Ratgeber

iPad auf der Weihnachtsfeier Bescherung nur für Anwesende

Wenn Arbeitnehmer sich vor der Weihnachtsfeier drücken, können Firmen sie nicht mit der Peitsche dazu zwingen. Sie können es aber mit Zuckerbrot versuchen, etwa in Form von Geschenken. Wer dann nicht da ist, hat Pech, entscheidet das Kölner Arbeitsgericht.

Wer nicht zur Weihnachtsfeier kommt, verpasst auch die Bescherung.

Wer nicht zur Weihnachtsfeier kommt, verpasst auch die Bescherung.

Kollegen außer Rand und Band, krampfhafter Smalltalk mit dem Chef - längst nicht alle Mitarbeiter betrachten Weihnachtsfeiern als Highlight im Büroalltag. Wer der betrieblichen Sause lieber fernbleibt, darf sich hinterher aber nicht beschweren, wenn er keine Geschenke bekommt. Das hat jetzt das Arbeitsgericht Köln klargestellt. In dem Fall hatte ein Mitarbeiter geklagt, weil er auch ein iPad Mini von seiner Firma haben wollte (Az.: 3 Ca 1819/13).

Der Arbeitgeber, ein Handelsunternehmen mit etwa 100 Mitarbeitern, hatte die Apple Tablets im Wert von je rund 400 Euro unangekündigt auf der Weihnachtsfeier verteilt. Damit reagierte die Firma auf die in der Vergangenheit eher bescheidenen Teilnehmerzahlen an Betriebsveranstaltungen. Alle 75 anwesenden Kollegen bekamen ein Gerät – der Kläger allerdings nicht, denn er war zum Zeitpunkt der Weihnachtsfeier krankgeschrieben. Vor Gericht berief er sich auf die Gleichbehandlung. Zudem sei das iPad eine Vergütung, und die stehe ihm auch während seiner Arbeitsunfähigkeit zu.

Das sah das Gericht allerdings anders: Der Arbeitgeber habe mit seiner "Überraschung" ein freiwilliges Engagement außerhalb der Arbeitszeit belohnen wollen. Deshalb handele es sich um eine Zuwendung eigener Art, die nicht mit einer Vergütung für geleistete Arbeit zu vergleichen sei. Der Arbeitgeber sei bei solchen Zuwendungen auch berechtigt, die Mitarbeiter unterschiedlich zu behandeln, wenn er damit das Ziel verfolgt, die Betriebsfeiern attraktiver zu gestalten und die Mitarbeiter zur Teilnahme zu motivieren. Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen, der Arbeitnehmer kann gegen das Urteil Berufung einlegen.

Quelle: n-tv.de, ino

Mehr zum Thema