Ratgeber

Trotz EZB-Zinssenkung Banken erhöhen Dispo-Zinsen

Über die Zinskonditionen ist die Finanzkrise zum Teil jetzt auch bei den Sparern angekommen. Diesen Schluss zieht die unabhängige Finanzberatung FMH in Frankfurt aus der Auswertung von Zinsvergleichen der Banken. Demnach haben sieben Banken den Dispo-Zins, mit dem Verbraucher eine Überziehung ihres Girokontos bezahlen müssen, im Vergleich zum Wert vor vier Wochen um bis zu einen Prozentpunkt erhöht. Dazu gehören die Berliner Sparkasse, Berliner Volksbank, Commerzbank, Cronbank, Frankfurter Sparkasse, Sparda-Bank München und Sparda-Bank West.

Den höchsten Dispozins weist in der Übersicht die Dresdner Bank aus. Sie verlangt 15 Prozent Zinsen für das genehmigte Minus auf dem Konto. Vergleichsweise hoch ist der Disopozins bei der Commerzbank (14,73), Berliner Sparkasse (14,50), GE Money Bank, Frankfurter Sparkasse, Berliner Bank, Postbank (alle 14,25), SEB (14,20), HypoVereinsbank (14,15) und Hamburger Sparkasse (14,05). Die Deutsche Bank hat den Dispozins zwar um 0,5 Prozentpunkte gesenkt, verlangt aber immer noch 14,00 Prozent.

Vor dem Hintergrund der für morgen erwarteten Leitzinssenkung sei dieser Schritt nicht zu verstehen, denn der Trend bei den Zinsen für Guthaben- wie für Schuldzinsen müsste demnach nach unten zeigen, urteilt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. Dass der Dispo-Kredit auch deutlich günstiger zu haben ist, zeigt zum Beispiel die Deutsche Kreditbank. Hier kostet die Kontoüberziehung nur 7,90 Prozent. Relativ günstig sind auch die Citibank, CortalConsors, EthikBank, ING-DiBa sowie zahlreiche PSD-Banken, die ihren Dipo-Zins unter der 10-Prozent-Markte halten.

Beim Festgeld ergab die Auswertung den Angaben nach auch, dass 14 Banken den Zins in den vergangenen vier Wochen bereits gesenkt haben. Für ihre Guthaben bekommen Sparer also bereits weniger.

Quelle: n-tv.de