warentest hat geprüft, wie zuverlässig die Auskunfteien arbeiten.

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Die Firmen schauen genau hin - und das sollten Verbraucher auch tun.

(Foto: Barbara Eckholdt, pixelio.de)

Wenn Privatpersonen Verträge mit Unternehmen abschließen, kommen sie ins Spiel: Auskunfteien. Egal ob Ratenkredit, Handyvertrag oder Versandbestellung – ohne Bonitätsprüfung gibt es keine Leistung. Die Informationen, die Auskunfteien gespeichert haben, sollten also korrekt sein. Die Stiftung Warentest hat geprüft, inwieweit die Auskunfteien diesen Anspruch erfüllen. Das Ergebnis ist beunruhigend: Falsche, veraltete und fehlende Daten seien an der Tagesordnung, so das Ergebnis des Tests, der in der neuen Ausgabe von "Finanztest" nachzulesen ist.

 

Seit 1. April haben Verbraucher das Recht, kostenlos zu erfahren, welche Daten über sie bei Auskunfteien gespeichert sind. Auf dieser Grundlage richteten 89 Testpersonen Anfragen an die Schufa, an Creditreform, Infoscore, Bürgel, Accumio und Deltavista. Beim größten Datendienstleister, der Schufa, bekamen nur elf eine vollständig korrekte Auskunft, die wirklich alle relevanten Informationen enthielt. Als größtes Problem erwiesen sich fehlende Daten, etwa zu Girokonten, Kreditkarten und Handyverträgen. Zu solchen Ungenauigkeiten kann es kommen, weil nicht alle Unternehmen mit der Schufa zusammenarbeiten. Manche Daten, wie etwa Hypothekarkredite, sind auch nicht meldepflichtig. Dass auch die Schufa nicht alles weiß, zeigte sich auch an der Aktualität: Nicht selten waren die Informationen veraltet. So waren zum Beispiel auch Kreditkarten gespeichert, die der Kunde längst gekündigt hatte.

Fragwürdiger Datenschutz

Häufig waren die Auskünfte unvollständig: Obwohl die Tester ausdrücklich ihren Scorewert angefordert hatten, übermittelte Creditreform diesen nur an zwei Drittel der Tester, Bürgel nur in vier von 25 Fällen. Accumio, Infoscore und Deltavista verschickten ihn gar nicht.Schwachstellen zeigen sich zudem beim Thema Datenschutz. Bei Infoscore mussten nur vier der Tester mit einer Personalausweiskopie ihre Identität bestätigen, die anderen bekamen die Daten auch so. Bei Bürgel wurde überhaupt keine Identität geprüft. Unbefugten ist es so möglich, an sehr sensible Daten von Fremden zu kommen.

 

Übrigens: Wer feststellt, dass die gespeicherten Daten bei einer Auskunftei falsch sind, kann und sollte eine Korrektur verlangen.

Quelle: ntv.de, ino

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