Ratgeber

462 Mio. Datensätze bei der Schufa Datensätze prüfen und löschen

Datensammelwut kann man der Schufa eigentlich nicht unterstellen, doch sie hat die größte Datenbank, wenn es um das Zahlungsverhalten der Deutschen geht. Die Daten sind nicht immer aktuell. Deshalb sollte man regelmäßig eine Auskunft einholen und die gespeicherten Daten überprüfen.

presse_download_meineschufa_4_72dpi.jpg

Die Online-Auskunft kostet Geld, die kostenlose Auskunft kommt per Post.

(Foto: Schufa)

Die Schufa ist in Deutschland die bekannteste Auskunftei zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit von Verbrauchern. In vielen Alltagssituationen werden bei ihr gespeicherte Daten abgerufen – also nicht nur bei Kreditverträgen, sondern auch bei Einkäufen im Versandhandel oder Online-Shops, beim Abschluss eines Handyvertrags und vielleicht sogar vor dem Bezug einer neuen Mietwohnung.

Gegründet wurde die Schufa bereits 1927 als privatrechtliches Unternehmen. An der Aktiengesellschaft sind Sparkassen, Banken, Versandhandels- und Telekommunikationsunternehmen beteiligt. In der Datenbank des Unternehmens sind 462 Millionen Datensätze von über 66 Millionen Bürgern gespeichert. Diese Datenmenge macht die Schufa für Abfragen aus der Wirtschaftswelt so interessant. Bei den Bürgern hingegen löst die Ankündigung einer Schufa-Abfrage eher Unbehagen aus.

Viele Daten zugeliefert

Die meisten Daten, die die Schufa speichert, erhält sie von ihren Vertragspartnern zugeliefert. Hierzu ist allerdings die Einwilligung des Kunden erforderlich. Die Schufa beschafft sich aber auch Daten zum Beispiel aus Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte. In dem Datensatz werden neben dem vollständigen Namen, dem Geburtsdatum, Geschlecht und Geburtsort auch die aktuelle sowie die früheren Anschriften gespeichert. Daneben enthält der Datensatz so genannte Positivmerkmale, denen eine vertragsgemäße Abwicklung einer Geschäftsbeziehung vorausging, sowie Negativmerkmale, wo es zu Zahlungsschwierigkeiten oder einer gerichtlichen Vollstreckung kam.

Erfasst werden in den Datensätzen Kredit- und Leasingverträge mit Betrag und Laufzeit, Eröffnung eines Girokontos, ausgegebene Kreditkarten sowie Kundenkonten im Handel und Versandhandel. Zu einem negativen Eintrag kommt es, wenn Forderungen, die fällig, ausreichend gemahnt und vom Kunden nicht bestritten sind, nicht beglichen wurden oder wenn der Begleichung eine gerichtliche Entscheidung vorausging. Hierbei kann es sich sowohl um Forderungen von Banken aber auch anderen Vertragspartnern handeln. Ein Negativmerkmal erfolgt ebenfalls bei Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung, einem Haftbefehl zur Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung, der Beantragung und Eröffnung eines privaten Insolvenzverfahrens und der Abweisung oder Einstellung des Verbraucherinsolvenzverfahrens mangels Masse. Die Höhe tagesaktueller Kreditstände oder Kontoguthaben werden nicht erfasst. Wie so eine Auskunft aussieht, kann man sich vorab auch als Muster-Auskunft bei der Schufa ansehen.

Unrichtige Daten löschen lassen

Die Schufa sammelt allerdings nicht nur Daten, sondern löscht auch Datensätze zum Beispiel nach der Begleichung eines Kredits. Es kann allerdings passieren, dass Daten nicht gelöscht werden oder ein Datensatz nicht vollständig richtig ist. Die Bundesbürger haben seit April dieses Jahres das Recht, jedes Jahr einmal kostenlos die über sie gespeicherten Daten bei der Schufa abzufragen. Hierfür hält die Schufa ein Formular bereit. Neben den persönlichen Angaben muss auch eine Kopie des Personalausweises, Reisepasses oder der Meldebescheinigung beigefügt werden.

Seit Einführung der kostenfreien Auskunft im April dieses Jahres haben bereits 450.000 Bürger eine Eigenauskunft angefordert. 4000 Anrufe erhält die Schufa darauf hin täglich. Jeder dritte Anrufer hatte berechtigte Änderungswünsche. Es lohnt sich also, eine Eigenauskunft einzuholen. Stimmen Einträge nicht, kann man sich an das Verbraucherinformationszentrum der Schufa wenden. Die Kontaktdaten befinden sich auf dem Auskunftsschreiben. Die Schriftform biete sich an, da es sich bei der Telefonnummer um eine gebührenpflichtige Servicenummer handelt.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.