Ratgeber

Hackfleisch im Test Bio ist meist leckerer

Bulette oder Bolognese - Hackfleisch ist bei vielen Gerichten eine Grundzutat. Qualitativ gibt es gewisse Unterschiede, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt. Einige Produkte sollten auf keinen Fall roh auf dem Mettbrötchen landen.

Hackfleisch ist ein heikles Produkt. Durchgebraten ist es meistens unproblematisch. Wie jedes Fleisch ist es aber nie ganz frei von Keimen und wer gerne Mettbrötchen verzehrt, sollte von einigen Produkten besser die Finger lassen. Die Stiftung Warentest hat 21 Hackfleischmarken ins Labor geschickt und in jeder zweiten potenziell krankmachenden Keime gefunden. Fünf Produkte waren sensorisch nur "ausreichend".

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Gehacktes halb und halb trifft's nicht so ganz. Meist überwiegt der Schweinefleischanteil.

(Foto: imago/JuNiArt)

Das meiste Hack im Vergleich kam abgepackt aus dem Kühlregal. Daneben haben die Tester aber auch Fleisch aus der Bedientheke analysiert. Im Schnitt seien Geschmack, Geruch und Mundgefühl hier besser gewesen als bei der länger haltbaren Ware, berichtet Warentest. Auch die Fleischqualität war meist etwas höher. So enthielt Thekenfleisch oft weniger Fett, aber etwas mehr Eiweiß als abgepackte Ware.

Ob aus dem Kühlregal oder frisch: In der Regel enthielt das gemischte Hack etwas mehr Schweine- als Rindfleisch. Nur bei drei Bioprodukten überwog der Rindanteil deutlich. Das lässt sich dadurch erklären, dass in Deutschland mehr Biorind- als Bioschweinefleisch produziert wird. Nach dem Fleischskandal von 2013 testeten die Warentester auch auf Pferdefleisch, konnten hier aber Entwarnung geben: Pferd fand sich in den Proben ebenso wenig wie Esel oder Känguru.

Mettbrötchen wird zum Risiko

Keine Entwarnung gibt es dagegen beim Thema "Keime". Eine erhöhte Zahl von E.coli-Bakterien entdeckte das Labor beispielsweise im teuersten Fleisch im Test, dem Bioprodukt von Dennree. Das Thekenfleisch von Kaufhof enthielt dagegen auffällig viele Enterobakterien. Gefährlich waren die Zahlen bei den beiden Produkten zwar nicht, allerdings lagen sie schon in der Nähe der Grenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie. "Das könnte ein Hinweis auf mangelnde Hygiene bei der Produktion sein", so Warentest.

Salmonellen können schon in geringer Konzentration krankmachen, deshalb sollten sie in Lebensmitteln überhaupt nicht vorkommen. Beim "Gut Bartenhof"-Hackfleisch von Norma wurden sie aber in allen untersuchten Proben gefunden. Die Werte waren zwar noch nicht kritisch und das Fleisch durfte so auch im Verkauf landen, roh sollte man es aber auf keinen Fall verzehren - die Warnung steht auch auf der Packung. Nach gründlichem Durchbraten sollte keine Gefahr mehr bestehen, auf dem Mettbrötchen könnte das Norma-Hack aber eine verheerende Wirkung haben.

Und welches Fleisch ist nun das beste? Bei den abgepackten Produkten liegt man mit Bioprodukten meistens richtig. Testsieger war das bei Kaufland und Real erhältliche Fleisch von Bio+, dahinter folgten die Biomarken von Aldi Nord und Lidl. Bei der Thekenware überzeugte das Fleisch von Edeka am meisten, hier lobten die Prüfer den kräftig-aromatischen Geschmack. Auch die Frischware von Real konnte in der Sensorikprüfung punkten.

Quelle: ntv.de, ino