Ratgeber

Ein Auto, viele Nutzer Carsharing wird interessanter

Mit steigenden Sprit- und Unterhaltskosten fürs eigene Auto wird das Modell Carsharing immer beliebter. Die Anbieter verzeichnen bundesweit zweistellige Zuwachsraten und - was Altkunde Horst Seemann besonders schätzt - werden auch bei Technik und Service immer moderner. Per Telefon und Internet hat der IT-Unternehmer den Wagen für eine zweistündige Fahrt vorbestellt und prüft zunächst, ob es Dellen oder Beulen im Auto gibt.

Der Weg zum Carsharing-Standort war für ihn nicht weit. Über 3000 Stellplätze gibt es mittlerweile bundesweit - mit einem eindeutigen Übergewicht bei den großen Städten und im Süden Deutschlands. Zumindest in den Ballungsräumen der Republik ist Carsharing bequem. Mit der eigenen Chipkarte schließt Seemann elektronisch das Auto auf und gibt gleichzeitig seinem Anbieter das Signal, dass es losgeht. Im Handschuhfach liegt dann der Bordcomputer, wo die Eingabe der PIN erfolgt. Dann kann er starten.

Für Stadtfahrten optimal

Getränkekisten oder Regale vom Baumarkt transportiert Herr Seemann meist mit dem Auto und kann dazu zwischen verschiedenen Automodellen wählen. Auf jeden Fall sind es immer kleinere Stadtfahrten, denn nur dann rechnet sich das ganze. Man bezahlt eine monatliche Pauschale. Seelmann hat sich für die Mittlere von drei Stufen entschieden und zahlt 15 Euro pro Monat. Hinzu kommt eine Stundenpauschale. Bei einem Kombi von Opel werden zwei Euro pro Viertelstunde fällig. Darüber hinaus muss er für jeden gefahrenen Kilometer 18 Cent plus einen Spritzuschlag von acht Cent zahlen. Bei der heutigen Fahrt kommen rund 40 Kilometer in zwei Stunden zusammen. Alles in allem zahlt er dafür rund 20 Euro. Die Kurzstrecke rechnet sich bei Carsharing-Anbieter Greenwheels, alles über 120 Kilometer eher nicht.

Ähnlich liegen die Kilometer und Zeitpreise auch beim DBCarsharing - dem größten Anbieter in Deutschland. Es gibt eine einmalige Anmeldegebühr von knapp hundert Euro, allerdings fällt keine monatliche Gebühr an. DBCarsharing setzt außerdem auf eine große Autoflotte, die auch große Limousinen ohne aufgedrucktes Logo bereithält. Viele Carsharing-Stationen sind über die Republik verteilt.

Zusätzliche Annehmlichkeiten

Konkurrent Stadtmobil hat da weniger Limousinenauswahl und weniger Standorte als das DBCarsharing - und hat trotzdem Finanzberater Jürgen Tamm als Kunden gewonnen. Für seine Bedürfnisse ist Stadtmobil ideal: Tamm fährt höchstens zweimal in der Woche mit dem Auto, aber dann richtig viel. Bei Stadtmobil hat er einen Anbieter gefunden, der bei Fahrten ab 100 Kilometern das Kilometergeld ordentlich senkt. Für Tamm lohnt es sich nicht nur, weil die lästige Parkplatzsuche am Ende wegfällt, sondern auch alle anderen Fixkosten, die ein eigenes Auto verursachen würde. Insgesamt kommt er nach eigenen Berechnungen etwa um die Hälfte günstiger weg.

Carsharing ist ein kostengünstiges, bequemes und umweltfreundliches Autofahrmodell, so lautet das Fazit der Kunden. Vielfahrer darf man allerdings nicht sein.

Quelle: ntv.de