Ratgeber
Freitag, 15. Oktober 2010

Regionalanbieter vorn: Der große n-tv DSL-Vergleich

Seit Jahren purzeln die Preise für DSL-Verträge - wenngleich die Unterschiede erheblich sind. Doch nicht nur die Tarife, auch Produktausstattung und Vertragsleistungen variieren deutlich. Und: Viele Anbieter sparen offenbar am Service.

50 Millionen Deutsche sind online.
50 Millionen Deutsche sind online.

50 Millionen Deutsche sind inzwischen online. Die älteren von ihnen werden sich noch an das Knarren und Surren des Modems beim Verbindungsaufbau erinnern. Viele der Jüngeren kennen nur noch das geräuschlose DSL. Auch wenn von einer flächendeckenden Versorgung keine Rede sein kann, ist DSL in vielen Haushalten eine Selbstverständlichkeit. Vieles läuft im Wettbewerb über den Preis. Aber wer jemals wochenlang ohne Internet- und Telefonanschluss ausharren musste oder stundenlang in der Hotline seines Anbieters schmorte, der weiß, dass auch Service entscheidend sein kann. Das Deutsche Institut für Servicequalität (DISQ) hat jetzt für n-tv den Service von 15 bedeutenden Providern untersucht.

Zwischen August und September kontaktierten die Tester insgesamt 555 Mal per Telefon oder E-Mail die Anbieter und bewerteten zudem ihren Internetauftritt. Zusätzlich erfolgte eine detaillierte Analyse der angebotenen Tarife und der Produktausstattung inklusive Vertragsbedingungen.

Preisunterschiede immer noch riesig

Erstes Fazit der Studie: Vergleich macht reich. Wer sich beim Websurfen mit einer Bandbreite von 6000 kbit/s begnügt, kann über 27 Euro im Monat sparen. Beim Power-Internet 16000 sind es sogar knapp 35 Euro monatlich. Die Preisunterschiede zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter in der Studie betrugen bei Zweijahresverträgen mit Telefon-Flatrate bis zu 734,40 Euro, bei Tarifen ohne Telefon-Flatrate bis zu 836,16 Euro.

Vergleichsrechner - DSL-Tarife

Doch nicht nur die Tarife, auch Produktausstattung und Vertragsleistungen variieren deutlich. "Je nach Provider und Vertrag sind Kunden zwischen zwölf und 24 Monaten gebunden. Attraktive Zusatzleistungen, zum Beispiel eine kostenlose Gerätemontage oder ein gratis Internet-Sicherheitspaket, bieten nur die wenigsten an", erläutert DISQ-Geschäftsführerin Bianca Möller.

Nachholbedarf beim Service

Große Defizite zeigte die Analyse des Kundenservice auf. Nur drei Anbieter erhielten das Qualitätsurteil "gut". Vor allem die Bearbeitung von E-Mail-Anfragen ließ zu wünschen übrig. Im Durchschnitt mussten sich Kunden 41 Stunden gedulden. "Die Branche hat die Kundenerwartung, eine Antwort innerhalb von 24 Stunden zu erhalten, bei Weitem nicht erfüllen können", so Serviceexpertin Möller. Weniger als zwei Drittel aller E-Mails wurden vollständig und strukturiert, jede zehnte überhaupt nicht beantwortet. Mängel gab es auch im telefonischen Kontakt, wo es oft zu langen Wartezeiten kam – bei jedem zehnten Gespräch waren es mehr als sieben Minuten. Zudem waren die Gebühren für Kunden- und Technik-Hotlines mit bis zu 99 Cent pro Minute teilweise sehr hoch.

Gesamtsieger der Studie wurde Kabel Baden-Württemberg. Der süddeutsche Kabelnetzbetreiber bestach durch guten telefonischen Service mit einer sehr guten Erreichbarkeit und individuellen Beratungsgesprächen. Zudem bot das Unternehmen die günstigsten Produkte ohne Telefon-Flatrate. Einziger Schönheitsfehler: Das Angebot ist nur in Baden-Württemberg verfügbar.

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Im Gesamtergebnis auf Platz zwei: Kabel Deutschland mit dem besten Produktangebot bezüglich des Preis-Leistungsverhältnisses. Die Tarife mit Telefon-Flatrate waren zudem im Durchschnitt die günstigsten. Auf Rang drei folgt Versatel. Das Unternehmen hatte von allen Anbietern den besten Service und zeichnete sich sowohl beim telefonischen Kontakt als auch bei E-Mails durch eine schnelle und kompetente Bearbeitung von Kundenanfragen aus.

Gesamtwertung bester DSL/Internet-Anbieter 2010

1Kabel Baden-Württemberg
2Kabel Deutschland
3Versatel
4Easybell
5Vodafone
6HanseNet (Alice)
71&1 Internet
8EWE TEL
9Congstar
10Unitymedia
11O2
12Telekom Deutschland
13Tele2
14Primacall
15StarDSL

 

Mehr Informationen zur Studie beim DISQ

Quelle: n-tv.de