Ratgeber

Altersvorsorge wird unwichtiger Deutsche sind sparmüde

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Die Gründe für den Sparverzicht sind vielfältig: Manche halten sich für ausreichend abgesichert, andere sind skeptisch gegenüber Produkten wie der Riester-Rente. Und einige haben einfach kein Geld übrig, das sie sparen könnten.

(Foto: dapd)

Immer mehr Bundesbürger halten ihre Altersvorsorge für ausreichend. Die Folge: Sie stecken weniger Geld in Vorsorgeverträge als noch vor einigen Jahren. Und selbst diejenigen, die sich Sorgen um ihr Auskommen im Alter machen, sind nicht bereit, jetzt noch weitere Abstriche zu machen, wie eine Umfrage zeigt.

Die Ausgaben der Deutschen für ihre private Alterssicherung sind einer Umfrage zufolge auf den niedrigsten Stand seit 2005 gesunken. Im Schnitt legen die Bürger hierzulande derzeit 185 Euro monatlich zurück, um fürs Alter vorzusorgen, wie repräsentative Umfrage der Postbank ergab. 2005 waren es noch 204 Euro im Monat. Auch die Bereitschaft, die private Altersvorsorge auszuweiten, ist demnach gesunken. Das sei "alarmierend", erklärte Post-Vorstand Michael Meyer; er geht von einem "längerfristigen Trend" aus.

42 Prozent der Berufstätigen gaben in der Umfrage an, sie seien nicht dazu bereit, ihre private Altersvorsorge zu erweitern. 2003 hatten nur 30 Prozent der Berufstätigen gesagt. Selbst von denjenigen, die ihre Altersvorsorge bisher nicht für ausreichend halten, seien nur 14 Prozent bereit, für mehr Sicherheit auf Konsum zu verzichten. Vor zwei Jahren seien es noch 22 Prozent gewesen.

Riestern wird unbeliebter

Postbank-Vorstand Meyer erklärte die Entwicklung einerseits mit der Sorge um die Eurokrise: Die Bereitschaft, in dieser Situation neue und langfristige Vorsorgeverträge abzuschließen, sei gering. Zum zweiten habe die starke Konjunktur und die historisch gute Beschäftigungslage erheblichen Einfluss: Die gute Arbeitsmarktlage wiege offenbar viele in Sicherheit. Auch Zweifel an der staatlich geförderten Altersvorsorge  könnten zur Sparmüdigkeit beitragen: Nur noch 24 Prozent der Deutschen sehen der Umfrage zufolge in der Riester-Rente noch eine "ideale Form der Alterssicherung". Vor fünf Jahren waren es noch 31 Prozent.

Gefragt sind stattdessen Häuser und Wohnungen - und zwar nicht nur selbstgenutzte: 14 Prozent der Berufstätigen wollen zum Ausbau ihrer Altersvorsorge künftig in Mietimmobilien investieren. Von diesen versprechen sich die Studienteilnehmer mit Abstand die höchsten Renditen. Auch Erbschaften werden bei der Planung der Altersvorsorge zunehmend wichtiger.

"Fahrlässig" nannte Meyer die Aussage von 50 Prozent der Befragten, die Inflation spiele bei der Planung ihrer Altersvorsorge keine Rolle. Den Preissteigerungseffekt bei einer so langfristigen Planung wie der Altersvorsorge zu vernachlässigen, sei "gefährlich", warnte der Bank-Vorstand. Ein Euro, der Anfang 2002 mit dem "Starter-Kit" herausgegeben wurde, habe heute eine Kaufkraft von wenig mehr als 80 Cent, rechnete er vor.

Die Postbank und das Institut für Demoskopie Allensbach befragten 1642 Deutsche im Alter ab 16 Jahre zum Thema Altersvorsorge.

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Quelle: ntv.de, AFP