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Rechnen und sammeln kann sich auch noch 2017 lohnen.
Rechnen und sammeln kann sich auch noch 2017 lohnen.(Foto: imago/McPHOTO)
Dienstag, 14. November 2017

Jetzt Geld vom Fiskus sichern: Das sind die Steuertipps zum Jahresende

Noch verschwenden Steuerzahler keinen Gedanken an die Steuererklärung. Schließlich bleibt für die Erledigung noch Zeit. Dabei kann in den letzten Wochen des Jahres noch einiges dafür getan werden, die Belastung zu begrenzen. Finanztest weiß, wie es geht.

Auch das Jahr 2017 ist fast geschafft. Und damit ist dann auch schon wieder die Steuererklärung fällig. Zumindest in einigen Monaten. Wenn sie denn fällig ist. Denn die Abgabe ist für viele steuerzahlende Bürger keine Pflicht, sondern freiwillig. Fordert das Finanzamt in letzterem Fall dennoch etwas zurück, kann die Erklärung einfach wieder zurückgezogen werden. Im Schnitt gibt es aber 900 Euro zurück. Grund genug also, um sich noch in den letzten Wochen des Jahres Gedanken zu machen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Steuerlast für 2017 noch zu drücken.

Finanztest gibt eine Auswahl an Tipps, was jetzt noch erledigt werden kann. Denn für Berufstätige kann es sich lohnen, noch bis zum 31. Dezember in berufliche Ausgaben zu investieren. Dies hat vor allem dann Sinn, wenn 2017 mehr verdient wird als im kommenden Jahr. So oder so, nun heißt es rechnen und Belege sammeln.  

Hier sind die Steuertipps zum Jahresende:  

Arbeitnehmerkosten

Wie hoch die Steuerersparnis ist, hängt vom tatsächlich zu versteuernden Einkommen ab. Das Finanz­amt erkennt aber auto­matisch für jeden Arbeitnehmer pro Jahr 1000 Euro an Werbungs­kosten an - auch dann, wenn der Beschäftigte weniger für seinen Beruf ausgegeben hat. Viele Arbeitnehmer kommen aber deutlich über diese Pauschale, zum Beispiel durch Kosten für den Arbeitsweg, berufliche Weiterbildung oder Belastungen durch einen beruflich bedingten Umzug.

Auch Ausgaben für Arbeitsmittel wie Büromaterial und Möbel, Computer, Aktentasche und Fachbücher lassen sich absetzen. Allerdings erkennt das Finanzamt die Kosten je Arbeitsmittel nur bis zum vollen Preis von 487,90 Euro sofort an. Was inklusive Umsatzsteuer darüber liegt, muss über die Jahre der der Nutzungsdauer abgeschrieben werden (Beispiel: Notebook 3 Jahre, Smartphone 5 Jahre, Büromöbel 13 Jahre). Ausgaben für die Aus- und Weiterbildung können ebenfalls als Werbungskosten abgesetzt werden.

Ab 2018 können Arbeitsmittel, die nicht mehr als 952 Euro brutto kosten, sofort am Stück abgesetzt werden.

Ausstand bei der Arbeit

Wer zum neuen Jahr die Arbeitsstelle wechselt oder in den Ruhestand geht, kann den Fiskus an der Abschiedsfeier beteiligen. Wichtig: Der Teilnehmerkreis darf sich ausschließlich aus Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern zusammensetzen, denn die Party darf nur einen rein beruflichen Anlass haben. Freunde und Verwandte sind tabu. Belege und Gästeliste als Nachweis aufheben und als Werbungskosten absetzen.

Ausgaben für die Gesundheit

Der Bundesfinanzhof hat die Berechnungsmethode des zumutbaren Eigenanteils geändert. So können selbst bezahlte Medikamente, ärztliche Behandlungen oder medizinische Therapien als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden. Wie hoch die zu zahlenden zumutbaren Belastungen ausfallen, hängt von der entsprechenden Einkommensklasse ab. Ein Steuerzahler mit einem Kind muss beispielsweise bei einem Einkommen von 30.000 Euro 2 Prozent seines Einkommens selbst aufbringen. 

Freibeträge sichern

Arbeitnehmer können für ihre beruflichen Belastungen im Jahr 2018 einen Freibetrag beim Finanzamt beantragen. Zum Beispiel für die Kosten des Arbeitsweges oder Unterhaltszahlungen. So werden gleich weniger Steuern fällig, die ansonsten über den Lohnsteuerjahresausgleich verspätet geltend gemacht werden könnten.

Freistellung von Kapitalerträgen

Alleinstehende Anleger können Kapitaleinnahmen in Höhe von 801 Euro von der Abgeltungssteuer freistellen. Bei Eheleuten und in gesetzlichen Lebenspartnerschaften lebenden Personen sind es bis zu 1602 Euro.

Handwerkerkosten

Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten (inklusive Umsatzsteuer) werden bei Arbeiten im Haushalt mit bis zu 6000 Euro im Jahr vom Finanzamt mit 20 Prozent Steuerrabatt berücksichtigt. Wer bisher weniger ausgegeben hat, aber noch das Wohnzimmer streichen lassen möchte, sollte dies noch in diesem Jahr tun. Sind die 6000 Euro bereits "verbraucht", sollte erst im nächsten Jahr frische Farbe an die Wände.

Minijob-Haushaltshilfen

2550 Euro ist der Höchstbetrag, den das Finanzamt für Minijob-Haushaltshilfen anerkennt. Auch hier gibt es 20 Prozent Steuerermäßigung (maximal 510 Euro) - vorausgesetzt, die Arbeitskraft ist bei der Minijob-Zentrale angemedet. 

Hochzeit

Wer sich noch im Jahr 2017 trauen lässt, gilt steuerlich als das ganze Jahr verheiratet und kann von der meist günstigeren Zusammenveranlagung profitieren. Dies lohnt sich immer dann, wenn ein Ehepartner das Haupteinkommen erzielt oder Alleinverdiener ist.

Kinderbetreuung

Maximal 4000 Euro pro Kind und Jahr können für die Betreuung für Kinder unter 14 Jahren geltend gemacht werden. Davon werden maximal zwei Drittel anerkannt. Genau wie bei den Kosten für Kinderfrau, Tagesmutter oder Kindergarten. Diese gelten als Sonderausgaben.

Spenden

Die Unterstützung von gemeinnützigen Organisationen kann in der Steuererklärung als Sonderausgabe geltend gemacht werden. Achtung: Unbedingt auf die Quittung achten. Nur bei Spenden für Flüchtlinge und Spenden von weniger als 200 Euro reicht ein Kontobeleg.

Verluste

Haben Bankkunden Wertpapiere in diesem Jahr mit Verlust verkauft, können sie diese noch bis 15. Dezember durch die Beantragung einer Verlustbescheinigung mit Gewinnen bei einem anderen Institut verrechnen lassen. Werden Gewinne und Verluste bei derselben Bank erzielt, erfolgt die Verrechnung automatisch. Alternativ können Verluste auch mit ins nächste Jahr genommen und dann mit Gewinnen verrechnet werden.

Vorsorge

Alle, die kurz vor Ende des Jahres noch eine Riester-, Rürup- oder Betriebs­rente abschließen, können von Steuer­vorteilen profitieren. Sparer solcher Produkte werden staatlich unterstützt. Die jeweils volle Förderung gibt es auch dann, wenn der Vertrag erst im Dezember abge­schlossen wird.

Quelle: n-tv.de

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