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Mietwagen besser online suchen Branchenriesen sind meist teuer

Ob Sixt, Europcar, Avis oder Hertz - die großen Autovermieter glänzen zwar durch ein gutes Filialnetz, aber nicht unbedingt durch günstige Preise. Am billigsten fährt man mit Preisvergleichsportalen, die auch kleinere Vermieter listen. Doch nicht alle Angebote sind ohne Tücken, wie eine Stichprobe der Stiftung Warentest zeigt.

Wer einen Mietwagen buchen will, kommt bei einem Online-Vermittler günstiger. Das zeigt ein Test. (Bild: BMW/dpa/tmn)

Im Ausland sollte man auf die Haftpflicht-Deckung achten.

Wenn es um skurrile Werbung geht, ist eine Mietwagenfirma kaum zu übertreffen: Sixt. Die Münchner verpassten auf Werbeplakaten Bundeskanzlerin Merkel eine Cabriofrisur, machten sich über die Dienstwagenaffäre von Ex-Ministerin Ulla Schmidt lustig und warben damit, dass man in Griechenland bei Sixt wieder mit Drachmen bezahlen könne.

Auch der finanziell abgestürzte Schlagerstar Matthias Reim sang für Sixt eins seiner Lieder neu ein: "Verdammt ich brauch nix, ich miet bei Sixt." Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Lässt man allerdings nackte Zahlen sprechen, ist der Mietwagenverleiher Sixt alles andere als günstig - oder zumindest genauso teuer wie die großen Konkurrenten Avis, Europcar und Hertz. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest auf Grundlage einer Stichprobe.

Vergleichsportale günstiger

Die Tester haben die Angebote der vier großen Mietwagenfirmen den Offerten der Mietwagen-Preisvergleichsportale billiger-mietwagen.de, mietwagen-check.de und mietwagenmarkt.de gegenübergestellt. Die Vermittlungsportale haben in fünf Beispielfällen (ein Tag Berlin, ein Wochenende in München und je eine Woche in Dubrovnik, Palma de Mallorca und Rom) immer deutlich günstigere Mietwagen angeboten. Teilweise mehr als das Doppelte verlangten Sixt, Europcar, Hertz und Avis. Fündig werden die Mietwagen-Vergleichsportale bei kleineren Vermietern wie Auto Escape, Auto Europe, CarDelMar, DriveFTI oder SunnyCars.

Allerdings sollte man bei der Wahl des Angebots nicht ausschließlich auf den Preis schauen. Gerade bei den günstigsten Angeboten fehlt es oft an dem richtigen Versicherungsschutz. Hier sollte man auf Nummer sicher gehen und zum etwas teureren Angebot greifen. billiger-mietwagen.de macht dies beispielsweise durch drei Paketeinstufungen deutlich: Basis-Paket, Gutes Paket und Bestes Paket.

Rundum-Schutz buchbar

Wer sich für das Beste Paket entscheidet, kann wenig falsch machen. Vollkasko- und Diebstahlversicherung gibt es hier ohne Selbstbeteiligung, die Haftpflichtdeckungssumme beträgt mindestens eine Million Euro, Schäden an Glas, Dach, Unterboden und Reifen sind abgedeckt, Diebstahl ist versichert, es gibt keine Kilometerbeschränkung und eine Stornierung ist kostenlos bis 24 Stunden vor der Anmietung möglich.

Das entspricht weitestgehend auch den Empfehlungen der Stiftung Warentest. In einer Online-Umfrage hatten die Tester dazu aufgerufen, Erfahrungsbögen nach einer Automietung auszufüllen. Immerhin 2000 Nutzer haben sich beteiligt,  jeder Siebte von ihnen war nicht zufrieden. Gründe hierfür waren, dass sich der ursprüngliche Mietwagenpreis durch zusätzliche "unvermeidbare" Versicherungen und Dienstleistungen wesentlich erhöhte, Beschädigungen am Fahrzeug zu Lasten des Kunden ausgelegt wurden, Wagen nicht vollgetankt übernommen werden konnten, für Winterreifen extra abkassiert wurde, die Deckungssummen bei Versicherungen viel zu niedrig waren und kein Auto in der gebuchten Klasse zur Verfügung stand.

Übergabezustand bescheinigen lassen

Wer ein Auto mietet und Ärger vermeiden will, sollte Versicherungen ohne Selbstbeteiligung und Zusatzversicherungen für Diebstahl, Glas, Reifen, Unterboden und Dachschäden abschließen, die meist in der Vollkaskoversicherung nicht enthalten sind. Wenn der Autovermieter dies nicht anbietet, sollte eine sogenannte Mallorca-Police abgeschlossen werden. Diese garantiert im Ausland - auch außerhalb von Spanien und Mallorca - eine Mindestdeckung nach deutschem Maßstab.

Insbesondere, wenn der Wagen schon ein paar tausend Kilometer auf dem Tacho hat, sollte man sich bei Abholung das Fahrzeug genau auf Vorschäden ansehen und diese auch protokollieren lassen. Das Gleiche gilt bei Fahrzeugrückgabe. Hier sollte man sich bestätigen lassen, dass das Fahrzeug in einwandfreiem Zustand zurückgegeben wurde.

Quelle: n-tv.de

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