Ratgeber

Plötzlich wieder attraktiv Bauspardarlehen wieder günstiger als Bankkredite

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Bausparen lohnt sich nur, wenn der Vertrag optimal auf die eigenen Ziele abgestimmt ist.

(Foto: imago/allOver-MEV)

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Die Zinsen für Hypothekendarlehen haben sich seit Anfang des Jahres verdreifacht, bei den Bausparkassen sind sie hingegen konstant geblieben, wie Finanztest berichtet. Der klassische Nutzen von Bauspardarlehen rückt damit wieder in den Fokus: der Schutz vor steigenden Zinsen.

Mit dem starken Anstieg der Hypothekendarlehen seit Anfang des Jahres wird Bausparen wieder attraktiv: Bauspardarlehen sind aktuell günstiger als Bankkredite "und werden es wohl auch bleiben", wie die Zeitschrift "Finanztest" berichtet. Seit Jahres­beginn haben sich die Zinsen für Hypothekendarlehen verdreifacht. Statt weniger als 1 Prozent zahlten Immobilienkäufer Ende Juli 2022 für ein Bank­darlehen mit zehn Jahren Lauf­zeit fast 3 Prozent Zinsen im Jahr.

Bei den Bausparkassen gibt es solche Zins­sprünge nicht. In ihren aktuellen Tarifen verlangen sie meist 1,5 bis 2,5 Prozent als Darlehens­zins – nicht mehr als im Jahr zuvor. Und für Sparer, die heute einen Vertrag abschließen, werden diese Konditionen auch noch in fünf oder zehn Jahren gelten.

Finanztest untersuchte 200 Tarifvarianten der 17 Bausparkassen in Deutschland und zeigt die besten Tarife für eine Finanzierung in vier, acht und zwölf Jahren.

Bauspardarlehen waren eingeführt worden, um vor steigenden Zinsen zu schützen. "Wer heute einen Vertrag abschließt, wird die gleichen Konditionen auch noch in fünf oder zehn Jahren haben", erläuterte "Finanztest" vorab aus der September-Ausgabe. Ein Teil der Finanzierung ist damit unabhängig davon, wie sich die Zinsen entwickeln.

Zinssatz gilt auch für kleine Kreditsummen

Immobilienkäufer brauchen dann künftig weniger Geld von der Bank - und können so später einen günstigeren Zinssatz bekommen. Ein Vorteil laut "Finanztest" ist auch, dass der Zinssatz für Bauspardarlehen ebenfalls für kleine Kreditsummen gilt; außerdem sind beliebig hohe Sondertilgungen oder auch eine komplette Rückzahlung jederzeit möglich. "Wie gut ein Bausparvertrag ist, zeigt sich daran, wie er zum konkreten Sparziel passt", so die Tester. Sie rechneten dafür Modellfälle durch und schauten sich Zinssätze, Gebühren, Mindestsparguthaben und Regelsparbeitrag an.

Im ersten Modellfall ist der Kauf eines Hauses in vier Jahren geplant. Bis dahin werden zuerst 40.000 Euro und dann monatlich 300 Euro eingezahlt. Im zweiten Modellfall sparen Kunden 400 Euro im Monat und brauchen das Geld in acht Jahren. Im dritten Fall werden 250 Euro monatlich gespart, um eine Immobilie in zwölf Jahren zu finanzieren.

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Das Ergebnis: Keine Bausparkasse kann in allen drei Modellfällen punkten, wie "Finanztest" mitteilte. Signal Iduna wurde in zwei Fällen erster, die BHW erreichte je einmal den ersten und den zweiten Platz.

"Finanztest" warnte, Bausparen sei oft "so komplex, dass selbst Beratern der Bausparkassen der Durchblick fehlt". Besonders wichtig sei das richtige Timing: Ein guter Vertrag sei so justiert, dass die Bausparsumme voraussichtlich pünktlich für die geplante Finanzierung zur Verfügung steht. "Sonst müssen Sparer ihre Pläne verschieben oder die Wartezeit bis zur Zuteilung mit einem Zwischenkredit überbrücken". Wenige Monate seien kein Problem, wird der Bausparvertrag aber erst viele Jahre nach dem Wunschtermin zuteilungsreif, könne ein Zwischenkredit extrem teuer werden.

Quelle: ntv.de, awi/AFP

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