Ratgeber

Trotz Dauerärger Azubi hat Bleiberecht

Einem Auszubildenden kann nicht einfach fristlos gekündigt werden, selbst wenn er seinen Meister an den Rand des Wahnsinns treibt. Diese Erfahrung musste ein Kfz-Reparaturbetrieb machen, der einen Mechatronik-Lehrling vor die Tür gesetzt hatte, nachdem dieser zum zweiten Mal gegen das betriebsinterne Fahrverbot verstoßen hatte. Er war mit einem Lastwagen und einem Bus gefahren und hatte dabei kleinere Zusammenstöße und Sachschäden verursacht. Darüber hinaus zeigte der Azubi schlechte schulische Leistungen und verhielt sich Kunden gegenüber unhöflich.

So einfach wird allerdings keinen Lehrling los, entschied das Landesarbeitsgericht Frankfurt/Main (Az.: 17 Sa 518/07). Ein Ausbildungsverhältnis darf nur nach ganz erheblichen Verstößen gekündigt werden. In diesem Fall habe es jedoch bereits an einer Abmahnung gemangelt. Der Lehrling habe somit keine Möglichkeit bekommen, sein Verhalten zu bessern. Und schlechte Schulnoten sind nur ein Kündigungsgrund, wenn sich abzeichnet, dass dadurch ein erfolgreicher Abschluss der Gesellenprüfung unmöglich wird, urteilten die Richter.

Quelle: ntv.de