Ratgeber

Wenn's um die Wurst geht Das ist die Mogelpackung des Monats

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Bifi? Muss laut vzhh nicht mehr mit.

Üblicherweise funktioniert das Mogelpackungsprinzip wie folgt: Der Preis bleibt gleich, der Inhalt wird reduziert. Doch es gibt auch Hersteller, die etwas subtiler zu Werke gehen, um versteckte Preiserhöhungen an den Mann zu bringen. So viel Mühe wird dann auch von der Verbraucherzentrale Hamburg "belohnt".

In diesem Monat wird die Mogelpackung des Monats von der Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) für die "Original Minisalami von Bifi" verliehen. Denn das Produkt hat sich gut getarnt um 16 Prozent verteuert. Die Würste gibt es neuerdings im 6er- statt im 5er-Pack. Die einzelne Minisalami ist aber geschrumpft – von 25 auf jeweils 22,5 Gramm. Im vermeintlichen Sechserpack steckt nur unwesentlich mehr Inhalt: statt 125 Gramm sind es 135 Gramm. Damit das nicht so auffällt, ist die geschrumpfte Wurst länger und schmaler als die alte Variante – übrigens auch im Einzelpack, wie die vzhh entdeckt hat. Die Rezeptur bleibt unverändert. Wie bei fast allen Salamis stecken viel Fett (45 Prozent) und das kritische Nitritpökelsalz (E 250) im Produkt.

In einer Stellungnahme führt der US-amerikanische Hersteller Jack Link's, der die Marke Bifi von Unilever übernommen hat, aus:

„(…) Fleisch ist ein wertvolles Lebensmittel und erfordert einen angemessenen Preis. Zur Einhaltung der hohen Qualitätsstandards benötigen die Landwirte eine angemessene Bezahlung der Tiere. In den zurückliegenden Monaten sind die Gestehungskosten für die Landwirte extrem gestiegen. Durch einen höheren Preis für das Fleisch haben wir dies ausgeglichen. Einen Teil der höheren Kosten haben wir durch einen höheren Produktabgabepreis weitergegeben. (…)“

Auch andere Würste betroffen

Auf Nachfrage der Verbraucherschützer lieferte der Anbieter dann allerdings keine Belege für die "hohen Qualitätsstandards". Die vzhh konnte nirgends einen Hinweis auf höhere Tierschutzstandards oder besondere Zertifizierungen finden und hält solche Aussagen ohne Nachweis für reines Marketing.

Darüber hinaus entdeckte die Verbraucherzentrale bei eigenen Recherchen, dass die Füllmengen bei "Bifi Roll" von 50 auf 45 Gramm und bei "Bifi Roll XXL" von 75 auf 70 Gramm reduziert worden sind. Teilweise ging dies sogar mit Preiserhöhungen im Handel einher, sodass die versteckten Preiserhöhungen ebenfalls bis zu 16 Prozent betragen. 

Verbraucher müssen sich häufig über versteckte Preiserhöhungen ärgern. Vorausgesetzt, sie entdecken diese auch. Die Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) bietet aber die Möglichkeit, auf Produkte, mit denen Kunden besonders durch versteckte Preiserhöhungen (weniger Inhalt bei gleichem Preis) getäuscht werden, aufmerksam zu machen. Die vzhh macht diese Produkte dann öffentlich und kürt sie zur Mogelpackung des Monats und des Jahres.

Quelle: ntv.de, awi