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Einnahme "harter" Drogen Auto stehen gelassen - Lappen dennoch weg

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Der Führerschein ist allein wegen der Tatsache der Einnahme von harten Drogen in der Regel zu entziehen.

Sich bedröhnt hinters Lenkrad zu setzen, ist generell keine gute Idee. Doch wer harte Drogen konsumiert, braucht nicht einmal einen Fahrversuch zu machen, um den Führerschein einzubüßen, wie ein Gerichtsurteil zeigt.

Egal, ob Alkohol- oder Drogenkonsum, beides verträgt sich nicht mit der Teilnahme am Straßenverkehr. Doch auch wer sich anscheinend vernunftbegabt verhält und sein Fahrzeug nach der Einnahme von Drogen zwei Tage stehen lässt, ist vor Strafe nicht sicher, wie ein Urteil des Verwaltungsgerichts (VG, Az.: 1 L 1587/18.NW) zeigt.

Was war passiert?

In dem verhandelten Fall wollte der Inhaber einer Fahrerlaubnis auf einem Festival feiern "wie in alten Zeiten" und hatte dabei unter anderem Amphetamin (Ecstasy) eingenommen. Sein Auto hatte er extra zu Hause gelassen und ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel zum Festivalort genutzt. Auf dem Nachhauseweg wurde er am Bahnhof von der Polizei kontrolliert und der Drogenkonsum festgestellt.

Die Fahrerlaubnisbehörde des Landkreises entzog ihm daraufhin mit sofortiger Wirkung den Führerschein. Dagegen wandte sich der Mann in einem Eilverfahren an das VG Neustadt und berief sich darauf, dass er zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeugs im öffentlichen Straßenverkehr pflichtgemäß getrennt habe. Im Anschluss an das Festival habe er sogar noch zwei Tage Urlaub genommen, um auszunüchtern. Bei ihm müsse deshalb von der Fahrerlaubnisentziehung ausnahmsweise abgesehen werden.

Dies sah das Gericht jedoch anders. Demnach ist die Fahrerlaubnis allein wegen der Tatsache der Einnahme von harten Drogen wie Amphetamin im Regelfall zu entziehen. Die Argumentation des Antragstellers rechtfertigt hier keine Ausnahme. Da es für die Rechtmäßigkeit des Führerscheinentzugs auf eine Verkehrsteilnahme unter Drogeneinfluss bei der Einnahme harter Drogen gar nicht ankomme, sei es auch nicht erheblich, ob der Antragsteller, wie er behaupte, zuverlässig zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges getrennt habe und zukünftig trennen könne.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen seien die möglichen Wirkungen und Nachhalleffekte harter Drogen auch in ihrer zeitlichen Dimension nicht zuverlässig einzuschätzen und das damit verbundene hohe Risiko sei deshalb nicht beherrschbar. Insbesondere gelte dies innerhalb der vom Antragsteller sehr knapp bemessenen Ausnüchterungszeit von nur zwei Tagen nach der Beendigung des Drogenkonsums. 

Quelle: n-tv.de, awi

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