Ratgeber

"Zinsen wie aus der Zeit gefallen" Banksparpläne mit hoher Rendite

Banksparpläne gelten nicht gerade als Rendite-Renner und die meisten sind auch keine. Doch nun hat sich die Stiftung Warentest auf dem Markt umgesehen und ein paar überraschende Entdeckungen gemacht.

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Banksparpläne taugen manchmal auch als Alternative zur Festgeldanlage.

(Foto: imago/McPHOTO)

Die Zinsen sind im Keller und dort werden sie wohl auch noch eine Weile bleiben. Doch für Anleger, die i hr Geld nicht an die Börse tragen wollen, gibt es noch interessante Optionen. Bei einer Untersuchung von 41 Banksparplänen hat die Stiftung Warentest nach eigener Aussage "überraschend gute Konditionen" entdeckt. Bei den besten Anbietern seien Renditen zwischen 2,5 und 3 Prozent drin.

Das Prinzip "Banksparplan" ist einfach: Man zahlt monatlich ein und bekommt nach der festgelegten Laufzeit das Geld plus Zinsen zurück. Bei manchen Angeboten gibt es keinen fixen Auslauftermin, sie können nach Ablauf der Kündigungssperrfrist jederzeit aufgelöst werden. Bei den meisten dieser flexiblen Sparpläne ist nach spätestens zehn Jahren Schluss. Auf der anderen Seite stehen Angebote mit fest vereinbarter Laufzeit, die sich vorher nicht oder nur mit Verlust kündigen lassen. An das Geld kommt man also nicht heran, aber wenigstens hält sich das Risiko in Grenzen, dass man die Sparraten nicht mehr aufbringen kann. Die Mindestrate liegt je nach Bank bei 25 oder 50 Euro.

Die am weitesten verbreitete Variante ist der kündbare Sparplan mit variablen Zinsen. Der Basiszins ist dabei an einen Referenzwert gekoppelt, beispielsweise an den Drei-Monats-Euribor. Aktuell fällt der Basiszins bei den meisten Anbietern aber ziemlich mager aus, mehr als 0,5 Prozent zahlen nur wenige. Viel wichtiger ist der laufzeitabhängige Bonus. Beim Ansparplan der Sparda Bank Südwest kommen nach "Finanztest"-Berechnungen nach fünf Jahren beispielsweise 2,06 Prozent Rendite heraus. Selbst wenn der Basiszins auf null gesenkt würde, seien durch den Bonus noch 1,74 Prozent Rendite drin.

Der Bonus reißt's raus

Das Sparda-Angebot hat allerdings den Haken, dass es nur für Kunden in Rheinland-Pfalz und im Saarland zugänglich ist. Eine Alternative kann das Anlagekonzept Zukunft der Nassauischen Sparkasse sein. Der Basiszins ist mit derzeit 0,2 Prozent verschwindend gering, doch der Bonus sichert den Kunden nach sieben Jahren eine Rendite von 2,14 Prozent. Klettert der Basiszins, kann es auch mehr werden.    

Oft sind es Eltern oder Großeltern, die bei der Geburt eines Kindes einen Sparplan abschließen. Wer langfristig Geld zurücklegen will, findet derzeit bei der Umweltbank das beste Angebot für eine Laufzeit von 18 Jahren. Hier ist mit 2,77 Prozent Rendite zu rechnen, wenn es beim derzeitigen Basiszins von 0,3 Prozent bleibt. Woran dieser Basiszins gekoppelt ist, schreibe die Bank aber nicht, obwohl sie dazu verpflichtet sei, moniert die Stiftung Warentest. Das gleiche gelte für die Bank für Kirche und Caritas, die ebenfalls mit brauchbaren Renditen über lange Laufzeiten lockt.

Wer jetzt schon mit Sicherheit wissen will, wie viel nach 18 Jahren herauskommt, könnte bei der Edeka-Bank fündig werden. 2,5 Prozent Rendite sind hier fix, ziehen die Marktzinsen wieder an, kann man aber nur zuschauen. Wer sich darauf einlässt, sollte sich sicher sein, dass die Raten in Zukunft auch machbar sind. Denn eine spätere Absenkung ist ausgeschlossen und die Kündigung ebenso. Der Festzinssparplan der Denizbank bietet hier etwas mehr Flexibilität, denn die Raten lassen sich bis zu sechs Monate lang aussetzen. Sparer können sich zwischen fünf und zehn Jahren binden und bekommen, abhängig von der Laufzeit zwischen 2,25 und 3,125 Prozent Rendite. Solche Zinsen über zehn Jahre wirkten "wie aus der Zeit gefallen",  stellt "Finanztest" fest.

Besser als ein Festgeldkonto

Bei kürzeren Laufzeiten sei hingegen das Angebot der VTB Direktbank derzeit konkurrenzlos. 2,5 Prozent Rendite sind drin, egal wie lange der Vertrag bespart wird. Eine Kündigung ist aber frühestens nach vier Jahren möglich. Ansonsten bietet der Flexsparplan maximale Flexibilität: Raten können nicht nur jederzeit unterbrochen werden, auch eine Erhöhung auf bis zu 1000 Euro ist möglich. Außerdem akzeptiert die Bank Sonderzahlungen von bis zu 5000 Euro im Jahr. Wer eine Alternative zum schlecht verzinsten Festgeldkonto sucht, könnte hier also durchaus auf seine Kosten kommen.   

Die beiden Stars aus dem Finanztest-Vergleich haben allerdings einen Schönheitsfehler: Denizbank und VTB-Bank sitzen zwar in Österreich, sind aber Tochtergesellschaften russischer Finanzkonzerne. Die Befürchtung, dass die EU-Sanktionen gegen Russland auch die Tochterbanken treffen könnten, sei aber unbegründet, so die Stiftung Warentest. Die Sanktionen würden schließlich nur für russische Banken gelten. Sollte eines der Institute trotzdem ins Trudeln geraten, greift die österreichische Einlagensicherung. Pro Anleger sind bis zu 100.000 Euro Guthaben plus Zinsen abgedeckt.

Quelle: ntv.de, ino

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