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Finanztest-Check 2020 Das sind die günstigsten Krankenkassen

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Es gibt nach wie vor besonders preisgünstige Krankenkassen.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Gesetzlich Krankenversicherte aufgepasst: 18 Krankenkassen haben ihren Beitragssatz zum Jahreswechsel um bis zu 0,66 Prozentpunkte erhöht. Hunderttausende Versicherte sind betroffen - und können mit einem Wechsel einiges an Geld sparen, wie Finanztest erklärt.

Wie jeden Jahresbeginn geben die gesetzlichen Krankenkassen ihren für das neue Jahr gültigen Beitragssatz bekannt. 18 davon erhöhten zum Jahreswechsel ihren individuellen Zusatzbeitrag, meist sind dies regionale Betriebskrankenkassen, wie die Stiftung Warentest berichtet. Die AOK-Sachsen-Anhalt und die Debeka BKK senkten dagegen ihren Zusatzbeitrag. Erstere verzichtet sogar komplett auf die zusätzlichen Beitrag.

Grundsätzlich setzt sich der Beitrag aus dem für alle Kassen gleichen allgemeinen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent und dem individuell zu bestimmenden Zusatzbeitrag zusammen. Sowohl der allgemeine Beitragssatz als auch der Zusatzbeitrag werden zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und -gebern beziehungsweise von Rentnern und der Rentenversicherung getragen.

Kassen entscheiden individuell über die Beitragshöhe

2020 wurde der durchschnittliche Zusatzbeitrag auf 1,1 Prozent angehoben. Doch dabei können die Kassen auch über oder unter den 1,1 Prozent liegen, denn jede entscheidet individuell über die Höhe.

Das bietet bei einem Krankenkassenwechsel Einsparpotenzial. Wer beispielsweise 3000 Euro pro Monat verdient, kann bei einem Wechsel von einer teuren zu einer günstigen Krankenkasse knapp 200 Euro im Jahr sparen. Bei noch höheren Einkommen steigt der Sparbetrag, wobei Krankenkassenbeiträge nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze fällig werden. Diese beträgt im neuen Jahr 4687,50 Euro monatlich. Wechseln sehr gut verdienende Arbeitnehmer die Kasse, lassen sich sogar mehr als 300 Euro im Jahr einsparen.

Die aktuelle Auswertung von Finanztest zeigt: Es gibt nach wie vor besonders preisgüns­tige Krankenkassen, auch wenn fast alle die finalen Beiträge für 2020 bis Jahresende noch vom jeweiligen Aufsichts- und Verwaltungsrat bestätigen lassen müssen.

Die derzeit günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse ist nach jetzigem Stand die HKK mit einem Gesamtbeitrag von 14,99 Prozent. Noch günstiger, aber leider nur regional verfügbar ist die AOK Sachsen-Anhalt mit 14,90 Prozent.

Das sind die günstigsten bundesweit geöffneten Krankenkassen 2020

  • HKK: Zusatzbeitrag 0,39, Gesamtbeitrag 14,99 Prozent
  • BKK Firmus: Zusatzbeitrag 0,44, Gesamtbeitrag 15,04 Prozent
    BKK Verbund Plus: Zusatzbeitrag 0,5, Gesamtbeitrag 15,04 Prozent
  • IKK Gesund: Zusatzbeitrag Plus 0,6, Gesamtbeitrag 15,20 Prozent
  • Techniker Krankenkasse: Zusatzbeitrag Plus 0,7, Gesamtbeitrag 15,30 Prozent
  • Audi BKK Zusatzbeitrag: 0,7, Gesamtbeitrag 15,30 Prozent
  • Debeka BKK Zusatzbeitrag: 0,7, Gesamtbeitrag 15,30 Prozent

Durch Zusatzleistungen sparen

Bei einem Wechsel zu einer günstigen Krankenkasse ist jedoch zu beachten, dass dann etwas mehr Einkommen zu versteuern ist. Ein Teil der Ersparnis fällt dann der Steuer zum Opfer. Zudem sollten Wechselwillige prüfen, ob die neue, günstigere Krankenkasse auch alle gewünschten Extraleistungen wie beispielsweise Zahnreinigung, Osteo- oder Homöopathie anbietet. So können Verbraucher laut Warentest unter dem Strich "auch sparen, wenn die Kasse gewünschte Extraleistungen übernimmt - etwa Zuschüsse für eine ärztlich verordnete Osteopathie oder die professionelle Zahnreinigung".

Möchte der Versicherte wechseln, muss die Kündigung schriftlich gegenüber der alten Kasse erfolgen. Diese muss innerhalb von 14 Tagen bestätigt werden. Zeitgleich sollte sich um die Mitgliedschaft bei einer neuen Krankenkasse bemüht werden.

Der entsprechende Antrag ist meist im Internet zu finden. Hat der Wechsel innerhalb der Wechselfrist geklappt, darf keinesfalls vergessen werden, die neue Mitgliedsbescheinigung dem Arbeitgeber oder der Arbeitsagentur vorzulegen. Denn ansonsten bleibt der Versicherte Mitglied seiner alten Kasse. Grundsätzlich sind alle untersuchten Kassen frei wählbar. Und zwar auch dann, wenn der Versicherte bereits älter oder gerade in Behandlung ist.

Quelle: ntv.de, awi